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ÖFB-Boss strebt dritte Amtszeit an

Auf Leo Windtner warten bewegte Tage. Für das österreichische Fußballnationalteam geht es am Sonntag (18.00 Uhr, live in ORF eins) in Irland darum, die letzte realistische Chance auf die WM-Teilnahme in Russland am Leben zu erhalten. Eine Woche später stellt sich der 66-jährige Oberösterreicher bei der ordentlichen Bundeshauptversammlung in Zell am See der Wiederwahl als ÖFB-Präsident.

Mit der APA sprach Windtner über die Rückschläge des vergangenen Jahres und die Bedeutung des Irland-Spiels. Diskussionen über die Zukunft von Teamchef Marcel Koller bei einem möglichen Scheitern in Dublin wollte der Verbandschef nicht aufkommen lassen. „Ich bin nicht bereit, den Schrecken zu proben. Ich glaube auch, dass es völlig übertrieben ist, jedes entscheidende Spiel als Gottesurteil über den Teamchef hochzustilisieren“, wies Windtner auf die laufenden Verträge hin.

Leo Windtner und Marcel Koller

GEPA/Christopher Kelemen

Bis zum Herbst sitzt Koller laut Windtner noch fest im Sattel

„Lasse keine Spekulationen aufkommen“

Einer Niederlage müsste nicht zwangsläufig eine Personaldebatte folgen. „Ich lasse derartige Spekulationen nicht aufkommen. Ich will nicht mutmaßen, was wäre, wenn wir es nicht schaffen“, sagte der Oberösterreicher. „Wenn es so ist, muss man die Situation analysieren und dann handeln. Die volle Konzentration gilt aber dem Spiel und der Vorbereitung darauf.“ Dass es im Hinblick auf die WM-Qualifikation „ein Endspiel“ ist, sei allen Spielern und Betreuern bewusst.

Die längere Vorbereitungsphase hätte dem Team die Chance eröffnet, „Varianten zu probieren. Es geht um die letzte Konzentration und den vollen Fokus. Ich spüre auch, dass diese Herausforderung voll angenommen wird“, betonte Windtner, der trotz prekärer Tabellensituation keine Rechenspiele aufkommen lassen will. „Wir müssen auf jeden Fall ungeschlagen davonkommen. Das ist die oberste Prämisse. Und wir haben trotz der schmerzvollen Ausfälle noch immer die Qualität, dass wir dort gewinnen können“, unterstrich der 66-Jährige.

Vergleich Österreich-Irland: WM- und EM-Bilanz, größte Erfolge, direkte Duelle

Grafik: ORF.at; Quelle: APA

Dass es zuletzt nicht nach Wunsch gelaufen ist, sei ihm natürlich klar. „Bei der EM war das größte Problem, dass doch einige Schlüsselspieler gehandicapt waren. Wir wollten nicht realistisch zur Kenntnis nehmen, dass das doch gewisse Auswirkungen auf die Gesamtmannschaft hat. Wir haben drüber weggesehen, dass die Mannschaft nicht mehr in der Verfassung ist wie noch einige Monate davor“, sagte Windtner, der sich im Herbst auch über mangelndes Spielglück beklagte: „In Serbien haben wir durch etwas zu wenig Cleverness verloren. Auch Irland war in Wien bei Weitem nicht das dominierende Team.“

Verbandschef strebt dritte Amtszeit an

Zweites großes ÖFB-Thema der kommenden Tage ist Windtners angestrebte Wiederwahl, der 66-Jährige strebt bei der Hauptversammlung am 18. Juni seine dritte Amtszeit an. „Ich gehe mit dem Gefühl eines vom Wahlausschuss einstimmig vorgeschlagenen Kandidaten hinein. Ich empfinde das als klaren Arbeitsauftrag, den aber die ordentliche Hauptversammlung noch bestätigen muss“, sagte Windtner, nachdem die Zustimmung vor wenigen Wochen noch deutlich geringer war.

Mittlerweile seien einige Punkte aber geklärt und einvernehmlich gelöst worden. „Damit war der Zustand der ersten Wahlausschuss-Sitzung - es gab ja insgesamt drei - wiederhergestellt. Wenn am 18. Juni für klare Verhältnisse gesorgt wird, gibt es auch wieder klare Arbeitsstrukturen“, so Windtner, der es schade findet, dass Interna überhaupt an die Öffentlichkeit drangen. „Das war schade, weil man damit nicht einer Person schadet, sondern einer Institution. Es hat mich überrascht, ist für mich aber erledigt.“

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