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Einmal noch Nummer eins sein

Roger Federer darf auf ein erfolgreiches erstes Saisonviertel zurückblicken. Nach dem Triumph bei den Australian Open und dem Sieg in Indian Wells gewann der Schweizer Dauerbrenner am Sonntag auch das Finale beim Turnier in Miami. Jetzt gönnt der 35-Jährige sich und seinem Körper eine Pause. Denn Federer hat ein Ziel im Visier: die Rückkehr an die Weltranglistenspitze.

In Miami feierte Federer seinen bereits 91. Sieg bei einem ATP-Turnier. Mit 6:3 6:4 verwies der Schweizer seinen spanischen Rivalen Rafael Nadal, den er auch im Finale von Melbourne und zuletzt auf dem Weg zum Titel in Indian Wells besiegt hatte, in die Schranken. Mit 35 Jahren ist Federer der älteste Sieger in der 33-jährigen Geschichte des Turniers, das früher unter dem Namen des eigentlichen Austragungsortes Key Biscayne bekannt war.

„Ich brauche Ruhe“

Bereits nach der Pokalübergabe auf dem Centre-Court kündigte Federer an, nun für einige Wochen von der Bildfläche zu verschwinden. Erst am 28. Mai, wenn in Roland Garros von Paris um den zweiten Grand-Slam-Titel des Jahres gekämpft wird, will der Schweizer wieder einsteigen. „Ich brauche Ruhe und Zeit zur Vorbereitung. Ihr werdet mich wahrscheinlich bei den French Open wiedersehen“, sagte Federer.

Roger Federer

APA/AP/Lynne Sladky

Der Triumph in Miami war Federers dritter großer Titel in diesem Jahr

Der Körper verlange nun nach immer längeren Erholungsphasen, um Tennis auf hohem Niveau spielen zu können, so der 35-Jährige. „Ich bin keine 24 mehr“, sagte Federer nach seinem Finalsieg in Miami, „ich will gesund bleiben und Spaß haben. Wenn ich mich gut fühle, kann ich solches Tennis wie hier spielen. Wenn ich nicht gesund bin, dann werde ich nicht in solchen Finals gegen Rafa (Rafael Nadal, Anm.) sein.“

Wie vorsichtig man nach jahrelangem Spitzensport sein muss, erlebte der Gewinner von 18. Grand-Slam-Turnieren nämlich im Vorjahr. Damals musste Federer wegen einer Meniskusverletzung im Knie das letzte halbe Jahr pausieren. Heuer startete der 35-Jährige dafür so stark wie seit 2006 nicht mehr. Federer hat von 20 Spielen nur eines verloren. Gegen Top-Ten-Spieler hat der Schweizer eine Bilanz von 7:0. Der Sieg im Finale von Miami war sein elfter in Folge.

„Ein weiter Weg“ auf den Thron

Sein nächstes kurzfristiges Ziel sind nun die French Open, wo Federer bisher nur einmal (2009) den Titel holen konnte. Danach gilt die volle Konzentration der Rasen- und Hartplatzsaison. Denn einmal möchte es der 35-Jährige noch bis ganz an die Spitze schaffen. „Es wäre toll, wenn ich wieder Nummer eins werden würde, aber ich habe das Gefühl, dass es noch ein weiter Weg ist“, sagte Federer, der Andre Agassi als ältesten Weltranglistenersten ablösen könnte. Im Juni 2003 war der US-Amerikaner bei seiner Ablöse durch den Australier Lleyton Hewitt 33 Jahre und vier Monate alt.

Die aktuelle Weltrangliste spuckt den Schweizer bereits wieder als Nummer vier aus. Auf Spitzenreiter Andy Murray (GBR) fehlen Federer aber vorerst noch 6.655 Punkte. Bisher hat Federer in seiner Karriere 302 Wochen angeführt, so lange wie kein anderer Spieler. Zuletzt war der Schweizer im November 2012 die Nummer eins. Starten wird Federer seinen Angriff auf den Tennisthron allerdings erst im Herbst können, da er in der gesamten zweiten Jahreshälfte keine Punkte zu verteidigen hat.

Österreichs Nummer eins Dominic Thiem ist überzeugt davon, dass der Kampf um die Spitze der Weltrangliste nicht nur zwischen Murray und dem auf Nummer zwei liegenden Serben Novak Djokovic ausgefochten wird. „Ich trau es ihm nicht nur zu, ich bin mir auch fast sicher, dass er es bald sein wird“, sagte der Niederösterreicher in einem ORF-Interview, „auf die Turniere auf Sand wird er sich vielleicht nicht so fokussieren, aber spätestens nach Wimbledon und den US Open kann er Nummer eins sein.“

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