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„Das belastet uns nicht“

Die Vorbereitung auf das wichtige WM-Qualifikationsspiel in Irland am kommenden Sonntag (18.00 Uhr, live in ORF eins) geht in die entscheidende Phase. Nur noch wenige Tage bleiben ÖFB-Teamchef Marcel Koller, um seine Truppe bis zum Abflug auf die Grüne Insel in Schuss zu bringen. Eines gehört nicht zum Plan: Rechenspiele über was wäre wenn bei einer Niederlage. „Das belastet uns nicht“, so Martin Harnik. Es zählt nur der Sieg.

Auch wenn man den Druck im Teamcamp auf die Seite schieben will, wegwischen lässt er sich mit Blick auf die Tabelle nicht. Ein Punkt im Aviva-Stadion von Dublin ist das Minimum aus österreichischer Sicht, um nicht völlig den Anschluss an die Spitze zu verlieren. Vier Punkte liegt die ÖFB-Mannschaft aktuell hinter Serbien und den Iren. Gewinnen die Serben in Wales, würde der Rückstand bei einer rot-weiß-roten Pleite in Dublin auf sieben Zähler wachsen. Die WM 2018 in Russland wäre endgültig in weiter Ferne.

Mehr Training als vor EM

„Davon lassen wir uns auf keinen Fall beeindrucken oder verunsichern“, betonte Routinier Harnik am Rande des Teamcamps in Stegersbach. „Rechnereien stellen wir nicht an. Wir reisen hin, um zu gewinnen.“ Der Hannover-Stürmer feiert am Vortag des Spiels seinen 30. Geburtstag. In erster Linie ist Gesundheit für sich und seine Familie der Wunsch. „Kurzfristig wünsche ich mir dann aber schon auch den Dreier in Irland.“

ÖFB-Training

GEPA/Mario Buehner

Im Teamcamp in Stegersbach ist alles auf einen Sieg in Irland ausgerichtet

Um die Hoffnung zu erfüllen, wird im Burgenland bereits sehr intensiv trainiert. Vor einem Jahr, vor der EM in Frankreich, setzte Teamchef Marcel Koller noch verstärkt auf Regeneration. Im Camp in der Schweiz ging es darum, den Kopf freizubekommen. „Wir haben uns auch auf die Euro nicht falsch vorbereitet“, meinte Harnik. „Wir waren nur auf dem Punkt nicht da.“

Harnik baut auf Erfahrung

In Irland will man im richtigen Moment voll da sein. Die körperbetonte Spielweise der „Boys in Green“ ist bekannt. „Das ist ihre Mentalität, ihr Stil. Das ist auch nicht unfair“, erklärte Harnik, der heuer mit Hannover die Rückkehr in die deutsche Bundesliga geschafft hat. „Darauf müssen wir uns einstellen, die Zweikämpfe annehmen und eine gewisse Härte.“ Der 65-fache Internationale freut sich auf den Auftritt im Aviva Stadium. Vom 2:2 im März 2013 sei ihm vor allem die positive Stimmung in Erinnerung geblieben - und sein Treffer zum 1:0.

Aus dem aktuellen ÖFB-Kader hat Harnik die meisten Länderspiele vorzuweisen. „Ich fühle mich aber nicht als auslaufendes Modell“, betonte der gebürtige Deutsche, der am Samstag 30 Jahre alt wird. „Ich profitiere von der Erfahrung und von der Sicherheit, die mir meine Karriere gegeben hat.“ In Irland dürfte er auf dem rechten Flügel zum Einsatz kommen. Die Position als alleinige Spitze liegt Harnik laut eigenen Angaben weniger. „Es ist systemabhängig, aber ich sehe mich nicht als Mittelstürmer.“

Harnik beim Schuss

APA/AFP/Peter Muhly

Beim letzten Gastspiel in Irland trug sich Harnik in die Schützenliste ein

Lindner-Transfer „kurz vor Abschluss“

Keine Sorgen um seine Position muss sich Heinz Lindner machen. Der Torhüter ist aufgrund der Verletzungen von Robert Almer und Andreas Lukse sowie dem Teamrücktritt von Ramazan Özcan als Nummer eins gesetzt. Der 26-Jährige könnte sogar mit einem neuen Vertrag in der Tasche nach Irland reisen. Denn laut Lindner, der bei Eintracht Frankfurt nicht mehr als Ersatztorhüter gefragt ist, steht eine Einigung mit einem neuen Club unmittelbar bevor.

Gespräche habe es mit Vereinen aus Deutschland, der Schweiz, Italien und Österreich gegeben. „Bei einem Club steht es kurz vor dem Abschluss“, erklärte Lindner. „Schon in wenigen Tagen wird es etwas Konkreteres geben.“ Weil der Medizincheck erst nach dem Auftritt in Dublin über die Bühne gehen kann, könnte der neue Arbeitgeber mit der Bekanntgabe allerdings bis Mitte Juni warten.

Der neue Vertrag wäre jedenfalls zusätzliche Motivation für den Oberösterreicher, obwohl er die gar nicht benötigt. „Das Spiel ist enorm wichtig - aber nicht nur auf mich bezogen, sondern für den gesamten österreichischen Fußball. Da muss man sich selbst zurückstellen“, so Lindner. Schon im März 2013 war der Goalie beim 2:2 in Irland für den verletzten Almer eingesprungen. „Ich habe gute Erinnerungen an das Spiel“, so der 26-Jährige. Damals hielt Lindner mit einigen Paraden die Österreicher im Spiel, ehe David Alaba in der Nachspielzeit doch noch der Ausgleich gelang.

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