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Defensivkünstler im Duell

Das Viertelfinal-Hinspiel zwischen Atletico Madrid und Leicester City in der Champions League am Mittwochabend ist ein Duell auf Augenhöhe: Beide Clubs haben sich defensive Stabilität und überfallsartiges Konterspiel als Erfolgsformel verordnet - und beide Mannschaften haben rechtzeitig für das letzte Saisonviertel zurück zu alter Form gefunden.

Für die „Foxes“ um Ex-ÖFB-Kapitän Christian Fuchs ging in der Premier League zuletzt eine Siegesserie zu Ende - nach sechs gewonnen Begegnungen in Folge kassierte der regierende englische Meister eine 2:4-Schlappe bei Everton.

Eine Niederlage, die aber auch dem CL-Viertelfinale geschuldet war: Trainer Craig Shakespeare schonte zahlreiche Stammkräfte, unter anderem auch Fuchs. Davor hatten die „Foxes“ freilich zurück zur Form aus der Meistersaison gefunden. Sie überzeugten mit schnell vorgetragenen Konterattacken und übertölpelten damit ihre Gegner.

Leicester-Coach Craig Shakespeare

APA/AFP/Paul Ellis

Leicester-Trainer Craig Shakespeare pflegt mit den „Foxes“ überfallsartigen Konterfußball - freilich mit nur einem Ball

„Sie erinnern uns an uns selbst“, erklärte Atletico-Verteidiger Filipe Luis. „Sie haben gute Spieler und sind ein solides Team, das sehr gut verteidigt.“ Auch die Spanier setzen neben der „Maurer“-Mentalität, also der defensiven Stabilität, auf überfallsartige Angriffe, die effektiv zu Ende gespielt werden.

Abwehrschlacht? „Es wird kompliziert“

„Sie sind uns sehr ähnlich. Sie stehen sehr tief und verlassen sich sehr auf Konterattacken“, so Luis’ Einschätzung. Angesichts der ähnlichen Spielphilosophie winkt demnach ein Duell für besonders an taktischen Finessen interessierten Fans. Oder wie es Luis ausdrückt: „Es wird kompliziert.“

Statistisch dürfte es weit weniger kompliziert werden für die Madrider: Von den letzten 34 Spielen in europäischen Bewerben gewann Atletico 28. Zweimal zogen sie in den letzten drei Jahren ins CL-Endspiel ein. Ein Umstand, der auch Luis optimistisch stimmt. „Diese Herausforderung kommt zum besten Zeitpunkt.“

Doch auch für die „Foxes“ ist die Reise nach Madrid kein Sonntagsausflug. „Trotz der Niederlage sind alle weiter selbstbewusst“, versicherte Ben Chilwell. Englands Meister will ohne den verletzten Kapitän Wes Morgan in seiner CL-Premierensaison nach dem FC Sevilla den nächsten spanischen Topclub aus dem Bewerb werfen. Dafür muss Atleticos Abwehrriegel geknackt werden. Die Spanier blieben in ihren jüngsten acht CL-Heimspielen ohne Gegentor.

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