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Spannendes Endspiel auf Augenhöhe

Red Bull Salzburg hat am Donnerstag das vierte Double aus Meister- und Cuptitel in Serie fixiert. Die „Bullen“ setzten sich in einem hart umkämpften und ausgeglichenen ÖFB-Samsung-Cup-Finale gegen Rapid mit 2:1 durch. Vor 20.200 Zuschauern im Wörthersee-Stadion in Klagenfurt avancierten Hwang Hee Chan (51.) und Valentino Lazaro (84.) mit ihren Treffern zu den Matchwinnern des Teams von Trainer Oscar Garcia.

Joelinton (56.) hatte für die Hütteldorfer den Ausgleich zum 1:1 erzielt. Rapid verpasste dennoch den ersten Cuptitel seit 1995 und den ersten Titel seit der Meisterschaft 2008. Zudem muss der Rekordmeister in der kommenden Saison auf stimmungsvolle und lukrative Europacup-Abende verzichten. Der Cupsieg hätte die Teilnahme an der Europa-League-Quali gebracht. Salzburg blieb auch im 24. Cupspiel in Serie ungeschlagen und schaffte es als erste Mannschaft, das nationale Double viermal hintereinander zu holen.

Kampfbetonte erste Spielhälfte ohne Torchancen

Valon Berisha war der erste Finalakteur, der die Hektik und Energie der Anfangsphase des Endspiels zu spüren bekam. Der Salzburger musste nach einem intensiven Zweikampf mit Joelinton am Knöchel behandelt werden. Auch sonst schenkten die beiden Teams einander von Beginn an nichts. Die aufgekratzte Gangart ging allerdings auch auf Kosten der spielerischen Qualität. Vor allem die Rapidler leisteten sich in der ersten Viertelstunde viele Abspielfehler. Salzburg agierte da noch etwas abgeklärter.

Stefan Schwab (Rapid) und Konrad Laimer (Salzburg)

GEPA/Mathias Mandl

Kampf um jeden Zentimeter war das Motto des Cupfinales in Klagenfurt

Dann kamen aber auch die Hütteldorfer besser in Schwung. Als Stefan Lainer (17.) links an der Strafraumgrenze den flinken Louis Schaub regelrecht „umschnitt“, war der Salzburg-Verteidiger mit Gelb von Referee Markus Hameter gut bedient. Robust ging es weiter: Andreas Ulmer (21.) musste nach einem Zweikampf mit Schaub am Spielfeldrand gepflegt werden. Immer wieder eroberte Rapid gegen die Angriffsbewegung der Salzburger den Ball, verlor ihn aber oft gleich wieder. Torchancen waren weiter Mangelware.

Schiedsrichter lässt harte Gangart durchgehen

36 Minuten und ein paar Sekunden war das Match schon alt, als Rapids Brasilianer Joelinton vom Sechzehner aus den ersten Torschuss abgab. Cican Stankovic, der Alexander Walke wie immer in dieser Saison im Cup im Salzburger Tor vertrat, musste noch nicht eingreifen. Dafür hätte der Unparteiische in der 41. Minute eingreifen müssen, als Christopher Dibon dem Salzburger Stürmer Hwang von hinten ohne Chance auf den Ball in die Beine rauschte. Hameter zeigte unverständlicherweise keine Gelbe Karte.

Hwang bringt Salzburg in Führung

Man durfte gespannt sein, ob es nach der Pause auch etwas für Liebhaber des gepflegten Fußballs geben würde. Denn bis dahin hatten mit ganz wenigen Ausnahmen nur Kampf und Leidenschaft dominiert. Tobias Knoflach musste bei einem harmlosen Kopfball von Lainer (48.) erstmals in Aktion treten. Ansonsten ließ sich die zweite Spielhälfte im Nebel einer bengalischen Showeinlage der Rapid-Fans flott an. Und mit einem blitzschnell ausgeführten Angriff ging der Titelverteidiger schließlich auch mit 1:0 in Führung (51.).

Salzburg erzielt das erste Tor (51.)

Hwang Hee Chan schließt einen schnellen Salzburger Angriff zum 1:0 ab.

Hwang musste den Ball an der zweiten Stange nur über die Linie schieben, nachdem Lainer von rechts den Querpass geliefert hatte. Rapid-Verteidiger Maximilian Wöber hatte die Hereingabe noch unglücklich abgelenkt. Insgesamt war die Defensive der Wiener in dieser Szene vom Tempo der Salzburger überfordert gewesen. Für den südkoreanischen Red-Bull-Goalgetter Hwang (zwölf Ligatore) war es der zweite Treffer im laufenden Cupbewerb.

Joelinton köpfelt Ausgleich

Lang dauerte es nicht, ehe Rapid darauf die passende Antwort fand. Zunächst wurde Joelinton (53.) bei einer guten Gelegenheit am Salzburger Fünfer gerade noch abgeblockt. Dann köpfelte Dibon (54.) knapp über das Tor. Und schließlich gelang Joelinton doch der Ausgleich zum 1:1 (56.), indem er eine perfekte Flanke von Mario Pavelic von rechts wuchtig per Kopf verwertete. Salzburg-Schlussmann Stankovic kam nicht mehr rechtzeitig in die von ihm aus gesehen rechte untere Ecke. Stefan Schwab mit einer weiten Spielverlagerung und Schaub hatten die Aktion davor eingeleitet.

Rapid bejubelt das 1:1 (56.)

Nur fünf Minuten nach der Salzburger Führung erzielt Joelinton per Kopf den Ausgleichstreffer für Rapid.

Die Partie war damit wieder offen, was insgesamt auch dem Spielverlauf und der ausgeglichenen Spielstärke der beiden Mannschaften an diesem Abend entsprach. Die Trainer Garcia (Salzburg) und Goran Djuricin (Rapid) nahmen ab der 70. Minute die ersten Wechsel vor. Bei Rapid kamen Andreas Kuen und Arnor Ingvi Traustason für Schaub und Tamas Szanto. Auf der anderen Seite kam Christian Schwegler (statt Ulmer) zum letzten Einsatz für Salzburg.

Lazaro sorgt für Entscheidung

Das Finish der regulären Spielzeit lebte dann eindeutig von der Spannung. Die Angst vor dem zweiten Gegentor hemmte die Mannschaften mehr, als sie die Aussicht auf den Siegestreffer beflügelte. Und so musste es eine herausragende Einzelaktion sein, die das Finale schließlich entschied. Ein Schuss des eben eingewechselten Salzburg-Youngsters Amadou Haidara wurde am Sechzehner abgeblockt. Der Ball landete bei Lazaro und dieser traf aus zehn Meter Entfernung und halblinker Position mit einem herrlich angedrehten Schuss präzise in die rechte lange Ecke.

Lazaro wird zum Matchwinner (84.)

Ein abgeblockter Schuss fällt vor die Füße von Valentino Lazaro. Der zieht sofort ab und schlenzt den Ball zum 2:1 perfekt in die rechte Ecke.

Die 2:1-Führung (84.) für den Meister durch Teamspieler Lazaro konnte Rapid in den Schlussminuten nicht mehr egalisieren. Berisha (88.) hatte noch die Riesenchance auf das 3:1, setzte seinen Schuss unbedrängt über Knoflach hinweg an die obere Lattenkante. Sieben Minuten betrug die Nachspielzeit, weil das Match wegen der Rauchentwicklung aus dem Rapid-Fansektor unterbrochen worden war. Als diese vorüber waren, bejubelte Salzburg das historische Double. Christoph Schösswendter hatte Augenblicke vor dem Schlusspfiff per Kopf noch eine große Ausgleichschance vergeben.

ÖFB-Samsung-Cup, Finale

Donnerstag:

Rapid - Red Bull Salzburg 1:2 (0:0)

Klagenfurt, Wörthersee-Stadion, 20.200 Zuschauer, SR Hameter

Torfolge:
0:1 Hwang (51.)
1:1 Joelinton (56.)
1:2 Lazaro (84.)

Rapid: Knoflach - Pavelic, Dibon, Wöber, Schrammel - Auer, Schwab - Schaub (71./Kuen), Szanto (73./Traustason), Murg (86./Schösswendter) - Joelinton

Salzburg: C. Stankovic - Lainer, Miranda, Wisdom, Ulmer (70./Schwegler) - Lazaro (91./Caleta-Car), Samassekou, V. Berisha, Wanderson (84./Haidara) - Laimer - Hwang

Gelbe Karten: Murg, Dibon bzw. Lainer

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