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Dauerbrenner in der Königsklasse

Der Viertelfinal-Schlager zwischen Bayern München und Real Madrid am Mittwoch (Hinspiel, 20.45 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) ist bereits das 23. Duell der beiden Champions-League-Titanen - und zugleich die häufigste Paarung im Europacup. Entsprechend schieben sich die beiden Titanen des Weltfußballs gegenseitig die Favoritenrolle zu.

„Wir spielen gegen die wahrscheinlich aktuell beste Mannschaft der Welt. Wir brauchen zwei sehr konzentrierte und gute Spiele, mit hoffentlich wenig Fehlern. Es wäre schön, wenn wir das Hinspiel gewinnen würden. Idealerweise ohne Gegentor“, sagte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Sein Team hat nach den bisherigen Spielen leicht die Nase vorn (11 Siege, 2 Unentschieden, 9 Niederlagen).

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Die jüngsten Erinnerungen an den spanischen Rekordmeister sind freilich weniger angenehm für den Bayern-Boss: Das Semifinal-Rückspiel 2014 in der Allianz Arena ging mit 0:4 verloren. Trainer bei Real war damals Carlo Ancelotti. Heute betreut der Italiener und dreifache CL-Sieger als Trainer die Bayern - und findet nur Lob für seinen Nachnachfolger bei den Königlichen: Zinedine Zidane.

Arjen Robben und Thomas Müller (beide Bayern)

Reuters/Kai Pfaffenbach

Die Bayern-Stars Arjen Robben und Thomas Müller, nach der 0:4-Schlappe im Semifinale 2014 sichtlich ermattet

Zidane hat „alles, was ein Trainer braucht“

„Ich habe schon immer gesagt, dass er alles hat, was ein guter Trainer braucht. Er hat sich bei Real nach oben gearbeitet. Die Erfahrung als Spieler ist nur teilweise nützlich, wenn du Trainer wirst. Man muss sich weiterbilden und up to date bleiben. Das hat Zidane gemacht“, sagte Ancelotti. Der 44-Jährige sei charismatisch und genieße den Respekt der Spieler. „Das ist sehr wichtig“, meinte Bayerns Coach, der bei Real nach zwei Saisonen Ende Mai 2015 gehen hatte müssen.

Der Konnex zu Zidane geht bis 1999 zurück - damals spielte der frischgebackene Weltmeister bei Juventus, als Ancelotti bei der „Alten Dame“ Trainer wurde. Als der Italiener im Sommer 2013 bei Real anheuerte, holte er den nach der WM 2006 als Spieler zurückgetretenen Zidane als Assistenten in sein Team. Ein Jahr später übernahm der Franzose Reals Zweierteam, von dem er Anfang 2016 befördert wurde.

Kampf der Umsatztitanen

Auch abseits der Trainerbank ist das Duell des deutschen und des spanischen Rekordmeisters ein Kampf der Titanen. Real belegt im UEFA-Clubranking vor den Bayern Platz eins. In Sachen finanzieller Power ist es ebenfalls ein Duell auf Augenhöhe: Es stehen einander die Nummer vier des Deloitte-Weltfußball-Rankings (Bayern, 592 Mio. Euro Jahresumsatz) und die Nummer drei (Real, 620,1 Mio.) gegenüber.

Cristiano Ronaldo und Gareth Bale (beide Real)

Reuters/Javier Barbancho

Cristiano Ronaldo und Gareth Bale - zwei Drittel der „BBC“-Power (nicht im Bild: Karim Benzema, der Dritte im Bunde)

Ebenso millionen-, wenn nicht milliardenschwer sind die Kader der Konkurrenten: Real setzt auf die Offensivkraft von „BBC“, auch wenn Cristiano Ronaldo (26 Pflichtspieltore), Karim Benzema (17) und Gareth Bale (9) diese Saison noch hinter den hohen Erwartungen zurückgeblieben sind. „Wir waren bis jetzt sehr solide, ich glaube aber nicht, dass wir unsere beste Form schon haben. Wir werden üblicherweise von Runde zu Runde besser, hoffentlich ist das diese Saison wieder so“, sagte der Waliser Bale vor „zwei schwierigen Spielen“.

Angesichts des Treffens mit seinen früheren Schützlingen äußerte Bayern-Coach Ancelotti vor der Begegnung einen Wunsch: „Ich würde gerne Ronaldo auf der Bank sehen, Benzema auf der Tribüne und Bale zu Hause“, scherzte der Italiener vor Journalisten.

Beide Teams mit Verletzungssorgen

Dabei sind die „Königlichen“ ohnehin personell dünn besetzt: Die Real-Defensive ist durch die Ausfälle der verletzten Pepe und Raphael Varane geschwächt. Bei den Bayern fehlt mit Mats Hummels aber genauso ein wichtiger Abwehrakteur.

Während Real zuletzt mit einem späten Gegentor beim 1:1 gegen Atletico einen Derby-Sieg aus der Hand gab, glückte Bayerns Generalprobe mit einem 4:1 gegen Borussia Dortmund. Beide Viertelfinalisten sind national die Nummer eins. International kämpfen die Madrilenen auch gegen den Titelverteidigerfluch an, noch nie konnte der Champion im Jahr darauf wieder den Pokal stemmen.

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