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Meisterfeier am 19. April

Der 7. April 2017 wird in den Annalen der Vienna Capitals einen besonderen Platz einnehmen. Mit dem vierten Sieg gegen KAC holten sich die Wiener den zweiten Meistertitel ihrer Geschichte. Und das in historischer Manier: Erstmals stürmte ein Team in der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) ohne Niederlage durch das Play-off. Für Trainer Serge Aubin war es der krönende Abschluss einer „tollen Reise“.

Das Daumendrücken von David Alaba, der einen Videogruß im gelben Capitals-Leiberl geschickt hatte, und auch Herbert Prohaska hatte sich am Ende ausgezahlt. Mit dem 3:2 in Klagenfurt entschieden die Wiener die „Best of seven“-Serie glatt mit 4:0 für sich und feierten ihren zweiten Meistertitel seit 2005. Der zwölfte Sieg im zwölften Play-off-Spiel beendete das zwölfjährige Warten der Wiener Fans auf eine neuerliche Meisterfeier. Die wird nun am 19. April über die Bühne gehen.

Capitals holen historischen Titel

Mit einem historischen Triumph haben sich die Vienna Capitals den Meistertitel gesichert. Noch nie zuvor ist ein Team im Play-off ungeschlagen geblieben. Das letzte Spiel der Finalserie gegen den KAC endete 3:2.

Begeisterter Empfang in Wien

Mit dem Erfolg am Freitagabend in Klagenfurt konnte die Meisterfeier nicht am gleichen Tag in Wien stattfinden. Auch wenn es sich für die Fans beim Public Viewing in der Albert-Schultz-Halle fast so angefühlt haben wird. Wiens Bürgermeister Michael Häupl und Sportstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (beide SPÖ) freuten sich mit dem Team und laden zum besagten Termin zum Empfang ins Wiener Rathaus.

Einen Vorgeschmack auf die Party gab es allerdings schon bei der Rückkehr des Teams in Wien. Rund 300 Fans bereiteten der Mannschaft einen begeisterten Empfang. „Es ist unglaublich. Die Stimmung in Klagenfurt war dank der vielen mitgereisten Caps-Fans schon sensationell. Dass hier, im Morgengrauen, noch so viele auf uns warten, um uns zu feiern, ist ebenfalls atemberaubend“, zeigte sich Headcoach Serge Aubin begeistert. Die Fans hatten es sich nicht nehmen lassen, auf ihre Helden zu warten.

In einem Spalier der Fans trug Captain Jonathan Ferland den 18 Kilogramm schweren Pokal in die Kabine. Die Spieler standen für Erinnerungsfotos und Selfies bereit. „Wir haben so lange darauf gewartet. Ganz gecheckt habe ich es noch nicht, dass wir den Titel endlich nach Wien geholt haben. Das kommt wahrscheinlich erst in den nächsten Tagen“, sagte Rafael Rotter.

Glücksfall Serge Aubin

Die Caps haben den Triumph wohl nicht zuletzt dem Mann an der Bande zu verdanken: Meistermacher Aubin war im vergangenen Juni als neuer Coach präsentiert worden. Und auch nur deshalb, weil die Hamburg Freezers in der Deutschen Liga (DEL) den Spielbetrieb einstellten. Ein Glücksfall und Goldgriff für die Wiener. „Ich bin sehr erleichtert. Es war eine tolle Reise seit dem ersten Tag. Wir haben eine neue Identität aufgebaut, und mit zwölf Siegen in Serie ist es einfach unglaublich“, sagte der Kanadier.

Trainer Serge Aubin

GEPA/Daniel Goetzhaber

Serge Aubin erfüllte gleich in seiner ersten Saison die Wiener Titelträume

Aubin war mitverantwortlich dafür, dass die Capitals eine davor noch nie dagewesene Serie im Play-off hinlegten. Einen „Triple Sweep“ - drei Serien zu null gewinnen - hatte in der EBEL-Geschichte noch keine Mannschaft geschafft. Im Viertelfinale wurde Innsbruck mit 4:0 in den Urlaub geschickt, im Semifinale war dem HC Bozen kein Sieg vergönnt. Und auch Rekordmeister KAC konnte den Siegeszug der Wiener nicht stoppen.

„Wir waren eine Familie“

Wie so oft bei Mannschaftssportarten lag einer der Gründe auch im besonderen Zusammenhalt bei den Hauptstädtern. Ein Umstand der in den vergangenen zwölf Jahren nicht immer gegeben war. „Wir waren eine Familie, die in die gleiche Richtung zog, und es konnte alles passieren. Es war toll, es auf diese Weise zu schaffen, das kann uns keiner mehr wegnehmen“, sagte Aubin, der sich nur als „Teil einer tollen Gruppe“ sah. Mit Riley Holzapfel stellten die Wiener auch den wertvollsten Spieler (MVP) des Jahres.

Die Siege im Play-off waren selten eine klare Angelegenheit. Im Viertelfinale gegen Innsbruck mussten die Capitals im zweiten Spiel bis in die zweite Verlängerung kämpfen. Im zweiten Finalspiel gegen den KAC in Klagenfurt lag man bereits mit 1:4 zurück, kämpfte sich aber zurück in die Partie und in der Overtime noch zum Sieg. „Wir haben alle hart zusammengearbeitet, und es hat sich bezahlt gemacht“, sagte Trainer Aubin.

Die Saison 2016/17 stand ganz klar im Zeichen der Capitals. Nur 15 Niederlagen in 66 Spielen, Platz eins nach dem Grunddurchgang und der Zwischenrunde und nicht weniger als 145.866 Zuschauer allein in Wien - die Saison war aus Capitals-Sicht wohl die beste der Geschichte. Ryan McKiernan, der am Freitag mit dem 3:2 das letzte Tor der Saison erzielt hatte, war begeistert: „Es ist unglaublich. Jeder hatte seinen Anteil, jeder hat sich voll eingesetzt.“ Assistant-Kapitän Rotter fügte hinzu: „Es war eine überragende Saison. Es fühlt sich überragend an!“

KAC-Coach vor Abgang

Respekt und Anerkennung kam auch vom unterlegenen Finalisten. „Über ein 4:0 brauchen wir gar nicht zu diskutieren. Wir haben nicht alle vier Spiele schlecht gespielt, aber in der entscheidenden Phase waren sie voll da“, sagte Manuel Ganahl. KAC-Vizepräsident Hellmuth Reichel war mit der Art und Weise, wie sich der KAC präsentierte, zufrieden. „Nur im Finale ist es nicht so gelaufen, wie wir es uns erhofft haben“, sagte er.

Den Klagenfurtern steht nach dem verlorenen Finale nun auch der mögliche Abgang von Coach Mike Pellegrims bevor. Der Belgier, erst seit vergangenen Sommer KAC-Trainer, hat ein Angebot von Düsseldorf. „Er hat mir gesagt, er hat noch nicht unterschrieben. Ich persönlich glaube, er wird gehen, wenn er die Chance bekommt“, machte sich Reichel keine falschen Hoffnungen. Diese Sorgen hat man in Wien nicht. Meistertrainer Aubin hatte im Vorjahr einen Zweijahresvertrag unterschrieben.

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