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„Vollgas“ ist Devise gegen den Underdog

Das fünfte Match in der WM-Qualigruppe D ist für Österreich das Spiel der letzten Chance. Nach dem Auftaktsieg in Georgien, dem Remis gegen Wales in Wien, der Niederlage in Serbien und der Heimpleite gegen Irland muss das ÖFB-Team unter Marcel Koller am Freitag (20.45 Uhr, live in ORF eins) gegen Moldawien gewinnen. Alles andere würde die Chance auf die Teilnahme an der WM 2018 in Russland auf ein Minimum schrumpfen lassen.

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20.000 Karten waren bis Freitag verkauft. Eine doch enttäuschende Zahl, zumal die Unterstützung des „zwölften Mannes“ gerade jetzt dringend nötig wäre. Für Spannung wird im Ernst-Happel-Stadion in Wien allemal gesorgt sein - zum ersten Mal schon eine Stunde vor dem Spiel, wenn die Startformation von Teamchef Koller bekanntgegeben wird und mit einer gewissen Neusortierung gerechnet werden darf. Für den Schweizer geht es natürlich auch um einiges, nicht zuletzt um seine persönliche Zukunft beim ÖFB.

Drei Punkte, nicht mehr und nicht weniger

„Wir spielen zu Hause und brauchen den Sieg. Wir wollen dementsprechend Vollgas geben“, sagte Koller. Sein Vertrag läuft bis zum Ende der Quali und würde sich im Falle der WM-Teilnahme automatisch bis nach dem Turnier verlängern. „Ich konzentriere mich auf das Spiel und denke nicht, was sein könnte, wenn wir das Spiel verlieren“, sagte der Schweizer, der diesbezügliche Gedanken beiseiteschiebt. „Dafür bin ich auch schon zu lange im Geschäft. Der ganze Fokus liegt auf dem Spiel. Alles andere muss warten.“

Mögliche Aufstellung von Österreich

ORF.at

Mögliche Aufstellung Österreich

Drei Punkte, nicht mehr und nicht weniger, stünden auf dem Spiel, betonte Koller bei der traditionellen ÖFB-Pressekonferenz am Tag vor dem Match. „Als Trainer kannst du nur diese Gedanken haben, der Mannschaft zu helfen - zu fördern, zu tadeln, um an dem Tag die drei Punkte zu holen, und nichts anderes.“ Auch seine Fähigkeiten als Motivator werden vor und während der Partie gefragt sein. „Wenn es einmal nicht so gut läuft, muss man den Spielern vermitteln, dass wir das packen“, so Koller.

Diesmal soll die Dreierkette klappen

„Natürlich wäre es angenehmer, wenn das Stadion voll ist“, meinte der Teamchef zur eher bescheidenen Nachfrage nach Tickets für dieses vorentscheidende Spiel. „Das können wir aber nicht unmittelbar ändern. Wir wollen Unseres dazu beitragen, dass das Stadion wieder voll wird.“ Was die Neusortierung betrifft, könnte Koller zunächst einmal in der Defensive auf eine Dreierkette umstellen, was er zum EM-Gruppenabschluss bereits probiert hatte und was damals gegen Island kräftig danebengegangen war.

„In der Vorwärtsbewegung hat man so mehr Spieler“, erklärte Koller einen positiven Aspekt einer 3-5-2-Formation. „Ein neues System muss man aber immer wieder einmal üben“, ergänzte er. Diese Woche hatte er dafür zumindest zwei taktische Trainingseinheiten zur Verfügung. Marc Janko (28 Tore in 61 Länderspielen) könnte an der Seite von Teamrückkehrer Guido Burgstaller (sechs Tore in 14 Pflichtspielen für Schalke 04, aber bisher noch kein Länderspieltor) stürmen.

Nummer eins ohne Spielpraxis

Im Tor sieht es danach aus, dass Heinz Lindner spielt, obwohl er in den letzten eineinhalb Jahren bei Eintracht Frankfurt nur dreimal zum Einsatz kam. Aufgrund der Langzeitverletzung von Robert Almer und des Teamrücktritts von Ramazan Özcan bleibt Koller aber ohnehin nichts anderes übrig, zumal Altach-Keeper Andreas Lukse nach überwundenen Muskelproblemen im Hüftbeuger nun in den vergangenen Tagen noch an einer Magenverstimmung litt.

Mögliche Aufstellung von Moldawien

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Mögliche Aufstellung Moldawien

Im Nationalteam kam der 26-jährige Lindner zuletzt im EM-Test Ende Mai 2016 gegen Malta (2:1) zum Einsatz. „Wir haben absolut das Vertrauen in ihn“, so Koller. „Man muss nicht immer spielen, damit man Selbstvertrauen hat.“ Wenn es gut läuft, muss Lindner gegen den Underdog vielleicht gar nicht oft eingreifen. Und um das zu erreichen, will Koller „fußballerische Qualität“ sehen. Julian Baumgartlinger und Alessandro Schöpf fehlen gesperrt, Sabitzer am Flügel und Stefan Ilsanker als zweiter Sechser sollen das kompensieren. „Es ist wichtig, gute Fußballer zu haben, die schnell sind“, so Koller.

Gegen die Nummer 162 der FIFA-Weltrangliste stellt man sich jedenfalls auf ein Geduldspiel ein. „Wir können nicht davon ausgehen, dass wir frühzeitig in Führung gehen“, sagte Koller. „Wir sind aber nicht das erste Mal in so einer Situation.“ Ruhe statt Hektik, das Vertrauen in die eigene Stärke sind also mehr denn je gefragt. Das sollte man von Legionären aus der deutschen Bundesliga und der englischen Premier League erwarten dürfen.

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