Themenüberblick

Burgstaller als zweite Spitze möglich

Für Österreichs Fußballnationalmannschaft steht am Freitag (20.45 Uhr, live in ORF eins und im Livesteam) im Wiener Ernst-Happel-Stadion das wichtige WM-Qualifikationsspiel gegen Moldawien auf dem Programm. Ein Sieg ist Pflicht, will man noch ein gewichtiges Wörtchen um die WM-Teilnahme 2018 in Russland mitreden. Nur wenige Tage davor gibt es allerdings noch viele Baustellen im Team.

Diese reichen vom Torhüter bis zum Sturm. Außerdem gilt es Kapitän Julian Baumgartlinger zu ersetzen, der wie Alessandro Schöpf für die Partie gesperrt ist. Teamchef Marcel Koller überlegt daher, seiner Mannschaft ein neues Spielsystem näherzubringen - doch die Zeit drängt. Eine Dreierabwehrkette und eine Umstellung auf zwei Stürmer sind eine Option.

Nur zwei Trainingseinheiten für taktischen Bereich

„Wir müssen auf uns schauen, was wir umsetzen können. Wir wollen es im Training einüben“, sagte Koller, der am Dienstag bei der Pressekonferenz auf das neue System angesprochen wurde. Es gebe allerdings nur zwei Trainingseinheiten, „in denen wir im taktischen Bereich arbeiten werden“, konkretisierte der Schweizer. Am Montag und Dienstag lag der Hauptfokus noch auf Regeneration.

ÖFB-Pressekonferenz aus Wien

Das österreichische Nationalteam steht vor dem wichtigen WM-Qualifikationsspiel gegen Moldawien. Ob mit einem oder zwei Stürmern ist ebenso noch offen wie die Tormann- und Kapitänsfrage.

Offen ist, ob und wer neben Marc Janko, bisher als ÖFB-Solospitze gesetzt, stürmen könnte. Eine Option ist Guido Burgstaller, der seit seinem Wintertransfer bei Schalke 04 überzeugt hat. Koller sieht den 27-Jährigen ob seiner Laufstärke besser in der Mitte aufgehoben als auf dem Flügel. „Das Zentrum ist für seine kämpferischen Qualitäten noch optimaler“, erklärte Koller. „Da kann er sich am besten bewegen überall auf dem Platz.“

Für Tormannfrage ist es „noch viel zu früh“

Auf einen Torhüter hat sich Koller auch noch nicht festgelegt. Stammkeeper Robert Almer fehlt nach seinem Kreuzbandriss noch mehrere Monate, Ersatzmann Ramazan Özcan hat seine Karriere im Nationalteam beendet. Für das Moldawien-Spiel stehen Heinz Lindner, Andreas Lukse und Daniel Bachmann zur Verfügung. Frankfurt-Reservist Lindner scheint die besten Karten zu haben.

Marcel Koller

GEPA/Christian Ort

Teamchef Koller muss seinen Einsergoalie erst finden

„Es ist noch viel zu früh, das zu sagen“, sagte Koller. Lukse, der im November im Test gegen die Slowakei (0:0) debütiert hatte, verpasste bei Altach zuletzt vier Spiele wegen Problemen mit dem Hüftbeuger. „Wir müssen schauen, wie seine aktuelle Verfassung ist.“ Eine Entscheidung falle in Absprache mit Tormanntrainer Klaus Lindenberger. Auch Debütant Bachmann, Ersatzkeeper von Stoke City, habe im Teamcamp „einen guten, aufgeweckten Eindruck“ gemacht.

Auch noch kein Ersatzkapitän bestimmt

Noch nicht festgelegt hat sich Koller auch auf einen Ersatzkapitän für Julian Baumgartlinger. „Wir haben noch Zeit, das müssen wir jetzt noch nicht bekanntgeben.“ Baumgartlinger fehlt gegen die Moldawier ebenso gesperrt wie Alessandro Schöpf (wegen einer Gelb-Roten Karte im Herbst in der U21-EM-Qualifikation). Dazu ist der Kapitän leicht angeschlagen, er ließ wie Zlatko Junuzovic das erste ÖFB-Training am Montag aus.

Koller sprach von „leichten Problemen“. Vielmehr freute er sich aber, seine Mannschaft erstmals nach 125 Tagen wieder versammelt zu wissen. „Ich freue mich jedes Mal, wenn wir am Fleisch arbeiten können, nicht nur an der Theorie und der Vorbereitung.“ Zu tun gibt es in den kommenden Tagen genug. Am Mittwoch stehen zwei Trainings auf dem Programm, am Donnerstagabend noch die Abschlusseinheit im Ernst-Happel-Stadion.

Koller erwartet Moldawien „offensiver und frecher“

Schon im September 2015 hatten sich die Österreicher dort gegen Moldawien schwergetan, sie siegten auf dem Weg zur EM nach Frankreich dank eines Abstaubertores von Junuzovic mit 1:0. „Es wird natürlich schwierig werden“, sagte Koller. Die Moldawier würden unter ihrem neuen Trainer Igor Dobrowolskij „offensiver und frecher spielen“ als noch vor eineinhalb Jahren.

„Sie suchen mehr fußballerische Lösungen und sind bei Standards gut. Da müssen wir mit unserer Qualität dagegenhalten“, meinte Koller. „Und auch mit Geduld. Man braucht die Ruhe, aber man braucht auch die Provokation. Man muss etwas tun nach vorne.“ Entscheidend sei die Bereitschaft. Koller: „Wichtig wird sein, dass wir die Leistung abrufen und alle 100 Prozent geben.“

Links: