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Nun wartet der FC Barcelona

Der Nachwuchs von Red Bull Salzburg hat sich in der UEFA Youth League auch von Atletico Madrid nicht stoppen lassen. Die U19-Auswahl des österreichischen Tabellenführers setzte sich am Dienstag zu Hause vor 5.380 Zuschauern gegen die Spanier mit 2:1 (0:0) durch und löste damit das Ticket für das Finalturnier im schweizerischen Nyon.

Die Salzburger, die in der K.-o.-Phase schon Manchester City und Paris Saint-Germain ausgeschaltet hatten, setzten ihren Siegeszug auch gegen die Jugend des Vorjahresfinalisten der Champions League fort. Igor dos Santos de Paulo (48.) und Hannes Wolf (62.) besorgten nach einer neuerlich überzeugenden Leistung die Treffer für die „Jungbullen“, Atletico war nur der Anschlusstreffer von Giovanni Navarro vergönnt (79.). Beim „Final Four“ in Nyon trifft Salzburg nun im Semifinale am 21. April auf den FC Barcelona, der sich gegen den FC Porto nach 0:1-Rückstand mit 2:1 durchsetzte.

„Das ist verdammt geil“

„Ich bin verdammt stolz natürlich. Es war ein hartes Stück Arbeit. Die Jungs haben sich das tatsächlich erarbeitet heute. Es war kein fußballerischer Leckerbissen, aber wir stehen im Halbfinale. Das ist verdammt geil“, sagte Trainer Marco Rose, der mit seiner Mannschaft nun auch im Finalturnier aufzeigen will: „Wir fahren da jetzt nicht hin, um zu genießen. Wir wissen, dass wir hart gearbeitet haben, um da hinzukommen. Jetzt wollen wir uns da auch gut präsentieren.“

Jubel bei der Salzburger U19-Mannschaft

APA/Barbara Gindl

Salzburgs „Jungbullen“ haben sich bereits an das Feiern gewöhnt, im Semifinale soll es weitergehen

Auch für Nico Gorzel erfüllte sich mit dem Aufstieg unter die besten vier „ein Traum.“ Für den 18-jährigen Deutschen war gegen Atletico der Führungstreffer der Schlüssel zum Erfolg: „Das 1:0 war der Dosenöffner, danach haben wir mehr Räume vorgefunden. Da hätten wir vielleicht sogar noch mehr Tore machen können.“ Beim „Final Four“ in Nyon sieht Gorzel Salzburg nicht als krassen Außenseiter: „Mit den Leistungen, die wir jetzt gezeigt haben, brauchen wir uns nicht verstecken. Wenn wir gut drauf sind, ist alles möglich.“

„Bullen“ drängen auf Führung

Im Viertelfinale hatten die Salzburger allerdings nicht so leichtes Spiel wie noch eine Runde davor. Denn die Youngsters von Atletico hatten sich die 0:5-Schlappe von Paris Saint-Germain an gleicher Stelle gut angesehen: Anders als die Franzosen nahmen die Spanier den Salzburger Nachwuchs nicht auf die leichte Schulter und gingen von Beginn an deutlich konzentrierter und aggressiver ans Werk. Die Salzburger setzten auf ihr bisheriges Erfolgsrezept: Den Gegner früh stören und bei Ballverlusten der Spanier schnell in die Offensive umschalten.

In der Anfangsphase hatten die Spanier Salzburg auch sicher im Griff und gaben auch den ersten Schuss auf das Tor der „Jungbullen“ ab. Das wurde diesmal von Daniel Antosch gehütet, der an seinem 17. Geburtstag sein Startelfdebüt feierte. Ab der 20. Minute hatte der Goalie aber fast nichts mehr zu tun. Denn die Hausherren fanden vor den Augen von Dietrich Mateschitz ihren Faden und nahmen das Heft in die Hand. In der 28. Minute streifte ein abgefälschter Versuch von Amadou Haidara die linke Stange.

Salzburg gab nun klar den Ton an. Nur drei Minuten nach Haidaras Schuss brachte Wolf im Strafraum den Ball nach perfektem Zuspiel von Mergim Berisha nicht an Torhüter Carlos Marin vorbei. Der Atletico-Schlussmann blieb auch beim nächsten Schuss von Berisha Sieger, und in der Nachspielzeit der ersten Hälfte zischte ein Hammer von Xaver Schlager, dem man allerdings die Müdigkeit der Meisterschaftspartie gegen Rapid am Sonntag ansah, knapp über den Kasten.

Blitzstart nach der Pause

Auch nach Seitenwechsel änderte sich am Spiel grundsätzlich nicht viel. Einen Unterschied gab es aber doch: Die Salzburger wurden für ihr Bemühen in Form des Führungstores belohnt. Nach einem Eckball gelangte der Ball zu Igor am langen Eck, und der 19-jährige Brasilianer sorgte aus kurzer Distanz dafür, dass es Mateschitz und die restlichen 5.379 Zuschauer von den Sitzen riss. Es war die mehr als verdiente und angesichts der Chancen auch überfällige Führung für die Gastgeber.

„Jungbullen“ besiegen Atletico Madrid

Dem U19-Nachwuchs von Red Bull Salzburg gelang in der UEFA Youth League die nächste Sensation. Das Viertelfinal-Spiel gegen Atletico Madrid konnten sie mit 2:1 für sich entscheiden und damit ins Halbfinale aufsteigen.

Atletico hing wie ein angeschlagener Boxer in den Seilen, k. o. waren die Spanier aber noch lange nicht. Bei einer Eckballserie hieß es für Goalie Antosch und seine Verteidiger aufpassen. Doch mitten in einer starken Phase der Spanier schlug Salzburg wieder zu. Berisha spielte von der linken Seite einen perfekten Pass zur Mitte, und Wolf, der unmittelbar vor dem 1:0 einen Riesensitzer ausgelassen hatte, netzte trocken ein (62.).

Die „Bullen“ verabsäumten es aber, den Sack endgültig zuzumachen. So vergab etwa Oliver Filip alleine vor Marin fast schon fahrlässig (68.). Daher lebte die Hoffnung der Spanier auf ein Comeback. Und die wurde in der 79. Minute mit dem Anschlusstreffer noch zusätzlich genährt: Giovanni Navarro verwertete einen Stanglpass nach Angriff über rechts zum 1:2. Die Schlussminuten wurden für Salzburg so noch zur Zitterpartie, allerdings mit einem Happy End. Da machte es nichts aus, dass Filip kurz vor Schluss noch einmal alleine vor dem Tor verstolperte.

Karl Huber, ORF.at

UEFA Youth League, Viertelfinale

Dienstag:

Salzburg - Atletico Madrid 2:1 (0:0)

Wals-Siezenheim, 5.380 Zuschauer, SR Dankert (GER)

Tore: De Paulo (48.), Wolf (62.) bzw. Navarro (79.)

Salzburg: Antosch - Ingolitsch, Meisl, De Paulo, Mensah - Haidara, Gorzel, Schlager (63./Sturm/87./Kirim) - Filip, Wolf (74./Meister), M. Berisha

Atletico: Marin - Isaac, Rodriguez, Montero, Acosta (65./Navarro) - Ferni, Gomez (46./Ballesteros), Moya, Moreno - Schiappacasse, Salomon (59./Clemente Mues)

Gelbe Karten: Berisha, Mensah, Schlager bzw. Acosta, Rodriguez, Ballesteros

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