Triebfeder in der ÖFB-Offensive
Das 1:1 von Österreichs Nationalmannschaft im Testspiel am Dienstag gegen Finnland in Innsbruck hat zwei Erkenntnisse gebracht: Erstens braucht die Dreierkette in dieser Form mehr als nur Feinschliff. Zweitens muss sich Teamchef Marcel Koller etwas einfallen lassen, um Marko Arnautovic im WM-Qualifikationsspiel am 11. Juni in Irland adäquat zu ersetzen.
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Der 27-Jährige hatte gegen Moldawien die Gelbe Karte gesehen und ist damit für die Partie in Dublin gesperrt. Wie wichtig der Stoke-Legionär für das ÖFB-Team ist, wurde gegen Finnland offensichtlich. In der ersten Hälfte lag das Offensivspiel Österreichs nahezu brach. Mit der Einwechslung des Flügelspielers zur Pause änderte sich das grundlegend. Arnautovic erweckte mit seinem Elan das ÖFB-Spiel zum Leben und erzielte in der 62. Minute die Führung.
62. Minute: 1:0 für Österreich
Nach einer Junuzovic-Ecke setzt sich Arnautovic robust durch und erzielt das 1:0 aus der Drehung.
Mit der Tatsache, dass er beim wichtigen Spiel in Irland fehlt, hadert Arnautovic noch immer. „Für mich war das gegen Moldawien keine Gelbe Karte, aber so ist Fußball. Der Trainer wird schon wissen, was er machen muss, damit mein Ausfall kompensiert wird. Wir haben sehr gute Spieler in der Mannschaft, die haben alle ihre eigenen Qualitäten. Irgendeiner wird es schon richten“, sagte der Wiener.
„Marko kann den Unterschied machen“
Gegen Finnland probierte es Koller auf der linken Seite mit Markus Suttner und Alessandro Schöpf. Der eine ist gelernter Außenverteidiger, der andere fühlt sich wohler im Zentrum und spielt bei Schalke auch auf der rechten Seite. Suttner/Schöpf waren bemüht, einem Vergleich mit der Leistung von David Alaba und Arnautovic gegen Moldawien können sie aber nicht standhalten.

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Arnautovic versteht es, den Ball zu führen
Personell sind die Alternativen dünn gesät. „Wir wissen, dass Marko den Unterschied ausmachen kann. Er ist gefährlich, zieht Gegner auf sich und macht damit die Räume für andere Spieler auf. Es muss aber auch ohne ihn gehen. Da müssen wir uns etwas überlegen“, sagte Zlatko Junuzovic nach der Partie gegen die Finnen.
Wandlung vom Saulus zum Paulus
Die Wandlung seit seinem Teamdebüt am 2. Oktober 2008 beim 1:1 gegen die Färöer unter Karel Brückner vom Saulus zum Paulus ist beeindruckend. In mittlerweile 62 Länderspielen und 15 Toren entwickelte sich Arnautovic vom schlampigen Talent, das mit seiner aufreizend lässigen Spielweise so manchen Fan zur Weißglut trieb, zum echten Führungsspieler, der trotz seiner Sperre sogar anbietet, den Lehrgang für das Irland-Spiel mitzumachen.

GEPA/Walter Luger
Seit 2008 ist der nunmehrige Stoke-Legionär im ÖFB-Team dabei
„Es stimmt, ich habe dem Trainer vorgeschlagen, nach Irland mitzureisen. Ich bin ja schon einer der Älteren und denke, dass ich mit meiner Erfahrung dem Team helfen kann. Ich will dabei sein, aber das ist die Entscheidung des Trainers“, sagte der 27-Jährige.
Kompensation über das System
Koller selbst hatte an der Entwicklung maßgeblichen Anteil. Der Schweizer hielt trotz Kritik stets zu Arnautovic. „Es gibt halt nur einen Arnautovic in Österreich. Wir wissen, dass es schwierig ist, auf jemanden zu verzichten, der mit so viel Spielwitz und Power nach vorne reingeht. Aber wir haben auch David Alaba in der letzten Quali in Spielen ersetzen müssen. Da muss dann natürlich jeder andere Spieler noch ein Schäuferl drauflegen“, sagte der Teamchef.
Ein Ratschlag kam dabei vom finnischen Trainer Markku Kanerva, der sagte, dass Arnautovic seinem Team nach der Einwechslung einige Probleme bereitet habe. „Er hat den Unterschied ausgemacht. Ein Team muss aber so einen Ausfall kompensieren können. Es wird schwierig, aber Österreich muss über das System, versuchen, diesen Ausfall wettzumachen“, so Kanverva. Welches das sein wird? Darüber muss sich Koller Gedanken machen.
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Christian Wagner, ORF.at, aus Innsbruck