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Keine Australian-Open-Revanche

Roger Federer hat seine großartige Serie seit dem Comeback am Sonntag fortgesetzt. Der 35-jährige Schweizer holte nach Melbourne und Indian Wells in Miami seinen bereits dritten großen Titel in diesem Jahr. Wie bei den Australian Open setzte er sich im Finale des ATP-Masters-1000-Turniers gegen seinen langjährigen Rivalen Rafael Nadal durch, diesmal mit 6:3 6:4.

Federer gewann damit das vierte Duell mit Nadal in Serie, der 30-jährige Spanier liegt im Gesamtvergleich aber mit 23:14-Siegen noch vorne. Federer nutzte nach 1:34 Stunden gleich seinen ersten Matchball und setzte damit seine furiose Saison fort, nachdem er zuvor noch ein halbes Jahr wegen einer Knieverletzung pausiert hatte. Von 20 Partien im Jahr 2017 hat er 19 für sich entschieden.

Handschlag zwischen Rafael Nadal und Roger Federer

AP/Lynne Sladky

Rafael Nadal musste wie in Melbourne Roger Federer zum Titel gratulieren

Der 91. Turniersieg seiner Karriere, der dritte in Miami, brachte Federer 1,18 Millionen Dollar Preisgeld. Der ehemalige Weltranglistenerste kletterte damit am Montag in der ATP-Ranking vom sechsten auf den vierten Platz. Der 30-jährige Nadal schob sich in der Weltrangliste von der siebenten an die fünfte Position vor.

Federer derzeit weltbester Spieler

Nach dem knappen Erfolg über den Australier Nick Kyrgios im Halbfinale gab es im Endspiel schon bald Klarheit über den Sieger. Federer untermauerte einmal mehr, dass er aktuell wohl der weltbeste Spieler ist. Mit Breaks zum 5:3 im ersten sowie 5:4 im zweiten Satz behielt der Eidgenosse im Gigantenduell mit seinem Dauerrivalen schon zum dritten Mal in diesem Jahr die Oberhand.

Immer wenn Federer so in ein Jahr gestartet ist, war er am Jahresende die Nummer eins der Welt. Wenn sein Körper die Strapazen durchhält, ist ihm das auch erneut zuzutrauen.

Nadal läuft Miami-Titel weiter nach

An jenem Ort, wo eine der größten Tennisrivalitäten im Jahr 2004 begonnen hatte, drehte Federer das Rad der Zeit neuerlich zurück. Vor 13 Jahren hatte der damals 17-jährige Nadal in der dritten Runde einen 6:3 6:3-Erfolg über den 22-jährigen Federer gefeiert und ein Jahr später im Finale nach 2:0-Satzführung noch in fünf Sätzen verloren. Seither läuft Nadal dem Titelgewinn in Miami hinterher.

„Gratuliere auch dir, Rafa. Ich freue mich, dass wir beide hier sind. Hier, wo wir 2004 erstmals gegeneinander gespielt haben“, sagte Federer in Richtung Nadal. „Wir hatten einige epische Matches, die ich nicht immer genossen habe“, sagte er schmunzelnd. „Ich habe dir schon 2005 gesagt, dass du hier sicher noch einmal gewinnen wirst. Und ich glaube es immer noch, dass du dieses Turnier gewinnen kannst. Du bist einfach zu gut, um es nicht zu schaffen.“ Federer selbst freute sich freilich auch über seine eigene Performance. „Was für ein Start in dieses Jahr, ich kann es nicht glauben. Es waren fabelhafte Wochen für mich.“

Nadal, der im Dreijahresrhythmus nach 2005, 2008, 2011 und 2014 auch 2017 im Miami-Finale stand, musste sich erneut mit Rang zwei zufriedengeben. „Alle drei Jahre bin ich hier in dieser Position, aber ich gewinne immer nur den kleineren Pokal. Ich werde es weiter versuchen. Hoffentlich muss ich nicht wieder drei Jahre warten, um in diese Position zu kommen“, meinte Nadal.

„Eines der besten Comebacks überhaupt“

Für Federer hatte Nadal bewundernde Worte. „Ich gratuliere dir, Roger. Was für ein toller Start in diese Saison. Das ist sicher eines der besten Comebacks überhaupt nach einer so langen Verletzungspause“, konstatierte der Mallorquiner. „Es waren zwei sehr gute Wochen für mich, auch wenn ich heuer schon das dritte Mal gegen dich verloren habe.“

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