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Gegen Braunschweig und den Abstieg

2009 noch deutscher Meister, vor zwei Jahren DFB-Pokal- sowie DFB-Supercup-Gewinner, und nun das Relegationsduell mit dem Nachbarn aus Braunschweig. Der Druck, der auf dem VfL Wolfsburg vor dem Heimspiel am Donnerstag lastet, ist enorm. Schließlich geht es um die Zukunft des Vereins. Ein Abstieg in die zweite Liga würde tiefe Einschnitte bedeuten.

Wirklich beschäftigen will sich die Vereinsführung mit dem Horrorszenario aber noch nicht. „Es macht keinen Sinn, sich jetzt damit zu beschäftigen. Unsere volle Konzentration gilt den beiden Spielen gegen Braunschweig. Wir spielen seit 20 Jahren in der Ersten Liga und wollen unbedingt auch im 21. Jahr dabei sein“ stellte Wolfsburg-Sportdirektor Olaf Rebbe gegenüber der dpa klar.

„Wir müssen das einfach schaffen“

Der Grundstein zum Klassenerhalt soll bereits im Hinspiel gelegt werden, damit das Rückspiel am Montag nicht zur Zitterpartie wird. „Wir müssen Kampfgeist und spielerische Stärke vereinen, dann sind wir für jeden Gegner schwer zu schlagen“, fordert Wolfsburg-Coach Andries Jonker, der mit Sebastian Jung, Riechedly Bazoer und Jakub Blaszczykowski gleich drei wichtige Spieler vorgeben muss.

Wolfsburg-Coach Andries Jonker

APA/AFP/dpa/ Axel Heimken

Für Coach Andries Jonker und Wolfsburg steht einiges auf dem Spiel

Auch der deutsche Teamstürmer Mario Gomez, mit 16 Ligatoren bisher quasi die Lebensversicherung der Wolfsburger, appellierte daran, an die eigene Stärke zu glauben. „Wir haben jetzt zwei Spiele gegen einen Zweitligisten - bei aller Liebe: Wir müssen das einfach schaffen“, forderte der Torjäger, ohne den es der VfL wohl nicht einmal in die Relegation geschafft hätte.

Wolfsburg ist „haushoher Favorit“

Bleibt die Frage, warum das völlig konturenlose Team sein Potenzial ausgerechnet jetzt abrufen soll, wenn das in den 34 Runden zuvor kaum geschafft wurde. Braunschweig hofft, dass der große Nachbar auch in der Relegation den Erwartungen hinterherhinkt und Verunsicherung zeigt. Mit Sticheleien in Richtung des gerade einmal rund 30 Kilometer entfernten VfL hielt man sich aber zurück.

„Wolfsburg ist der haushohe Favorit. Das ist ein Kräftevergleich, der eigentlich im Bereich des Unmöglichen zu liegen scheint“, sagte Braunschweig-Trainer Torsten Lieberknecht, der sich aber lieber mit der Zukunft seines Teams als mit jener des Gegners beschäftigen wollte. „Keiner hätte den Aufstieg mehr verdient als wir nach so einer Saison. Wir können immer noch Geschichte schreiben.“

Braunschweig-Trainer Torsten Lieberknecht

Reuters/Ralph Orlowski

Auf Braunschweig und Coach Lieberknecht warten zwei emotionale Spiele

Wolfsburg flüchtete in die Niederlande

Während sich Braunschweig in gewohnter Umgebung auf das Duell vorbereitete, flohen die Wolfsburger ins niederländischen Städtchen De Lutte. Ruhe vor dem Sturm heißt das Motto, denn auch Jonker weiß, dass die Spiele gegen den Dritten der zweiten deutschen Liga ganz besondere werden. Im gemeinsamen Bundesliga-Jahr 2013/14 konnte Wolfsburg gegen Braunschweig kein Spiel gewinnen. Das Heimspiel ging mit 0:2 verloren, das Rückspiel endete 1:1.

Zwei Resultate, die in der Relegation den Abstieg und eine massive Budgetkürzung für den VW-Werksverein bedeuten würden. Volkswagen (VW) kündigte aber auch im Falle des Abstieges weitere Unterstützung des Clubs an. Für die VW-Bosse ist der Kampf um den letzten freien Platz in der deutschen Bundesliga auch deshalb so brisant, weil der Konzern bei Braunschweig über die Marke Seat ebenfalls als Hauptsponsor fungiert. „Dass es gegen Braunschweig geht, ist eine außergewöhnliche Situation“, gab der Aufsichtsratsvorsitzende der VfL-GmbH, Francisco Javier Garcia Sanz, an.

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