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„Unheimlich professionell aufgenommen“

Die Trennung zwischen dem SK Rapid und Cheftrainer Damir Canadi ist in geordneten Bahnen abgelaufen - wohl auch weil Canadi nach dem 0:3 in Ried und dem neunten Bundesliga-Spiel ohne Sieg damit gerechnet hatte. Nicht einmal sechs Monate nach seiner Bestellung war Canadi am Samstag von Sportdirektor Fredy Bickel über seine sofortige Beurlaubung informiert worden.

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„Er hat es unheimlich professionell aufgenommen“, erzählte Bickel, der im Dezember, also einen Monat nach Canadi als Sportgeschäftsführer und Nachfolger des Deutschen Andreas Müller zu Rapid gestoßen war. Die Entscheidung sei ihm sehr schwergefallen, meinte der Schweizer. „Ich sehe uns alle als Verlierer. Da nehme ich mich nicht aus, weil es mir nicht gelungen ist, ihn so zu unterstützen, dass wir einen längeren gemeinsamen Weg gehabt hätten“, sagte Bickel.

„Wir wussten schon länger, dass es schwierig ist.“ Der Cuperfolg gegen St. Pölten am Mittwoch habe noch einmal Hoffnung auf eine Trendumkehr gemacht, doch drei Tage später kam in Ried die große Ernüchterung. Bickel: „Es war mir klar, dass es nur zwei Wege gibt: dass die Mannschaft mitzieht oder dass es so wird, wie es in Ried gekommen ist.“ Die Trennung von Canadi war offenbar nicht mehr zu vermeiden.

Zwischenmenschliche Probleme

Dabei seien Canadis Trainerqualitäten unbestritten. „Dass es nicht so geklappt hat, hat mit dem zwischenmenschlichen Bereich zu tun“, vermutete Bickel. In der vergangenen Länderspielpause bemühte man sich bei Rapid noch einmal intensiv, die Risse zwischen Canadi und der Mannschaft zu kitten - am Ende vergeblich. „Eine Mannschaft wie Rapid will nach vorne spielen und muss nach vorne spielen. Mit welchem System, ist zweitrangig“, sagte Bickel wohl auch mit Verweis auf Canadis Defensivstrategie.

Damir Canadi beim Training

GEPA/Philipp Brem

Die Risse zwischen Canadi und der Mannschaft waren nicht mehr zu kitten

Bickel stellte sich schützend vor die Rapid-Spieler. „Das ist eine sehr spezielle Mannschaft. Es ist auch eine überdurchschnittlich intelligente Mannschaft. Sie hinterfragen alles und befassen sich mit ihrem Team und ihrem Verein. Sie ist sehr charakterstark, aber auch sensibel. Du kannst nicht jeden Spieler gleich behandeln. Das ist überall so, aber hier vielleicht etwas spezieller.“

Erfolg kann man nicht erzwingen

Woran Canadi scheiterte? Er habe den unbedingten Erfolg gewollt und dafür laut Bickel alles getan. „Doch mit jeder Woche, in der die Erfolge nicht so gekommen sind, wie er und wir uns das vorgestellt haben, ist er noch weiter gegangen. Das spricht eigentlich für ihn. Man kann Erfolg aber nicht erzwingen. Das ist ein positiver Charakterzug, der ihm aber im Weg gestanden ist. Er stand sich mit seinem unbändigen Willen selbst im Weg“, erläuterte Bickel.

Nach der Trainerrochade mit Goran Djuricin als interimistischem Chefcoach und Kotrainer Martin Bernhard konzentriert sich der Sportgeschäftsführer voll auf den Abstiegskampf. „Da haben die anderen Teams gegenüber uns einen klaren Vorteil. Für sie war das Ziel immer nur der Klassenerhalt. Wir hatten ganz andere Ziele“, sagte Bickel. „Es wird jede Mannschaft so auftreten wie Ried. Wir sind den Abstiegskampf nicht gewohnt. Es ist mir bewusst, dass sehr schwierige Wochen vor uns liegen.“

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