Themenüberblick

Beeindruckender Sieg über Titelverteidiger

Dominic Thiem hat am Mittwoch mit einem beeindruckenden Sieg über Titelverteidiger Novak Djokovic das Halbfinale der French Open erreicht. Der als Nummer sechs gesetzte Niederösterreicher setzte sich gegen seinen bisherigen „Angstgegner“ überraschend klar mit 7:6 (7/5) 6:3 6:0 durch und qualifizierte sich damit zum zweiten Mal in Folge für die Vorschlussrunde von Roland Garros.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

In dieser trifft der 23-Jährige am Freitag auf den spanischen „Sandplatzkönig“ Rafael Nadal, der seinen zehnten Paris-Titel anpeilt. Thiem hat damit im sechsten Versuch zum ersten Mal auch Djokovic geschlagen. Der 30-jährige Serbe war der Letzte der aktuellen Top Fünf in der ATP-Weltrangliste, der ihm auf seiner „Abschussliste“ noch gefehlt hat: Gegen Nadal, den Briten Andy Murray sowie die Schweizer Roger Federer und Stan Wawrinka hat Thiem davor schon zumindest je einmal gewonnen.

Dominic Thiem

APA/AP/Christophe Ena

Dominic Thiem durfte sich über einen seiner größten Siege freuen

Thiem hat außerdem als erst zweiter Österreicher nach Thomas Muster zum zweiten Mal das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers erreicht. Der French-Open-Sieger von 1995 war in insgesamt vier Major-Semifinalen gestanden.

„Es hat mir viel Spaß gemacht“

„Es ist unglaublich. Ich habe noch nie gegen ihn gewonnen. Dass es mir im Viertelfinale der French Open erstmals gelingt, ist ein Traum. Die Atmosphäre war großartig, dafür möchte ich mich bedanken. Es hat mir viel Spaß gemacht“, jubelte Thiem nach dem Match.

Thiem besiegt Djokovic in drei Sätzen

Dominic Thiem hat am Mittwoch den Viertelfinal-Hit bei den French Open gegen Titelverteidiger Novak Djokovic mit 7:6 6:3 6:0 gewonnen.

„Es war ein bisschen schwierig, den Ball sauber zu treffen, weil es windig war. Man musste sich viel bewegen, aber ich denke, dass ich das gut hinbekommen habe. Bei einem Grand-Slam-Turnier weit vorzudringen, ist extrem schwierig. Man muss gegen die besten Spieler gewinnen. Am Freitag wird es da sicher nicht leichter“, fügte der Weltranglistensiebente hinzu.

Erster Sieg im sechsten Duell

Die Ausgangslage für Thiem war angesichts von fünf Niederlagen in bisher fünf Partien gegen die langjährige Nummer eins nicht gerade vielversprechend gewesen, lediglich ein Satzgewinn - beim ATP-Finale 2016 in London im Tiebreak - war ihm bisher gegen den zwölffachen Grand-Slam-Turniersieger Djokovic gelungen. Im Vorjahr hatte es im Paris-Halbfinale eine 2:6 1:6 4:6-Abfuhr gegeben, vor wenigen Wochen im Rom-Semifinale sogar eine 1:6 0:6-Pleite.

Umkämpfter erster Satz mit Happy End

Thiem startete konzentriert in den Schlager auf dem Court Suzanne Lenglen und nahm Djokovic mit seinem vierten Breakball den Aufschlag zur 2:1-Führung ab. Dem Weltranglistenzweiten gelang aber postwendend das Rebreak. Im umkämpften fünften Game, das gleich sechsmal über Einstand ging, vergab der Österreicher eine Breakchance und der Serbe brachte sein Service mit Mühe durch.

Danach schwächelte Thiem bei eigenem Aufschlag ein wenig und geriet durch ein weiteres Break mit 2:4 in Rückstand. Dem Lichtenwörther gelang allerdings das sofortige Rebreak zum 3:4 und die nächsten fünf Games gingen jeweils an den Aufschläger, wobei Thiem beim Stand von 4:5 zwei Satzbälle abwehren musste. Im Tiebreak gaben dann wieder die Rückschläger den Ton an - mit dem besseren Ende für den Außenseiter. Thiem verwertete nach 76 Minuten bei Service Djokovic seinen zweiten Satzball zum 7/5.

Thiem holt sich ersten Satz im Tiebreak

Dominic Thiem gewann das Tiebreak mit 7/5 und fixierte damit die vorentscheidende 1:0-Satzführung.

Rasche Breaks in den Sätzen zwei und drei

Im zweiten Durchgang erwischte Thiem einen guten Start, fixierte mit seiner dritten Chance das Break zum 2:0, hatte bei eigenen Aufschlag nur ein einziges Mal Mühe (ein abgewehrter Breakball bei 4:2-Führung) und servierte nach einer Spielzeit von nur 37 Minuten mit dem zweiten Satzball zum 6:3 aus.

Novak Djokovic

APA/AP/Christophe Ena

Vom Verlust des Tiebreaks im ersten Satz erholte sich Djokovic nicht mehr

Im Eröffnungsgame des dritten Satzes erspielte sich der Österreicher dann erneut gleich Breakchancen, von denen er die dritte verwertete. Djokovic wirke nun schwer angeschlagen und machte kein einziges Game mehr. Nach insgesamt 2:15 Stunden und dem zweiten Matchball war die geglückte Revanche für Vorjahresniederlage und die kürzliche Rom-Schlappe perfekt.

Tiebreak war vorentscheidend

„Alles wurde im ersten Satz entschieden. Ich habe alles versucht, dann habe ich das Break zu Beginn des zweiten Satzes bekommen“, sagte Djokovic. „Dominic hat dann immer besser serviert. Er hat verdient gewonnen und war definitiv der bessere Spieler auf dem Platz“, zollte er der starken Leistung von Thiem Respekt.

Djokovic verpasste damit erstmals seit 2010 - als er im Viertelfinale dem Österreicher Jürgen Melzer unterlegen war - das French-Open-Halbfinale. Einen 0:6-Satz bei einem Major hatte der „Djoker“ zuletzt bei den US Open 2005 gegen den Franzosen Gael Monfils kassiert.

Kurzauftritt von Nadal

Nächster Gegner Thiems ist nun Turnierfavorit Nadal, der gegen seinen spanischen Landsmann Pablo Carreno Busta am Mittwoch nur einen Kurzauftritt hatte. Der neunfache Paris-Sieger führte mit 6:2 2:0, als Carreno Busta nach nur 51 Minuten wegen einer Bauchmuskelverletzung aufgeben musste. Der 31-jährige Nadal hat damit auf dem Weg in sein 25. Grand-Slam-Halbfinale - ebenso wie Thiem - noch keinen einzigen Satz abgegeben.

Auch Murray und Wawrinka im Halbfinale

Im zweiten Semifinale kommt es zu einer Neuauflage des letztjährigen Halbfinales zwischen Murray und Wawrinka. Der britische Vorjahresfinalist und Weltranglistenerste bezwang den als Nummer acht gesetzten Japaner Kei Nishikori nach anfänglichen Problemen mit 2:6 6:1 7:6 (7/0) 6:1, der als Nummer drei eigestufte Schweizer fertigte den Kroaten Marin Cilic mit 6:3 6:3 6:1 ab.

Der French-Open-Sieger von 2015 steht damit zum dritten Mal in Folge im Paris-Halbfinale. Zum Sieg gegen den als Nummer sieben gesetzten Cilic, der im Turnier bis dahin noch keinen Satz abgegeben hatte, benötigte „Stan the man“ nur 1:40 Stunden. Murray zog zum bereits vierten Mal hintereinander in die Vorschlussrunde ein.

Links: