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42,195 km in 2:00:25 Stunden

Eliud Kipchoge ist Samstagfrüh beim Versuch, den Marathon als erster Mensch unter zwei Stunden zu laufen, knapp gescheitert. Der kenianische Olympiasieger von 2016 absolvierte beim Projekt „Breaking2“ des Sportartikelkonzerns Nike die 42,195 km in 2:00:25 Stunden und blieb damit auf dem Autodromo Nazionale di Monza knapp über der angepeilten Zweitstundenmarke.

Nach 17,5 Runden auf dem rund 2,4 Kilometer langen und komplett flachen Formel-1-Kurs war Kipchoge bei nahezu Laborbedingungen am Ende klar schneller als der offizielle Weltrekord. Diesen unterbot der 32-Jährige um 2:32 Minuten. Die Bestmarke des Weltleichtathletikverbandes (IAAF) hält seit September 2014 der Kenianer Dennis Kimetto mit 2:02:57 Stunden, gelaufen in Berlin.

„Vom Kopf her war ich auf unter zwei Stunden eingestellt. Auf den letzten zwei Runden bin ich aber zehn Sekunden hinter die Richtzeit zurückgefallen. Ich bin trotzdem glücklich, dass ich es in zwei Stunden geschafft habe“, sagte Kipchoge, der zur Halbzeit in 59:54 Minuten noch auf Kurs gelegen war. Doch ab Kilometer 35 vermochte er das Tempo von 2:50 Minuten pro Kilometer oder 17 Sekunden pro 100 Meter nicht mehr ganz zu halten. Sieben Kilometer vor dem Ziel wies der 32-Jährige fünf Sekunden Rückstand auf seine Marschroute auf.

Eliud Kipchoge

Reuters/Athit Perawongmetha

Der Olympiasieg in Rio de Janeiro qualifizierte Eliud Kipchoge für das Projekt

„Das war eine tolle Reise“

Die bisherige Bestzeit von Kipchoge war 2:03:05 Stunden, aufgestellt bei seinem London-Sieg 2016. Die in Monza gelaufene Zeit wird aber aufgrund wechselnder Tempomacher, die in sechs Dreiergruppen aufgeteilt waren und ständig ausgetauscht wurden, nicht Eingang in die Marathon-Rekordbücher finden. Kipchoges Mitstreiter, der Äthiopier Lelisa Desisa und der Eritreer Zersenay Tadese, konnten das Tempo nicht mitgehen und fielen vorzeitig zurück.

Nike hatte mit großem finanziellem und wissenschaftlichem Aufwand versucht, diese Schallmauer in der Leichtathletik zu durchbrechen. Das Projekt hat das Unternehmen nach Medienangaben etwa 30 Millionen Euro gekostet. „Das war eine tolle Reise. Es waren sieben Monate harte Vorbereitung. Am Ende haben wir Sportgeschichte geschrieben“, sagte Kipchoge nach seinem Lauf.

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