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„Entscheidung ist mir leichtgefallen“

Der Salzburger Georg Streitberger hat am Donnerstag in Saalbach das Ende seiner Karriere bekanntgegeben. Der 35-Jährige bestritt 159 Weltcup-Rennen und gewann zwei Super-Gs und eine Abfahrt. Bei Weltmeisterschaften war das beste Ergebnis ein achter Rang 2015 im Super-G von Beaver Creek.

Nach einem Kreuzbandriss im vergangenen Winter in Kitzbühel und einer neuerlichen Operation nach einem Außenmeniskusriss im Dezember wurde Streitberger in diesem Winter nicht mehr fit für Weltcup-Einsätze. „In dem Sinn ist mir die Entscheidung leichtgefallen, weil ich gemerkt habe, es geht nicht mehr“, sagte Streitberger bei einer Pressekonferenz. „Die zehn Jahre im Weltcup waren eine schöne Zeit mit vielen Höhen und Tiefen“, sagte er.

Georg Streitberger

GEPA/Mathias Mandl

Streitberger nach seinem letzten Weltcup-Rennen im Dezember in Val d’Isere

Das große Highlight fehlte in seiner Karriere. „Das große Ziel ist mir verwehrt geblieben, auch wenn ich 2011 im Kampf um den Super-G-Weltcup knapp dran war. Auch Medaillen bei Großereignissen wären lässig gewesen. Aber ich bin trotzdem stolz auf die Weltcup-Podestplätze“, sagte Streitberger.

Laufbahn mit Höhen und Tiefen

Die Höhen und Tiefen des Skisports lagen bei Streitberger auch in der Stunde des Erfolgs nahe beieinander. Sein erster Weltcup-Sieg in Kvitfjell 2008 wurde vom Sturz und der folgenden Amputation des linken Unterschenkels seines Teamkollegen Matthias Lanzinger überschattet. „Der erste Sieg war im ersten Moment besonders schön. Matthias ist erst mit einer höheren Nummer gekommen. Das hat das Ganze dann natürlich sehr getrübt“, so Streitberger.

Das ungetrübte Siegesgefühl konnte er gut zwei Jahre später beim Super-G in Beaver Creek 2010 nachholen. „Das war emotional besser und einer der schönsten Zeitpunkte meiner Karriere“, sagte Streitberger. Auch die drei Stockerlplätze in Kitzbühel seien absolute Highlights gewesen. Insgesamt erreichte Streitberger zehn Weltcup-Podestplätze.

Kreuzbandriss als Anfang vom Ende

Ein Kreuzbandriss in Kitzbühel im vergangenen Winter war letztlich der Anfang vom Karriereende. Danach bestritt Streitberger mit dem Super-G im Dezember in Val d’Isere (Platz 43) nur noch ein Weltcup-Rennen. „Seither habe ich viel Zeit zum Überlegen gehabt. Ich habe immer wieder probiert wieder einzusteigen, aber meine Ziele nicht mehr erreichen können“, sagte er.

Dass er nun im gleichen Winter wie sein Zimmerkollege Klaus Kröll seine Karriere beendet, bezeichnete Streitberger als Zufall. „Aber wir werden eine gescheite Party machen“, kündigte er an. Ein besonderer Dank ging an seine Eltern, die dem Speed-Spezialisten seine Karriere ermöglichten.

ÖSV-Vizepräsident Michael Walchhofer dankte dem Maishofener im Namen des Skiverbandes für seine Leistungen. „Es war gewaltig, einen Athleten wie dich an Bord zu haben. Du warst auch als Teamkollege eine absolute Bereicherung für die Mannschaft“, sagte Walchhofer. Streitberger möchte dem Skisport auch in Zukunft erhalten bleiben. „Ich werde jetzt die Trainerausbildung machen, und dann muss ich schauen, was sich anbietet“, kündigte er an.

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