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Chance auf erstes Edelmetall seit 2011

Von Donnerstag bis Sonntag gibt es für die Wildwasserkanuten die erste aussagekräftige Standortbestimmung im nacholympischen Jahr. Bei den Europameisterschaften in Tacen in Slowenien stellt der Österreichische Kanuverband (OKV) je drei Damen und Herren im Kajak-Einer sowie ein Duo im Canadier-Einer der Damen. Die Chance auf eine oder mehrere Medaillen ist gegeben.

Am ehesten ist wieder einmal Corinna Kuhnle im Kajak ein Podestplatz zuzutrauen. Von ihrer Klasse her müsste die 29-jährige Niederösterreicherin nach Meinung von Coach Helmut Oblinger einen solchen erreichen. „Aber es ist natürlich auch so, dass sie ihre letzte Medaille 2011 geholt hat“, wies der Oberösterreicher auf die schon sechs Jahre währende Wartezeit hin. Damals hatte Kuhnle ihren zweiten WM-Titel geholt.

Corinna Kuhnle (AUT)

GEPA/Philipp Brem

Kuhnle war zuletzt bei internationalen Titelkämpfen leer ausgegangen

Ihr EM-Ticket hatte die Weltcup-Gesamtsiegerin 2014 und 2015 und Olympiafünfte von Rio de Janeiro 2016 fix gehabt. In der internen OKV-Ausscheidung Anfang Mai qualifizierten sich auch Lisa Leitner und Viktoria Wolffhardt für die Titelkämpfe. Beiden traut Oblinger, im Betreuerduo mit dem slowenischen EM- und WM-Medaillengewinner Jure Meglic, einen Finalplatz zu. Mindestens drei sollten es im Vorort von Ljubljana für ihn schon sein.

Die Zuversicht ist groß

„Wir könnten auch zwei, drei Medaillen holen“, meinte Oblinger sogar gegenüber der APA. Freilich sei das nicht zu erwarten oder vorauszusetzen. Aber vier Trainingslager auf der EM-Strecke heuer haben das Team weitergebracht. „Das Klima ist super“, meinte der fünffache Olympiateilnehmer. Sehr gute Chancen gibt er auch den rot-weiß-roten Damen im Kajak-Teambewerb.

Auf das Herren-Team träfe das nicht ganz zu, denn mit Andreas Langer sei ein Athlet mit Trainingsrückstand dabei. „Er hat sich die Nominierung aber verdient“, stellte Oblinger fest. Langer hatte in der Qualifikation unerwartet Matthias Weger ausgebootet, der sich nun ab Mitte Juni über den Weltcup sowie U23-EM und -WM zurückkämpfen muss. Felix Oschmautz und Mario Leitner sind die übrigen Kajak-Kanuten.

Im Canadier ist neben Nadine Weratschnig auch hier Wolffhardt dabei. In diesem Bewerb hat die 22-Jährige aufgrund eines im Jänner erlittenen Kreuzbandrisses noch Probleme. „Sie kann sich aber zurückkämpfen“, versicherte Oblinger. Das muss auch Julia Schmid. Knapp ein Jahr nach ihrem ursprünglichen Rücktritt erbrachte die EM-Zweite von Wien 2014 die internen EM-Erfordernisse nicht.

Harte Konkurrenz

Grundsätzlich erwartet die OKV-Equipe harte Konkurrenz. „Kanu ist eine europäische Sportart und die EM ist fast so hoch anzusiedeln wie eine WM“, erläuterte Oblinger. „Bei den Damen ist bis auf Jessica Fox (AUS, Anm.) und Luca Jones (NZL) die gesamte Weltelite am Start. Bei den Herren fehlt eigentlich nur Michal Smolen (USA). Hier eine Medaille zu machen ist hart, aber unser angestrebtes Ziel.“

Programm der Kanu-Wildwasser-EM in Tacen

  • Donnerstag: Vorläufe u. a. Canadier-Einer Damen, Kajak-Einer Herren (14.00 Uhr)
  • Freitag: Vorläufe u. a. Kajak-Einer Damen (9.00 Uhr), Kajak-Teambewerbe (15.05 Uhr)
  • Samstag: Semifinale (11.05 Uhr) und Finale (15.05 Uhr) Kajak-Einer Herren und Canadier-Einer Damen
  • Sonntag: Semifinale (11.35 Uhr) und Finale (15.05 Uhr) Kajak-Einer Damen

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