Leitner verliert Platz zwei
Einen Tag nach der überraschenden Bronzemedaille von Nadine Weratschnig im Canadier-Einer hat Kanutin Corinna Kuhnle bei der Wildwasser-EM in Tacen im Kajak für einen goldenen Sonntag gesorgt. Die zweifache Weltmeisterin paddelte in Slowenien erstmals bei einer Europameisterschaft zum Titel. Kurz hatte es sogar nach einem österreichischen Doppelsieg ausgesehen.
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Denn nach dem Finale der besten zehn lag Lisa Leitner mit 0,87 Sekunden Rückstand auf Kuhnle auf dem Silberrang. Der Jubel über zwei Medaillen währte bei der Delegation des Österreichischen Kanuverbandes (ÖKV) jedoch nicht lange. Erst kassierte Leitner wegen einer Torberührung nachträglich eine Zweisekundenstrafe, die sie auf den vierten Platz zurückwarf.
Zu diesem Zeitpunkt war aber auch schon die offizielle Abwaage nach dem Wettbewerb erfolgt. Und die ergab laut ÖKV-Informationen, dass ihr Kajak das erlaubte Mindestgewicht von neun Kilogramm in trockenem Zustand unterschritten hatte - die Disqualifikation war unausweichlich.

GEPA/Philipp Brem
Leitner durfte sich nur kurz über ihre Silbermedaille freuen
Tacen bleibt guter Boden
So setzte sich Kuhnle, die bereits das Semifinale mit nur einer Hundertstelsekunde vor Leitner für sich entschieden hatte, am Ende mit 1,01 Sekunden vor der Italienerin Stefanie Horn durch. Bronze ging mit 1,57 Sekunden Rückstand auf die neue Europameisterin an die Französin Marie-Zelia Lafont.
„Bausteine haben zusammengepasst“
Kuhnle zeigte sich direkt nach dem Rennen vollauf zufrieden. „Es haben heute einfach alle Bausteine zusammengepasst, damit ich ganz oben stehen kann“, meinte die 29-jährige Niederösterreicherin. „Europameisterin war einer von zwei Titeln, die mir noch gefehlt haben. Den anderen nehme ich in drei Jahren in Tokio ins Visier.“
Gold im Kajak-Einer
Corinna Kuhnle eroberte bei der Wildwasser-EM in Slowenien Gold im Kajak-Einer. Die zweitplatzierte Lisa Leitner wurde nachträglich disqualifiziert.
Für ÖKV-Trainer Helmut Oblinger überwog trotz des Schicksals von Leitner die Freude. „Vor der Disqualifikation war es ein glorreicher Tag, jetzt ist es immer noch ein sehr guter Tag. Dabei hatte Conni nicht einmal einen perfekten Lauf, aber es hat gereicht und sie ist verdient Europameisterin“, sagte der Oberösterreicher.
Tacen vor den Toren der slowenischen Hauptstadt Ljubljana erwies sich damit für Kuhnle erneut als goldener Boden. 2010 hatte sie an gleicher Stelle ihren ersten WM-Titel errungen. Bei Europameisterschaften hatte Kuhnle im Einzel bisher Silber im gleichen Jahr in Bratislava zu Buche stehen gehabt. Der bisher einzige EM-Titel gelang Violetta Oblinger-Peters 2007.
Slowake gewinnt Canadier-Einer
Im Canadier-Einer der Männer ging der Titel erneut an den Slowaken Alexander Slafkovsky. Der 34-Jährige verteidigte mit dem Respektabstand von 2,71 Sekunden auf den Schweizer Thomas Koechlin seinen Titel erfolgreich und holte sich zum insgesamt dritten Mal die EM-Krone. Auch 2014 in Wien war Slafkovsky nicht zu schlagen gewesen. Bronze ging an seinen Landsmann Michal Martikan, ebenfalls vierfacher Europameister.
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