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Koller deutet Systemwechsel an

Österreichs Fußballnationalmannschaft benötigt in der WM-Quali-Gruppe D gegen Moldawien am Freitag (20.45 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) dringend drei Punkte, um nicht vollends den Anschluss an die Spitze zu verlieren. Im Fokus stehen dabei mit Zlatko Junuzovic und Rückkehrer Guido Burgstaller besonders zwei Spieler, die bei ihren Clubs zuletzt auf der Erfolgswelle geschwommen sind.

Während Junuzovic die vergangenen ÖFB-Partien im November in der WM-Quali gegen Irland (0:1) und zu Testzwecken gegen die Slowakei (0:0) wegen einer Schleimbeutelentzündung im Knie verpasst hatte, stand Burgstaller zuletzt vor einem Jahr im Aufgebot von Teamchef Marcel Koller. Mit einer Ausbeute von sechs Toren in zwölf Pflichtspielen für Schalke 04 seit seinem Wintertransfer schaffte der 27-Jährige aber wieder den Sprung in da ÖFB-Team.

Burgstaller will durchstarten

Mit breiter Brust ist Guido Burgstaller zur Nationalmannschaft gestoßen. Der Schalke-Stürmer will seinen Erfolgslauf nun auch im WM-Qualifikationsspiel gegen Moldawien fortsetzen.

„Vorne weggehen und Tore schießen“

„Ob ich spiele oder nicht, ich bin sehr glücklich, dass ich nach längerer Zeit wieder dabei bin“, betonte Burgstaller am Dienstag in einer ÖFB-Pressekonferenz. „Auch wenn ich nicht spiele oder reinkomme, werde ich alles geben.“ Neun Länderspiele hat der Kärntner bisher absolviert, bei drei davon hat er von Beginn an gespielt. Torerfolg hat er im Teamdress bisher aber noch keinen bejubeln können. „Es ist gleich wie bei Schalke. Ich versuche, vorne wegzugehen und Tore zu schießen“, umriss Burgstaller seine Ziele.

Guido Burgstaller (Schalke)

APA/AP/Martin Meissner

Burgstaller will seinen Erfolgslauf bei Schalke auch beim Team fortsetzen

Teamchef Koller sieht den Schalke-Torgaranten ob seiner Laufstärke im Sturmzentrum am besten aufgehoben. In der Vergangenheit ist er im Team zumeist auf einer der Außenbahnen zum Einsatz gekommen. „Er ist einer, der unglaublich viel arbeitet, der beidfüßig ist. Er hat die Ruhe vor dem Tor gefunden und kommt jetzt mit Selbstvertrauen“, sagte der 56-jährige Schweizer, der damit auch einen Wechsel vom gewohnten 4-2-3-1 hin zu einem 3-5-2-System andeutete.

Systemwechsel passt zu Junuzovic

Ein Sinneswandel, der auch Junuzovic entgegenkommen könnte. Immerhin führte der 29-Jährige Werder Bremen mit diesem System als Regisseur erfolgreich aus dem Tabellenkeller. 13 Punkte holten die Hanseaten aus den vergangenen fünf Ligaspielen. „Es ist nur positiv, es hat uns viele Punkte eingebracht“, sagte Junuzovic über das „sehr variabel“ ausgerichtete System, das bei Werder gegen den Ball häufiger einer defensiven Fünferkette entspricht. Dem Spielmacher gefällt die Rolle als „Achter“, also als offensiv orientierter Mittelfeldspieler, die er darin einnimmt. „Ich habe gute Erfahrungen mit der Position. Ich habe darin viele Freiheiten nach vorne, das hat mir gutgetan.“

Zlatko Junuzovic (Bremen)

GEPA/Tim Groothuis

Junuzovic kommt mit dem 3-5-2-System bei Werder Bremen blendend zurecht

Koller weiß jedenfalls um die Qualitäten seines Spielmachers. „Zlatko war schon immer in Bremen Leistungsträger“, erinnerte der Schweizer. „Mit der Binde ist das jetzt nach außen noch mehr manifestiert. Er ist einer, der beim Club auch vorne weggeht.“ Eine Rolle, die sich der Schweizer nun auch wieder im Team beim so wichtigen Jahresauftakt von ihm erwartet. Immerhin war es ausgerechnet Junuzovic, der das ÖFB-Team vor eineinhalb Jahren in der EM-Qualifikation mit seinem Tor zum 1:0 gegen die Moldawier erlöste.

Aufwärtstrend bei Junuzovic

Nach einem Leistungstief ist Werder-Bremen-Legionär Zlatko Junuzovic beim 3:0-Sieg gegen Leipzig sogar zum „Man of the Match“ gekürt worden. Das gewonnene Selbstvertrauen will Junuzovic jetzt ins ÖFB-Team mitnehmen.

Vor dem neuerlichen Duell mit den Moldawiern am Freitag in der WM-Qualifikation warnte ÖFB-Spielmacher Junuzovic: „Das wird kein Selbstläufer.“ Wichtig sei es jedenfalls, wieder die „spielerische Lockerheit“ zu finden. „Wir wissen, welche Qualitäten wir haben“, unterstrich der 29-Jährige. Die Schwächen der Moldawier gelte es auszunutzen. Woche für Woche würden vermeintlich kleinere Teams den „Großen“ Schwierigkeiten bereiten. „Jeder hat mittlerweile die körperlichen Fähigkeiten, über 90 Minuten zu marschieren. Wir müssen gewappnet sein.“

Burgstaller will Torriecher beweisen

Einer, der diese Anforderung vollauf erfüllt, ist Burgstaller, der die benötigte Abgebrühtheit vor dem Tor mitbringt. „Wenn man schon öfter da war, weiß man besser, wie man solche Situationen lösen kann“, sagte der 27-Jährige. Den Scherz des Teamchefs, der bei der Kaderbekanntgabe vergangene Woche vorgeschlagen hatte, ihm ein blaues Dress überzuziehen, damit sich dieser wie auf Schalke fühle, konterte Burgstaller so: „Ich habe schon in Nürnberg in Rot gespielt. Da hat es auch gut geklappt, Tore zu schießen.“

33 Treffer waren es in 63 Ligaspielen für den deutschen Zweitligisten, bei dem der Ex-Rapidler im Jänner 2015 nach einem glücklosen Halbjahr bei Cardiff City angeheuert hatte. Im Herbst 2016 war die Quote mit 14 Toren in 16 Ligapartien enorm. Burgstaller behielt seine Form nach seinem 1,5-Millionen-Euro-Transfer zu Schalke. Nun soll ihm auch im ÖFB-Team der Durchbruch gelingen.

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