Themenüberblick

„Schlechte Saison glimpflich ausgegangen“

Rapid hat sich am Sonntag in der tipico-Bundesliga mit einem 1:0-Heimsieg über Puntigamer Sturm Graz endgültig aller Abstiegssorgen entledigt. Die Begeisterung darüber hielt sich aber in Grenzen - die Tatsache, dass die Hütteldorfer bis zur drittvorletzten Runde um den Klassenerhalt bangen mussten, kommt angesichts der traditionell hohen Erwartungen einer Schmach gleich.

Das war auch Mario Sonnleitner bewusst. „Zum Feiern gibt’s nichts. Eine schlechte Saison ist halbwegs glimpflich ausgegangen“, erklärte der Innenverteidiger. Vor dem Cupfinale am 1. Juni in Klagenfurt gegen Red Bull Salzburg geht es für Rapid in den ausstehenden Partien in Mattersburg und daheim gegen St. Pölten darum, das schlechteste Abschneiden der Clubgeschichte zu vermeiden.

Rapid fixiert Klassenerhalt

Erst zwei Runden vor Schluss steht fest, dass Rapid nicht absteigen muss. Mit einem 1:0-Heimsieg gegen Sturm fixierten die Wiener diesbezüglich alles.

Vermeidung von Negativrekord als Ziel

Der historische Tiefstwert seit Einführung der Dreipunkteregel 1995/96 wurde in der Saison 2001/02 mit 43 Zählern erreicht, der damalige Endrang acht ist bis heute Negativrekord. Derzeit steht Rapid an sechster Stelle und hält bei 40 Punkten. Platz fünf ist bei sechs Zählern Rückstand auf die Admira ebenso noch möglich wie Platz neun - St. Pölten ist im Moment vier Punkte entfernt.

An einen Rückfall an die vorletzte Stelle will Thomas Murg aber erst gar nicht denken. Vielmehr forderte der Offensivspieler im Finish volle Konzentration, um für das Cupfinale gerüstet zu sein. „Wenn wir die letzten Meisterschaftsspiele so angehen, als ob es um nichts mehr geht, werden wir gegen Salzburg einen auf den Deckel kriegen“, warnte Murg, dessen Kollege Giorgi Kvilitaia wegen einer Adduktorenverletzung bis Saisonende ausfallen dürfte.

Ruhe als Vorteil für Saisonfinale

Bei Stefan Schwab war erst einmal Durchatmen angesagt. „Die Erleichterung ist sehr groß, weil die mentale Belastung in den letzten Wochen gewaltig war“, meinte der Salzburger. Ähnlich äußerte sich Trainer Goran Djuricin: „Die Situation war belastend für jeden Einzelnen, doch ich habe immer an die Mannschaft geglaubt. Jetzt sind wir Sechster und wollen dort auch bleiben.“

Stefan Schwab (Rapid)

GEPA/Mario Kneisl

Schwab und Co. können in den letzten beiden Partien wieder befreiter spielen

Der Coach sieht die nun eingekehrte Ruhe als Vorteil für die kommenden Aufgaben, wobei die volle Konzentration natürlich dem Cufinale am 1. Juni in Klagenfurt gegen Salzburg gilt. „Wir wollen auch in der Bundesliga noch zwei gute Spiele hinlegen, schauen aber schon mit einem Auge auf Salzburg und müssen einmal sehr gut regenerieren“, sagte Djuricin, der in der Liga Rotation ankündigte. „Da sehe ich gute Chancen für andere Spieler.“

Trainerentscheidung fällt rund um Cupfinale

Für den 42-Jährigen stehen nicht nur aus sportlicher Sicht wichtige Tage an - auch seine persönliche Zukunft dürfte demnächst geklärt sein. Am Montag besprach Sportdirektor Fredy Bickel mit dem Präsidium die Trainerfrage, eine endgültige Entscheidung wird rund um das Cupfinale erwartet. „Wenn man der Meinung ist, dass wir etwas weiterentwickeln können, werde ich wahrscheinlich bleiben, aber das muss jemand anderer entscheiden“, sagte Djuricin.

Rapid auf Trainersuche

Nach dem Klassenerhalt steht bei Rapid Wien die Trainersuche auf dem Programm. Sportdirektor Fredy Bickel hat dem Präsidium seine Kandidaten bereits präsentiert, eine Entscheidung soll noch vor dem Cupfinale fallen.

Allzu viele Gedanken wollte sich der Wiener aber nicht machen. „Es gibt einige Kandidaten, die auch Erfahrung haben und gute Trainer sind. Ich würde mich freuen, wenn ich Trainer bleibe. Wenn ich in die zweite Reihe muss, wird das sicher schwierig für mich nach diesen sechs Wochen“, gestand Djuricin, der sich aber auch einen Verbleib als Kotrainer vorstellen kann. „Da kommt es darauf an, mit wem.“

Goran Djuricin (Rapid)

GEPA/Mario Kneisl

Coach Djuricin würde weiter gerne für Rapid an der Seitenlinie stehen

Die Spieler könnten sich indes eine weitere Zusammenarbeit mit Djuricin durchaus vorstellen. „Er hat ein gutes Klima reingebracht, jeder Spieler ist glücklich mit dem Trainerteam. Aber diese Entscheidung treffen nicht wir“, betonte Schwab.

Sturm kämpft noch um Europacup

Im Gegensatz zu Rapid ist die Trainerfrage bei Sturm geklärt - was für Coach Franco Foda am Sonntagabend aber nur ein schwacher Trost war. Der Deutsche ärgerte sich über ein seiner Meinung nach zu Unrecht aberkanntes Tor von Deni Alar und einige vergebene Chancen. „Ein Unentschieden wäre okay gewesen“, meinte Foda.

Sein Club hält trotz der Niederlage weiter Platz drei, der fix zur Teilnahme an der Europa-League-Qualifikation reicht, vier Punkte vor Altach. „Wir brauchen noch drei Punkte, um Dritter zu werden, und die wollen wir unbedingt holen“, kündigte Foda an. In den letzten beiden Runde geht es gegen die Admira (daheim) und den WAC (auswärts).

Links: