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Wer drückt dem Finale den Stempel auf?

Das Finale der Champions League zwischen Real Madrid und Juventus Turin am Samstag in Cardiff (20.45 Uhr live in ORF eins und im Livestream) ist wieder ein Schaulaufen der Stars. Von Weltfußballern, lebenden Legenden und Lokalmatadoren ist beim Showdown im Principality Stadium im Herzen der walisischen Hauptstadt alles vertreten.

Der spanische und italienische Rekordmeister dürfen zu Recht als Starensemble bezeichnet werden. Der Marktwert aller Kicker der Madrilenen ergibt laut Transfermarkt.at die stolze Summe von 764,80 Mio. Euro. Real ist damit die klare Nummer eins im internationalen Fußballgeschäft. Juventus Turin, Nummer zehn der Liste, gibt es mit 450,80 Mio. Euro zwar deutlich billiger, der Marktwert der Turiner ist aber immer noch mehr als dreimal so hoch wie jener von Österreichs Nummer eins Salzburg (149,2 Mio.).

Die große Frage, die sich Fans und Beobachter vor jedem Finale stellen: Wer wird dem Spiel seinen Stempel aufdrücken? Die Auswahl bei Real Madrid und Juventus Turin ist groß.

Die „königlichen“ Ausnahmekönner

Cristiano Ronaldo - der Weltfußballer: Der Weltfußballer will seinen insgesamt vierten Champions-League-Titel nach 2008, 2014 und 2016. Außerdem möchte der Portugiese seinen Club zur ersten erfolgreichen Titelverteidigung in der Königsklasse überhaupt führen. Als erster Spieler knackte er die 100-Tore-Marke in Europas Elite. Er steht zum insgesamt fünften Mal im Finale. Nur 2009 verlor er: Mit Manchester United gegen den FC Barcelona und Lionel Messi. „Es wird ein spezieller Moment. Ein weiterer Triumph wäre außergewöhnlich“, sagte Ronaldo.

Christiano Ronaldo (Real)

APA/AFP/Javier Soriano

Ronaldo steht wie immer bei seinen Auftritten im Mittelpunkt

Gareth Bale - der Lokalmatador: Der mit einer Ablöse von 100 Millionen Euro einst teuerste Fußballer der Welt wird wohl ausgerechnet in seiner Heimat auf der Bank Platz nehmen müssen. Nach einer Saison mit vielen Verletzungen ist der Waliser noch nicht topfit, daher dürfte Isco beginnen. Wichtig ist Bale aber vor allem das Ergebnis. Er will als erst dritter Star den Champions-League-Triumph in der Geburtsstadt feiern. Das glückte zuvor Nicolas Anelka (2000/Paris) und Angelo Di Livio (1996/Rom).

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Sergio Ramos - der Finalspezialist: Er kann als erster Kapitän in der Champions League den Pokal in zwei Jahren en suite in Empfang nehmen. „Drei Siege in vier Jahren - das wäre wundervoll“, sagte Ramos. Der spanische Teamspieler hat in der Defensive eine beeindruckend geringe Fehlerquote, dazu ist er nach Standards offensiv brandgefährlich. Ramos ist der Leader im Team, auf und neben dem Platz. Er und Ronaldo könnten die ersten Spieler sein, die im dritten Endspiel in der Champions League treffen. Ramos war 2014 mit dem späten Ausgleich gegen Atletico hauptverantwortlich dafür, dass Real das Spiel in der Verlängerung noch drehen konnte.

Die Stars der „Alten Dame“

Gianluigi Buffon - die Legende: Schon lange wartet der Weltmeister von 2006 auf den prestigeträchtigen Pokal. Im Endspiel von 2003 waren zwei gehaltene Elfmeter beim 2:3 im Duell mit dem AC Milan vom Punkt zu wenig. Vor zwei Jahren unterlag der Italiener mit Juve dem FC Barcelona 1:3. Jetzt die Champions League, 2018 die WM - das wäre das perfekte Karriereende der Tormannlegende. „Neulich wurde mir bewusst, dass ich fast drei Generationen auf dem Fußballplatz erlebt habe“, sagte Buffon.

Gianluigi Buffon (Juventus)

APA/AFP/Miguel Medina

Buffon hat bereits alles gewonnen - nur die Champions League nicht

Gonzalo Higuain - der Millionenmann: Der Argentinier, der vor der Saison für 90 Millionen Euro von Napoli kam, steht besonders im Fokus. Sechseinhalb Jahre trug der Stürmer das weiße Trikot der „Königlichen“, jetzt will er mit Juve siegen. „Ich kann nicht oft genug sagen, wie sehr ich die Champions League für Juventus gewinnen will“, sagte Higuain. Wie sich der Titelgewinn anfühlt, weiß sein Sturmkollege Mario Mandzukic. Der Kroate erzielte beim Endspielsieg des FC Bayern 2013 gegen Dortmund ein Tor.

Giorgio Chiellini - der Aufräumer: Dass Juve in dieser Champions-League-Saison nur drei Gegentore kassierte, ist auch der exzellenten Defensivreihe um Oldie Chiellini zu verdanken. Nachdem es beim Finale 2015 ein Wiedersehen mit Barcelonas WM-Beißer Luis Suarez gab, muss er diesmal keine Fragen zu solchen Kuriositäten beantworten. Chiellini, der neben dem Fußball Betriebswirtschaft studierte, nimmt für die Abwehrarbeit gegen die Topoffensive Reals alle in die Pflicht: „Da ist die ganze Mannschaft gefragt.“

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