Kein Augenschmaus in Innsbruck
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Heinz Lindner: Befriedigend
Gleich zu Beginn hatte der ÖFB-Goalie Glück, dass Teemu Pukki das Tor nicht traf. Ansonsten wurde Lindner wenig gefordert, war aber auch nicht untätig. Er war aufmerksam und als Anspielstation stets parat. Allerdings landete ein missglückter Abschlag auch einmal direkt beim Gegner. Der Schuss beim Ausgleichstreffer war nicht unbedingt eine Granate, der Ball sprang dem abtauchenden Lindner aber unglücklich über den Handschuh.
Aleksandar Dragovic: Befriedigend
Der Leverkusen-Legionär war bei direkten Pässen auf seinen Gegenspieler aufmerksam. Probleme bereiteten ihm aber vor der Pause die hohen Bälle in den Rücken der Abwehr. Nach der Pause ließ er sich kaum etwas zuschulden kommen. Es wurde aber ersichtlich, dass die Dreierkette mehr als nur einen Feinschliff benötigt.
Sebastian Prödl: Befriedigend
Prödl war in der Zentrale der Dreierkette für die Organisation zuständig. Die Zuordnung klappte aber nicht immer. In ein paar Situationen war die ÖFB-Abwehr zu einfach auszuhebeln. Bei der Spieleröffnung zeigte der Watford-Legionär einige scharfe und präzise Pässe. Beim 1:0 leistete Prödl per Kopf die Vorarbeit, beim Gegentreffer attackierte er dann aber zu nachlässig. Die Leistung der Dreierkette nur auf die Abwehrspieler zu reduzieren, wäre unzulässig. Es fehlt die Abstimmung als Gesamtes.
Martin Hinteregger: Gut
Hinteregger zeigte, dass er auch ohne David Alaba und Marko Arnautovic auf seiner Seite gute Aktionen zeigen kann. Ein Stanglpass, eine hohe Hereingabe und einige Distanzkracher waren die Ausbeute. Auch nach der Pause war der Augsburger sehr präsent und tat einiges für die Offensive. In der Defensive war er solide, kam allerdings nach der Pause bei einem Kopfballduell zu spät.
Valentino Lazaro: Befriedigend
Der Salzburger zeigte sich im Vergleich zum Moldawien-Spiel verbessert und bearbeitete die rechte Seite. Lazaro musste oft in der Defensive aushelfen, hatte aber die nötige Lauffreude, um für die Offensive etwas zu tun. Bei den dabei gezeigten Aktionen hatte er nicht immer das Glück auf seiner Seite. Bei einer Gelegenheit traf er den Ball nicht richtig, danach wurde ein Schuss geblockt. Nach der Pause fiel er allerdings wieder ein wenig zurück, weil nach der Arnautovic-Einwechslung wieder viel über links lief.
Zlatko Junuzovic: Befriedigend
Junuzovic spielte wie schon gegen Moldawien weiter hinten, tat sich aus der Etappe kommend aber neuerlich sehr schwer, Akzente zu setzen. Zumeist verlagerte er das Spiel mit Wechselpässen. Ging es einmal direkter, konnte er Harnik gut in Szene setzen. Nach Seitenwechsel war Junuzovic ein wenig aktiver, den Bremer hat man im ÖFB-Team aber auch schon wesentlich präsenter gesehen.
David Alaba: Befriedigend
In der WM-Qualifikation noch auf der linken Seite rückte Alaba wieder ins zentrale Mittelfeld. Mit Pässen in die Tiefe verzeichnete er Teilerfolge, ebenso bei einem gut angetragenen Freistoß. Alaba war viel unterwegs und tauchte überall auf dem Platz auf. Die etwas härtere Gangart der Finnen taugte ihm allerdings überhaupt nicht. Zur Pause durfte er in der Kabine bleiben.
Alessandro Schöpf: Genügend
Die Vorfreude des Tirolers auf sein „Heimspiel“ war groß, der spielerische Output war jedoch bis zu seiner Auswechslung in der 72. Minuten mehr als überschaubar. Während Schöpf bei Schalke über rechts spielt, kam er gegen die Finnen links zum Einsatz und fühlte sich sichtlich nicht wohl. Die beste Szene hatte Schöpf, als er nach einem Stanglpass zum Abschluss kam, dabei den Ball aber nicht richtig traf.
Markus Suttner: Genügend
Auf dem linken Flügel war Suttner eigentlich kaum ins Spiel eingebunden. Die Kombinationen mit Schöpf hielten sich schwer in Grenzen. Überzeugen konnte der Ingolstadt-Legionär mit insgesamt drei Flanken, die präzise und brauchbar in den Strafraum kamen. Um Arnautovic in Irland auf der linken Seite zu ersetzen, hätte es aber wesentlich mehr gebraucht.
Marcel Sabitzer: Genügend
Trotz seiner leichten Verkühlung stand Sabitzer in der Startelf. Auf dem Papier als zweite Spitze neben Harnik aufgeboten, ließ sich der Leipzig-Legionär mehr in die Tiefe fallen, agierte dort aber schaumgebremst. Immerhin war Sabitzer mit einem Lochpass auf Alaba Ausgangspunkt der besten ÖFB-Aktion in der ersten Hälfte. Drei Fouls der Finnen nahmen ihm etwas die Lust, zur Pause wurde er ausgewechselt.
Martin Harnik: Genügend
Zurück in der Startelf agierte Harnik im Sturmzentrum. Dort konnte er sich aber so gut wie überhaupt nicht in Szene setzen. Seine Schnelligkeit konnte er gegen die kompakte finnische Abwehr überhaupt nicht zur Geltung bringen. Am besten getroffen hat Harnik die Trinkflasche des finnischen Goalies, die er nach einer verpassten Flanke wegkickte.
Marc Janko: Befriedigend
Janko übernahm nach der Pause die Position von Harnik und die Kapitänsschleife von Alaba. Der Basel-Legionär wurde mehrmals gut angespielt und bekam auch die Gelegenheit, das Spiel zu Österreichs Gunsten zu entscheiden. Zuerst fiel ein Schuss zu zentral aus. In der 80. Minute ließ er dann die Topchance auf den Sieg aus, als er einen Kopfball aus kurzer Distanz über das Tor köpfelte - ein echter Sitzer.
Marko Arnautovic: Sehr gut
Arnautovic brachte mit seinen Aktionen Stimmung auf die Tribünen. Ein paar Sachen davon waren zwar für die Galerie, der Großteil sorgte allerdings für wesentlich mehr Schwung für die Offensive. Der Stoke-Legionär belebte das ÖFB-Team und sorgte nur 17 Minuten nach seiner Einwechslung für das 1:0. Unter dem Strich bleibt, dass das Nationalteam Arnautovic in Irland wohl schmerzlich vermissen wird.
Florian Grillitsch: Befriedigend
Der Bremer kam nach dem Seitenwechsel statt Alaba zu seinem Debüt in der Nationalelf. Grillitsch zeigte dabei mit seinen Bewegungen und Pässen eine gute Übersicht sowie ein Gefühl für die Position im zentralen Mittelfeld. Nach starken ersten Minuten fiel Grillitsch etwas zurück. Mit dieser Leistung sollte er zumindest auf dem Radar von Teamchef Marcel Koller bleiben.
Stefan Lainer: Befriedigend
Der zweite Teamdebütant an diesem Abend bildete nach der Pause auf der rechten Seite ein Gespann mit seinem Salzburger Kollegen Lazaro. Lainer beackerte die rechte Seite in gewohnter Manier und leistete die perfekte Vorarbeit zu Jankos Großchance.
Michael Gregoritsch: zu kurz eingesetzt
Stefan Ilsanker: zu kurz eingesetzt
Links:
Christian Wagner, ORF.at, aus Innsbruck