Keine Generalprobe für Irland
Bevor die ÖFB-Spieler wieder getrennter Wege gehen, steht am Dienstag in Innsbruck noch ein Testspiel gegen Finnland (20.45 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) auf dem Programm. Gegen die Nummer 99 der FIFA-Weltrangliste könnte der Fokus auf der Weiterentwicklung und Festigung der 3-4-3-Formation liegen, die beim 2:0-Erfolg in der WM-Qualifikation gegen Moldawien erstmals zum Einsatz gekommen war.
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Geht es nach dem Trio Marc Janko, Martin Harnik und Sebastian Prödl spielt das Duell am 11. Juni in Dublin gegen Irland ohnehin in den Köpfen der Spielern noch keine Rolle. „Die nächste Aufgabe ist Finnland, darauf sollten wir uns einstellen“, sagte Janko, der auf die unterschiedliche Spielweise der beiden Teams verwies. Deshalb könne man das Spiel gegen Finnland auch nicht als Generalprobe für Irland, das in Gruppe D vier Punkte vor dem ÖFB-Team liegt, sehen.
„Ein Testspiel ist da, um zu testen“
Auch Harnik würde sich wünschen, dass Teamchef Marcel Koller gegen Finnland einen weiteren Probegalopp für das neue System in Betracht zieht. „Es dient uns mehr als Test als als Simulation von Irland. Vielleicht werden wir bei der Dreierkette versuchen, das nochmal zu festigen“, hielt der Flügelspieler fest, zumal ja das neue System langfristig als Alternative zum 4-2-3-1 aufgebaut werden soll. Gegen Moldawien habe das schon gut funktioniert, erklärte Prödl.

GEPA/Christian Ort
Ein System mit nur drei Verteidigern benötigt Organisation und Kommunikation
Versteifen sollte man sich aber nicht darauf. „Gegen größere Gegner könnten wir Probleme haben“, führte Prödl an. Auch Janko konnte nicht voraussagen, wie das System „unter verschärften Bedingungen funktioniert“. Entsprechend ist der Verbesserungsbedarf. „Das erlernt man nicht in drei Tagen“, betonte Prödl. Gegen Finnland bietet sich aber die Chance zu einem weiteren Versuch. „Ein Testspiel ist da, um zu testen“, sagte Prödl, der vermutet, dass die Dreierkette zumindest 45 oder 60 Minuten zum Einsatz kommt.
Die Gegner sollen nachdenken
Der neuen Variante im Repertoire konnten die Spieler aber sehr viel abgewinnen. Die 3-4-3-Formation macht das Team flexibler, nicht mehr so ausrechenbar und bringt die Gegner zum Nachdenken. „Wir haben gewusst, dass diese Qualifikation enger wird. Aber wir haben es drauf, das weiß auch Fußballeuropa. Die Gegner haben mehr Respekt vor uns und stehen daher tiefer“, erklärte Prödl, der aber zugab, dass das Team das Jahr 2016 ein „bisschen verpennt hat“.
Österreich testet gegen Finnland
In elf Wochen geht für das ÖFB-Nationalteam in Irland der Ernst der WM-Qualifikation weiter. Das Spiel gegen Finnland am Dienstag ist daher ein sehr früher, aber nicht unwesentlicher Test.
Umso wichtiger war es, für die Mannschaft neue Reize und für die Konkurrenz Denkaufgaben bezüglich der Taktik zu setzen. „In der Viererkette gibt es natürlich mehr Automatismen. Für die Dreierkette brauchen wir noch mehr Zeit, aber das Spielermaterial ist dafür vorhanden“, so Prödl, der genügend Qualität im Team sieht. Vor allem die Außenpositionen im Mittelfeld sind dabei gefordert. „Das ist dann eine sehr komplexe Position. Da braucht man schnelle und lauffreudige Spieler. Die Seite muss richtig gut zu sein.“
3-4-3 heizt Konkurrenzkampf an
Zusätzlich belebt die neue Formation den Konkurrenzkampf im Team. Ein Nutznießer war Prödl, der auch bei seinem Club Watford die zentrale Position in der Dreierkette bekleidet, wenn diese gespielt wird. „Die Systemumstellung hat mich wieder an Land gespült. Wir werden sie nicht immer spielen, aber sie gibt mir die Motivation, dass ich einen Platz im Team finde“, sagte der 29-Jährige, der als Innenverteidiger zumeist das Nachsehen gegenüber Aleksandar Dragovic und Martin Hinteregger hatte.
Für Harnik und Janko hatte sie indes gegensätzliche Auswirkungen. Gegen Moldawien setzte Teamchef Koller auf Guido Burgstaller im Sturmzentrum und Marcel Sabitzer auf dem rechten Flügel. „Die Bank ist kein Riesenthema für mich. Guido ist gut drauf. Auch ich habe nicht unbedingt einen schlechten Lauf. Der Trainer hatte die Qual der Wahl“, sagte Janko, der vor dem Lehrgang wegen einer Oberschenkelzerrung hatte pausieren müssen. „Vielleicht hat der Spielrhythmus mitgespielt“, vermutete der 33-Jährige.
Ebenso wie Janko möchte auch Harnik gegen Finnland wieder zurück in die Startelf. „Wenn ich den Anspruch nicht hätte, würde ich nicht hier sein. Reservist zu sein, erzeugt bei mir eine positive Wut und spornt mich an. Wir haben ein gemeinsames Ziel, dazu möchte ich so viel wie möglich beitragen“, sagte der Hannover-Legionär. Mit dem neuen System und seiner möglichen „Joker“-Rolle hat er kein Problem: „Es wäre traurig, wenn es im Nationalteam keinen Konkurrenzkampf gebe. Es ist gut, dass der Trainer wählen kann“
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