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Mit „vier Triebwerken“ zum Aufstieg

Mit einem 2:0 am Sonntag und einem 6:5 nach Verlängerung am Montag gegen die A-Nation Italien hat sich Österreich bestens auf die am 22. April in Kiew startende WM der Division 1A (B-WM) vorbereitet. Trainer Roger Bader feilt mit seinen Mannen noch am Feinschliff, um das große Ziel Aufstieg zu schaffen.

Gegner von 22. bis 28. April in der Ukraine werden Kasachstan, Südkorea, Ungarn und Polen sein. Mit den Erfolgen gegen Italien holte sich das ÖEHV-Team nicht nur Selbstvertrauen, sondern auch wertvolle Erkenntnisse.

„Es gab in diesem Spiel gute und schlechte Momente. Wir hätten in den ersten 30 Minuten eine Führung herausarbeiten können, haben aber dann zu viele Fehler gemacht“, sagte Bader nach dem 6:5 in Overtime. „Bis zum ersten Spiel in Kiew werden wir diese Fehler noch ansprechen.“

„Spielen wie in A-WM“

Beim Schweizer Trainer überwogen aber die positiven Eindrücke. „Wir spielen Eishockey so, wie in der A-WM gespielt wird. Meine zwei Prinzipien sind Pressing und schnelles Umschaltspiel. Wir versuchen, den Gegner unter Druck zu setzen, überall auf dem Eis. Mit der Scheibe hinter das Tor und schön gemütlich anlaufen möchte ich nicht“, erklärte Bader die Spielphilosophie.

Trainer Roger Bader

GEPA/Andreas Pranter

Teamchef Bader hat mit Österreich nicht nur die A-WM im Visier

Besonderes Augenmerk legt der Coach auf vier ausgewogene Blöcke, nur diese würden zum Erfolg führen. „Es sollte gelingen, vier gute Blöcke zu haben, um die Lasten auf mehrere Schultern zu verteilen; die hohes Tempo und eine gute Intensität spielen können. Das sollte unsere Stärke sein. Ich bin kein Freund von Hierarchie-Coaching, ich spreche gerne von vier Triebwerken“, führte der 52-Jährige aus.

Olympia als langfristiges Ziel

Bader denkt bereits einen Schritt weiter als bis zu den Titelkämpfen. „Wir wollen in die A-WM, und wir wollen wieder einmal zu Olympia.“ Die WM sei ein mittelfristiges, die Olympiateilnahme ein langfristiges Ziel. „Also müssen wir lernen, so zu spielen, wie dort gespielt wird. Das ist das schnelle, druckvolle, intensive Eishockey. Um das zu spielen, braucht man vier Blöcke, 20 Spieler, die Einsatz zeigen. Der Unterschied von dem, der am meisten Eiszeit hat, zu dem, der am wenigsten Eiszeit hat, ist viel kleiner als im Verein.“

In diesem Bereich sieht Bader, der seit drei Jahren als Nachwuchsleiter beim österreichischen Verband tätig ist, auch das größte Potenzial. „Die WM ist jetzt das Wichtigste, aber auch eine Mannschaft zu bauen.“ Der Schweizer will die Quantität im heimischen Eishockey verbessern. „Quantitativ sind wir noch nicht bei den Topnationen.“ Zwar wurde in letzter Zeit Geld in die Hand genommen und habe sich viel getan, „aber es fehlen noch 20 bis 30 Prozent“.

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