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Rochade an der Spitze

Österreichs ehemaliger Formel-1-Star Gerhard Berger ist neuer Chef des ehemaligen Deutschen Tourenwagen-Masters - seit 2005 nur noch als DTM bezeichnet. Der 57-jährige Tiroler übernahm das Amt im März von Hans Werner Aufrecht, der über 30 Jahre an der Spitze der Rennserie war.

„Die DTM ist ein erstklassiges Produkt mit einem leistungsstarken, selbstbestimmten Reglement, mit starken Herstellern, Topsponsoren, wichtigen internationalen Partnerschaften und vielen Fans“, erklärte Berger. „Ich bin stolz auf das, was meine Kollegen und ich in den vergangenen drei Jahrzehnten erlebt und erreicht haben. Nun ist aber der Zeitpunkt gekommen, diese einzigartige Rennserie zu übergeben“, wurde Aufrecht zitiert.

Gerhard Berger

GEPA/Matic Klansek

Der frühere Formel-1-Pilot Berger versucht als Chef nun in der DTM sein Glück

Serie soll modernisiert werden

Berger soll die DTM modernisieren. Er solle mit dem Vorstand und dem Beirat der DTM die strategischen Weichen für die Zukunft der populärsten Tourenwagenrennserie der Welt erarbeiten, hieß es. In der Rennserie fahren mit Audi, BMW und Mercedes-AMG allerdings nur deutsche Automobilhersteller. Das will der frühere Ferrari-Star Berger ändern: „Wichtig sind mir vor allem der Ausbau unserer internationalen Partnerschaften auch mit neuen Herstellern, spektakuläre Rennfahrzeuge, die auch den Piloten Respekt einflößen, und ein Format, das Sport und Unterhaltung gleichermaßen bietet.“

Berger kennt die DTM aus eigener Erfahrung, er hat am 24. März 1985 im Schnitzer-BMW 635 CSi ein Rennen bestritten. Seit sein Neffe Lucas Auer ab 2015 in der DTM aktiv ist, hat sich der Österreicher vermehrt für die Rennserie interessiert. Vor allem bei Mercedes-AMG, für die Auer auch 2017 als Werksfahrer an den Start geht, war Berger ein gern gesehener Gast. Im Dezember 2016 bestätigte der frühere Motorsportdirektor bei BMW Williams erstmals Gespräche mit der DTM-Dachorganisation ITR. Von einer möglichen Zusammenarbeit sei man aber noch weit entfernt, ließ Berger damals verlauten.

Aufrecht nicht freiwillig gegangen

Ähnlich wie in der Formel 1 Bernie Ecclestone ist auch Aufrecht in der DTM nicht ganz freiwillig gegangen. Die Ablösung des 78-Jährigen war schon im September 2015 am Rande der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt von den Vorständen der drei Hersteller Audi, BMW und Mercedes-Benz auf Anraten ihrer Motorsportchefs beschlossen worden - Mitte März wurde Berger als Nachfolger verkündet.

Die bedeutendsten Änderungen am technischen Reglement wurden kürzlich vorgestellt und bauen vor allem auf mehr Leistung, weniger Abtrieb und weicheren Reifen auf, hieß es.

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