Österreich räumt im Parallelslalom ab
Daniela Ulbing und Andreas Prommegger haben bei der Snowboard-WM in der Sierra Nevada am Mittwoch jeweils Gold im Parallelslalom geholt. Die 19-jährige Ulbing setzte sich bei den Damen im Finale gegen die Tschechin Ester Ledecka durch. Der bereits 36-jährige Prommegger gewann das rein österreichische Duell um den Titel gegen Benjamin Karl. Für den Salzburger Prommegger ist es die erste WM-Medaille seiner Karriere.
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Im ÖSV-Lager war der Jubel über die ersten Medaillen bei den Titelkämpfen in Spanien riesig. „Ich war am Start voll nervös, habe aber versucht, das zu machen, was ich kann. Und es hat funktioniert. Der Titel ist richtig überraschend, ich bin megaglücklich“, jubelte die Kärntnerin Ulbing im ORF-Interview. „Der Zwangsruhetag (wetterbedingte Verschiebung des Parallel-RTL von Dienstag auf Donnerstag, Anm.) hat mir gutgetan, weil ich ein bisschen verkühlt bin. Ich habe versucht, locker in den Tag zu starten und zu fahren.“

GEPA/Oliver Lerch
Für Karl, Ulbing und Prommegger war der Mittwoch ein Jubeltag
Ziemlich sprachlos war Prommegger: „Ich kann gar nicht sagen, was in mir vorgeht. Ich habe es nicht leicht gehabt, was Großereignisse betrifft. Ich bin seit 15 Jahren einem Edelmetall nachgefahren. Ich wusste, dass ich super drauf bin, habe im Slalom aber weniger damit gerechnet. Es ist jetzt alles zurückgekommen. Im Weltcup habe ich sehr viel erreicht, aber eine Medaille hat mir gefehlt. Mein Ziel war Edelmetall, egal in welcher Farbe, und jetzt darf ich als Weltmeister heimfahren. Das ist unglaublich.“
Ulbing bereits in Qualifikation vorne
Ulbing entschied die Qualifikation für sich und setzte sich danach im Achtelfinale gegen die Deutsche Carolin Langenhorst und im Viertelfinale gegen die Schweizer Parallel-RTL-Olympiasiegerin Patrizia Kummer durch. Im Halbfinale bezwang Ulbing dann die Russin Alena Sawarsina, im Kampf um Gold war sie schließlich um 0,27 Sekunden schneller als Ledecka, die als Weltmeisterin von Kreischberg 2015 Titelverteidigerin war. Bronze ging an Sawarsina.
Gold für Daniela Ulbing
Die 19-jährige Ulbing setzte sich bei den Damen im Finale gegen die Tschechin Ester Ledecka durch.
Die Burgenländerin Julia Dujmovits, in dieser Disziplin Olympiasiegerin von Sotschi 2014, musste sich im Viertelfinale der Deutschen Cheyenne Loch hauchdünn um eine Hundertstelsekunde geschlagen geben und wurde Fünfte. Ina Meschik (gegen die Polin Aleksandra Krol) und Sabine Schöffmann (gegen Kummer) schieden im Achtelfinale aus und belegten die Ränge neun bzw. zehn.
Prommegger bezwingt Karl im Finale
Bei den Herren zog Qualisieger Karl mit Erfolgen gegen den Slowenen Rok Marguc, den Deutschen Patrick Bussler und den schließlich drittplatzierten Russen Andrej Sobolew ins Finale ein. Prommegger schaltete im Achtelfinale seinen Landsmann Alexander Payer (14.) und danach den Italiener Aaron March sowie den Schweizer Nevin Galmarini aus. Sebastian Kislinger (22.) war als einziger Österreicher bereits in der Qualifikation gescheitert.
Gold für Promegger, Silber für Karl
Der bereits 36-jährige Prommegger gewann das rein österreichische Duell um den Titel gegen Benjamin Karl. Für den Salzburger Prommegger ist es die erste WM-Medaille seiner Karriere.
Im ÖSV-Duell um Gold hatte Prommegger gegen den vierfachen Weltmeister Karl um 0,16 Sekunden die Nase vorn. Nach dem Finale meinte Prommegger zum Endlauf: „Benjamin und ich profitieren enorm voneinander. Wir sind zusammen im Zimmer und pushen uns ständig. Jedes Training ist ein interner Wettkampf. Es ist ein Traum, wenn man ein Finale bei einer WM gegen einen Freund fahren darf.“
Am Donnerstag (Qualifikation um 9.00 Uhr, Entscheidung ab 13.00 Uhr live in ORF eins) gibt es für die ÖSV-Boarder im Parallel-RTL die Chance, ihre Medaillenausbeute noch aufzubessern. Bei den Herren treten erneut Prommegger, Karl, Payer und Kislinger an, bei den Damen ist neben Ulbing, Dujmovits, Meschik und Schöffmann auch Titelverteidigerin Claudia Riegler dabei.
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