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„Müssen alles reinhauen“

Schalke 04 steht vor dem Europa-League-Duell mit Borussia Mönchengladbach wieder an einer Weggabelung. Schafft der Revierclub den Einzug ins Viertelfinale in den Partien gegen den deutschen Konkurrenten nicht, ist das Fußballjahr endgültig völlig verkorkst. „Wir müssen alles reinhauen“, sagte Mittelfeldspieler Alessandro Schöpf und appellierte an seine Kollegen.

Der Druck für die Königsblauen vor dem Achtelfinal-Hinspiel am Donnerstag (21.05 Uhr) in der Veltins-Arena ist groß. Beim Bundesliga-Treffen fünf Tage zuvor in Gladbach, das die Gastgeber mit 4:2 gewannen, waren die Kräfte derart einseitig verteilt, dass den wütenden Schalker Fans angst und bange wurde.

Erschwerend hinzu kommt, dass der Tabellen-13. nur noch vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz 16 aufweist, nun mitten im Abstiegskampf steckt und zuvor im Cup gegen Bayern München (0:3) genauso chancenlos war. „Es ist keine einfache Situation, frustrierend“, sagte Schöpf und beschrieb damit die Stimmungslage in Gelsenkirchen.

Die Schalke-Spieler Alessandro Schöpf und Guido Burgstaller

GEPA/Felix Roittner

Für das ÖFB-Duo Schöpf/Burgstaller geht es um viel

„Nicht in Selbstmitleid verfallen“

Der Tiroler forderte seine Mitspieler dazu auf, „alles reinzuhauen, um einen Fight abzuliefern“. „Wir dürfen jetzt nicht in Selbstmitleid verfallen. Jeder muss wirklich Vollgas geben und versuchen, die zwei Spiele zu gewinnen. Wir haben schon gezeigt, dass wir gut Fußball spielen können“, betonte Schöpf. Der 23-Jährige zählt wie sein österreichischer Landsmann Guido Burgstaller, der in der Winterpause verpflichtet wurde, zu den wenigen Spielern, die sich selbst kaum etwas vorzuwerfen haben.

„Jetzt ist ein anderer Wettbewerb. Ein Spiel losgelöst von der Tabellensituation. Wir haben ein riesiges Ziel vor Augen, wollen eine Runde weiterkommen. Aber wir müssen es besser machen als zuletzt“, sagte auch Schalke-Trainer Markus Weinzierl.

Der Schalke-Coach hofft, dass seine Elf vor heimischem Publikum an die bisher im Europacup gezeigten Leistungen anknüpft. „Wir müssen mehr Konstanz zeigen, die Schwankungen müssen raus“, sagte Weinzierl. „Wir wollen uns eine gute Ausgangsbasis für das Rückspiel schaffen und möglichst zu null spielen.“

Gute Stimmung bei Gladbach

Den Borussen fällt das Fußballerleben derzeit leichter. Mit dem neuen Coach Dieter Hecking hat der Club seit Jahresbeginn von elf Pflichtspielen acht gewonnen und nur zwei verloren. Zu Hause gegen AC Fiorentina patzten die „Fohlen“ ebenso wie gegen RB Leipzig. Im Cup steht die Borussia im Halbfinale, und in der Bundesliga hat sie nach der Erfolgsserie wieder Tuchfühlung zu den Europacup-Rängen.

Vor diesem Hintergrund ist es kein Wunder, dass die Stimmung vor Teil zwei der Serie gegen Schalke auf einem Höhenflug ist. „Es war gut, dass wir die erste Begegnung gegen Schalke gewonnen haben. Der Sieg ist gut für den Kopf“, meinte Fabian Johnson vor dem ersten Aufeinandertreffen von Schalke und Mönchengladbach in einem europäischen Wettbewerb.

Allgemein ist es das 35. deutsche Duell im Europacup seit 1972 - und das erste in der 2009 eingeführten Europa League. Insgesamt 67 Partien - 33 Vergleiche mit Hin- und Rückspiel und ein Finale - gab es seitdem entweder zwischen Bundesliga-Vereinen oder zwischen Bundesligisten und Vereinen der DDR-Oberliga. Zuletzt begegneten sich Bayern München und Borussia Dortmund 2013 im Champions-League-Finale (2:1).

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