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„Ich habe ein gutes Gefühl“

Nach zwei Jahren beim FC Basel in der Schweizer Super League hat Marc Janko am Dienstag die Spekulationen um seine weitere Karriere beendet. Der 33-jährige ÖFB-Teamstürmer wechselt nach Tschechien zum Traditionsclub Sparta Prag. Beim Tabellendritten der abgelaufenen Saison unterschrieb Janko einen Vertrag über zwei Jahre. „Ich habe ein gutes Gefühl. Die sportliche Perspektive stimmt“, sagte Janko über seinen neuen Arbeitgeber.

Nach der Admira, Red Bull Salzburg, Twente Enschede, FC Porto, Trabzonspor, FC Sydney und zuletzt Basel ist Sparta die achte Karrierestation des Stürmers. Prag ist zwölffacher tschechischer Meister und 18-facher Cupsieger. Die letzten Titel für Sparta gab es im Jahr 2014, als auch das Double geholt wurde. In dieser Saison musste sich der Club hinter Stadtrivalen Slavia Prag und Viktoria Pilsen, dem Verein von Andreas Ivanschitz, mit Rang drei begnügen.

Ein Titel mit Sparta als Ziel

Neuer Trainer der Tschechen ist der Italiener Andrea Stramaccioni, der zuvor Panathinaikos Athen, Udinese und Inter Mailand betreut hatte. „Ich gehe zu einem Team, bei dem der Trainer Ambitionen und eine Vision hat. Und natürlich will ich mit Sparta einen Titel gewinnen“, sagte Janko, der in der vergangenen Saison 14 Tore für Basel erzielt hat, auf dem tschechischen Portal Idnes.cz.

Unter den bekanntesten neuen Teamkollegen von Janko ist der ehemalige Austria-Stürmer David Lafata. Der 35-Jährige ist auch aktueller Sparta-Kapitän und unmittelbarer Konkurrent des Österreichers um einen Platz im Angriff. Im Kader steht ebenfalls der ehemalige Dortmund- und Arsenal-Legionär Tomas Rosicky.

„Sparta war sehr bemüht um mich“

In knapp zwei Wochen wird der Stürmer zu seinem neuen Verein stoßen. „Mein oberstes Ziel war, einen Club zu finden, der Titel gewinnen will. Sparta war sehr bemüht um mich, ich fühle mich sehr willkommen“, erklärte Janko auf der Sparta-Website.

Vor dem Wechsel hatte sich der Stürmer auch bei einem ehemaligen Basel-Teamkollegen, Goalie Tomas Vaclik, über die tschechische Liga erkundigt. „Es ist eine körperbetonte Liga, aber damit habe ich kein Problem. Ich bin darauf vorbereitet und arbeite mich gerne durch Defensivreihen. Ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam unsere Ziele erreichen“, sagte Janko.

Marc Janko mit Trainer Marcel Koller

APA/Robert Jäger

ÖFB-Teamchef Marcel Koller war über die Pläne von Janko informiert

Der Anspruch des Österreichers ist es zu spielen. In seinem zweiten Jahr in Basel war der Torjäger nicht immer gesetzt. „Wenn man mich mit einem Zweijahresvertrag ausstattet, dann wird das nicht dafür sein, dass ich den anderen die Kabinentüre aufhalte“, meinte Janko gegenüber der APA. „Es gibt schon hohe Erwartungen in meine Person. Außer in der Türkei habe ich überall meine Tore gemacht.“ 34 waren es in zwei Jahren für den FC Basel.

Tschechische Liga hat „international Kraft“

Seine Karriere in einem Nachbarland fortzusetzen, passt auch in die Lebensplanung. „Es macht alles einfacher, wenn man weiß, dass man nur drei Stunden von Wien entfernt ist, wo wir einmal leben wollen“, sagte der Familienvater. Seine Frau und seine einjährige Tochter kommen mit nach Prag. „Die Stadt erinnert mich extrem an Wien. Die Lebensqualität ist hoch.“

Die tschechische Liga stellt der langjährige Legionär über die österreichische. „Sie haben international schon Kraft“, meinte der Niederösterreicher. In der UEFA-Fünfjahreswertung etwa liegt Tschechien als Elfter vor den Niederlanden und der Schweiz. Österreich folgt auf Rang 15. Janko: „Die Fünfjahreswertung lügt nicht. Die Punkte bekommt man nicht geschenkt.“ Durch das hohe Ranking spielt der tschechische Meister in der kommenden Saison fix in der Champions League - ein klares Ziel für Sparta.

Ende der Teamkarriere ist kein Thema

Von seinen neuen Plänen hat Janko auch ÖFB-Teamchef Marcel Koller informiert. „Ich habe mich mit dem Trainer ausgetauscht. Er hat das mit Freude zur Kenntnis genommen“, berichtete der 63-fache Internationale (28 Tore). „Es ist schon beruhigend, dass man jetzt die Sicherheit hat“, sagte Janko.

Ob seine Entscheidung, für zwei Jahre bei Sparta zu unterschreiben, auch seine Zukunft im Nationalteam beeinflusse, wollte Janko nicht beurteilen. „Das Wichtigste ist für uns das Spiel in Irland, und dass wir die Qualifikation erfolgreich zu Ende spielen“, sagte Janko. „Dann werden wir uns zusammensetzen und auch mit der Familie besprechen, wie es mit der Teamkarriere weitergeht. Derzeit sehe ich keinen Grund, sie zu beenden.“

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