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Sabitzer und Harnik sichern Pflichtsieg

Österreich ist weiter im Rennen um ein Ticket für die WM 2018 in Russland. Im Heimspiel gegen Moldawien kam die Auswahl von Teamchef Marcel Koller am Freitag zu einem hart erarbeiteten, hochverdienten 2:0-Heimsieg. Marcel Sabitzer erzielte in der 75. Minute einer einseitigen Partie den erlösenden ersten Treffer, indem er eine Flanke des starken Marko Arnautovic mit der Schulter ins Tor der unterlegenen Gäste verlängerte. Der eingewechselte Martin Harnik erhöhte im Finish auf 2:0 (90.).

In der WM-Qualifikationsgruppe D wahrten die Österreicher damit ihre Chancen auf die Top Zwei. Nach fünf Spielen liegt man mit sieben Punkten auf Platz vier gleichauf mit den drittplatzierten Walisern. Auf das Spitzenduo Serbien und Irland fehlen zur Halbzeit aber nur vier Zähler. Am 11. Juni geht es in Dublin gegen die Iren.

Österreich schlägt Moldawien 2:0

Dem ÖFB-Team gelingt ein wichtiger 2:0-Erfolg über Moldawien, es wahrt damit die Chance auf die WM-Qualifikation.

Österreich „neu“ sehr offensiv

Das neue Länderspieljahr begann wie erwartet mit einer neu sortierten und sehr offensiven ÖFB-Elf. Vor der Abwehrdreierkette mit Aleksandar Dragovic, Sebastian Prödl und Martin Hinteregger schickte Koller mit Stefan Ilsanker als „Sechser“ einen vierten Defensiven ins Spiel der letzten Chance. Sechs Offensive sollten gegen den Tabellenletzten sofort für den nötigen Druck sorgen. An vorderster Front agierte Guido Burgstaller, flankiert wurde der Schalke-Torjäger von Marko Arnautovic und Marcel Sabitzer.

Jubel bei Österreich

ORF.at/Lukas Krummholz

Die Geduld der Österreicher wurde in der zweiten Halbzeit belohnt

Marc Janko, der unter Koller als Spitze immer gesetzt gewesen war, musste auf der Ersatzbank Platz nehmen. David Alaba, der den gesperrten Julian Baumgartlinger als Kapitän vertrat, besetzte im Mittelfeld die linke Seite. Valentino Lazaro in seinem sechsten A-Ländermatch tat dies rechts, dazwischen kurbelte „Freigeist“ Zlatko Junuzovic das Spiel an. Die Ränge des Praterovals waren leer wie lange nicht. 21.000 Zuschauer sorgten dennoch für gute Stimmung - auch weil die Österreicher von Beginn an Gas gaben.

Alaba und Arnautovic legen furios los

Die geballte individuelle Klasse von Alaba und Arnautovic bescherte den Fans zehn furiose Anfangsminuten. Gemeinsam spielten der Bayern-Star und der Stoke-Legionär die Moldawier auf der linken Seite mehrmals schwindlig. Alaba (6.) ließ einen „Hammer“ an die Latte krachen, Arnautovic (7.) scheiterte mit einem ebenso scharfen und platzierten Schuss an Keeper Stanislav Namasco - jeweils nach schönem und schnellem Konbinationsspiel. Als Sabitzer (10.) nach Vorarbeit von Alaba aus vollem Lauf knapp über das Tor schoss, lag der Führungstreffer längst in der Luft.

Alaba trifft die Querlatte (6.)

David Alaba verschafft sich mit einem kurzen Haken Platz und knallt den Ball an die Querlatte.

Auch Teamrückkehrer Burgstaller (11.) fand nach Pass von Junuzovic schnell seinen ersten Abschluss. Heinz Lindner, der nach der Verletzung von Robert Almer und dem Rücktritt von Ramazan Özcan zur Nummer eins im Tor aufgestiegen war, hatte nichts zu tun. Das Problem der klar favorisierten Gastgeber war allerdings, dass außer über links nicht genug nach vorne kam. In der Mitte war man zu statisch, rechts lief die Partie an Lazaro noch vorbei. So dauerte es bis zur 33. Minute, ehe Arnautovic am Fünfer in einen von halbrechts flach gespielten Alaba-Freistoß lief und erneut am gut reagierenden Namasco scheiterte. An den beiden hing weiterhin alles.

Banges Warten auf das Führungstor

Burgstaller (38.) kam seinem ersten Treffer im Nationalteam relativ nahe, als sein Schuss aus zentraler Position von zwei Verteidigern vor der Torlinie abgeblockt wurde. Ansonsten wartete das ganze Stadion gebannt auf das 1:0, das einfach nicht fallen wollte. Auch nicht, als Junuzovic (43.) nach Vorlage von Arnautovic knapp an der linken Stange vorbeizielte. Und als der erste kollektive Jubel durch das Stadion brandete, erstarb dieser gleich wieder, weil Referee Istvan Vad aus Ungarn das vermeintliche Führungstor von Hinteregger (43.) zu Recht wegen Abseits aberkannte.

Tor von Hinteregger aberkannt (43.)

Ein Tor von Martin Hinteregger wird aberkannt, weil Arnautovic im Abseits steht.

Arnautovic war unmittelbar vor dem moldawischen Keeper im Abseits gestanden und hatte Namasco bei Hintereggers Schuss daher klar behindert. Was für den starken Arnautovic in der ersten Hälfte außerdem bitter war: Er sah nach einem unnötigen Einsteigen am gegnerischen Sechzehner die Gelbe Karte und ist damit im Juni in Dublin gesperrt. Zunächst standen aber noch weitere 45 intensive Minuten gegen Moldawien an. Und sofort nach Seitenwechsel übernahm das Heimteam nahtlos wieder das Kommando. Man schnürte den Gegner an dessen Strafraum ein, fand aber noch keinen Weg durch die moldawischen Abwehrreihen.

Verbissenes Anrennen - auch Janko kommt

Irgendwie musste der Ball doch irgendwann ins Tor, dachten sich Spieler, Zuschauer und der in der Coachingzone rastlos „umhertigernde“ Koller. Was man den Österreichern vorwerfen konnte: Nach den äußerst seltenen moldawischen Entlastungsnangriffen war das Umschaltspiel nach vorne zu langsam, um die dann größeren Räume nutzen zu können. Im „Powerplay“-artigen Positionsangriff spielte man unzählige Pässe, kam aber nur zu wenigen konkreten Möglichkeiten. Ilsanker (63.) nahm sich einmal aus 35 Metern ein Herz, sein Schuss wurde aber zur Ecke abgefälscht. Die Zeit war reif für „Brecher“ Janko.

Zunehmend fahrig und unkoordiniert war der Spielaufbau bereits geworden, als der Basel-Stürmer schließlich in der 69. Minute für den enttäuschenden Lazaro eingewechselt wurde. Ob das nun die ursprünglich erwartete Doppelspitze Burgstaller/Janko war, hatte keine Bedeutung mehr. Denn im Finish griffen die Österreicher nun mehr oder weniger mit elf Mann an. Um jeden Preis wollte man die Entscheidung erzwingen - und in der 75. Minute wurden Alaba und Co. schließlich für ihre harte Arbeit belohnt.

Erlösung durch Sabitzers Schulter

Alaba spielte einen Freistoß halblinks kurz auf Arnautovic ab. Der flankte zur Mitte, und Sabitzer gab dem Ball mit der rechten Schulter die letzte leichte Berührung, ehe er endlich im Netz zappelte. Der Leipzig-Legionär bejubelte mit seinen erleichterten Kollegen sein fünftes Teamtor. Nun galt es, die drei Punkte auch noch über die Zeit zu bringen. In der 80. Minute hielten alle im Stadion die Luft an, als der Moldawier Igor Bugajew plötzlich alleine vor dem Tor zum Abschluss kam, die rechte Ecke aber zum Glück knapp verfehlte.

Sabitzer verlängert zum 1:0 (75.)

Marcel Sabitzer bringt Österreich mit 1:0 in Führung. Marko Arnautovic serviert ihm den Ball auf die Schulter.

Dann kam noch Harnik für Burgstaller, der viel gerackert hatte und zu Recht mit Applaus verabschiedet wurde. Der Hannover-Legionär sollte in der Schlussminute auch in den Mittelpunkt rücken, indem er die Österreicher vor einem weiteren Zittern in der Nachspielzeit bewahrte. Nach einem Konter über Junuzovic, dessen Schuss von Keeper Namasco abgewehrt wurde, traf Harnik im Nachschuss zum 2:0, das die Partie de facto beendete. Nach dem Schlusspfiff doppelte Freude: Zum einen über den Heimsieg, und dann auch noch über das Resultat aus Dublin - das 0:0 zwischen den Iren und Wales war auch kein Fehler.

WM-Qualifikation, Gruppe D

Freitag:

Österreich - Moldawien 2:0 (0:0)

Wien, Ernst-Happel-Stadion, 21.000 Zuschauer, SR Vad (HUN)

Torfolge:
1:0 Sabitzer (75.)
2:0 Harnik (90.)

Österreich: Lindner - Dragovic, Prödl, Hinteregger - Lazaro (69./Janko), Junuzovic, Ilsanker, Alaba - Sabitzer, Burgstaller (83./Harnik), Arnautovic (93./Suttner)

Moldawien: Namasco - Golovatenco (80./Racu), Posmac, Epureanu, Bolohan (90./Mihaliov) - Dedov, Cebotaru, Ginsari, Gatcan, Antoniuc (62./Ionita) – Bugaev

Gelbe Karten: Arnautovic, Ilsanker (beide im nächsten WM-Quali-Spiel gesperrt) bzw. Ginsari, Golovatenco, Gatcan

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