Assistenten übernehmen bis Sommer
Damir Canadi ist nicht mehr Trainer von Rapid Wien. Der 46-jährige Wiener wurde einen Tag nach der 0:3-Niederlage bei der SV Ried am Sonntag mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Bis Saisonende übernehmen Canadis bisherige Assistenten Goran Djuricin und Martin Bernhard interimistisch.
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Canadi hatte Rapid erst Anfang November 2016 als Nachfolger von Mike Büskens übernommen. Unter dem ehemaligen Altach-Trainer kamen die Hütteldorfer jedoch nicht auf Touren, sondern rutschten immer weiter ab. Nach der Niederlage in Ried liegt Rapid nur noch fünf Punkte vor dem Abstiegsplatz. Auch der Aufstieg ins Semifinale des ÖFB-Samsung-Cups am Mittwoch gegen St. Pölten konnte Canadi nicht mehr retten.
„Situation ist äußerst prekär“
„Die Situation ist nun äußerst prekär, in den letzten 14 Runden, also seit dem Amtsantritt, hat keine Mannschaft in der Liga weniger Spiele gewonnen als wir. Wir sind bedauerlicherweise endgültig im Abstiegskampf angekommen, dieser bitteren Tatsache müssen wir ins Auge sehen und handeln“, so Sportdirektor Fredy Bickel, der Canadi gleichzeitig für seinen Einsatz dankte.
Kurze Ära Canadis zu Ende
Die katastrophale Vorstellung bei der 0:3-Blamage bei Tabellenschlusslicht Ried ist Damir Canadi letztlich zum Verhängnis geworden. Die Verantwortlichen zogen die Notbremse und beurlaubten ihn.
Das Präsidium um den derzeit im Ausland weilenden Präsidenten Michael Krammer habe sich mit der Geschäftsführung auf diesen Schritt verständigt, so Bickel. Bis zum Ende der Saison wird laut dem Sportdirektor nun kein neuer Cheftrainer - es wäre der dritte bei Rapid in dieser Saison - verpflichtet werden. Canadis bisherige Assistenten Djuricin und Bernhard sollen bei den Hütteldorfern nun das Ruder herumreißen.
Negativrekord eingestellt
Canadis Pflichtspielbilanz bei Rapid steht bei drei Siegen, sechs Remis und acht Niederlagen in 17 Pflichtspielen. Negativer Höhepunkt war der jüngste Auftritt in Ried, wo sich die Wiener wie ein Absteiger präsentierten. Von einem Aufwärtstrend, wie er nach dem 3:1 am Mittwoch im Cupviertelfinale in St. Pölten vermutet worden war, war in Oberösterreich nichts zu sehen.

GEPA/Philipp Brem
Djuricin übernimmt bis Saisonende interimistisch das Traineramt
In der Liga ist Rapid seit neun Runden sieglos, womit der Negativrekord aus den Saisonen 1987/88 und 2012/13 eingestellt wurde. Derzeit halten die Grün-Weißen bei 31 Punkten - so wenige hatte man nach 28 Runden noch nie auf dem Konto. Außerdem war acht Partien vor Schluss der Vorsprung auf den letzten Platz mit derzeit fünf Zählern noch nie so gering wie jetzt. Die bisher schlechteste Endplatzierung in der Geschichte des 32-fachen Meisters war Rang acht in der Spielzeit 2001/02.
Altacher System greift nicht
Canadi übernahm im November einen auf Ballbesitz und auf ein 4-2-3-1-System ausgerichteten Kader, stellte aber relativ schnell auf eine Dreierkette und schnelles Spiel in die Spitze um. Der erhoffte Erfolg blieb aus, zudem machten Gerüchte über schwere Differenzen zwischen dem Coach und der Mannschaft die Runde. Gekommen war der Wiener als Erfolgscoach von Altach. Unter dem 46-Jährigen waren die Vorarlberger Tabellenzweiter, ehe Rapid den Trainer um eine kolportierte sechsstellige Summe von Altach loseiste.
Im Gegensatz zu Altach griff Canadis Philosophie bei Rapid nicht. Nach dem 0:3 in Ried wirkte er vollends ratlos und sah seinen Rauswurf bereits kommen. „Egal, wie es mit Rapid ausgeht - für mich ist das ein riesiger Lernprozess“, sagte der Coach. Davor hatte sich Canadi noch gemeinsam mit den Spielern von den nach Ried mitgereisten Fans verabschiedet. Dabei ließen Trainer und Kicker minutenlang die Unmutsäußerungen der Anhänger über sich ergehen. Sprechchöre gegen Canadi gab es jedoch bis zum Schluss keine, dafür skandierten die Fans: „Wir haben die Schnauze voll.“
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