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„Schwierigste Golfwoche des Jahres“

Erstmals finden die US Open und damit das zweite der vier Golf-Majors in Wisconsin statt. Erin Hills am Lake Michigan ist ab Donnerstag Schauplatz des seit 1895 ausgetragenen Turniers, das als eines der schwierigsten des Jahres gilt. Der Sieger kassiert dabei erstmals über zwei Mio. Dollar Preisgeld. Titelverteidiger ist Dustin Johnson, am Start ist mit Bernd Wiesberger auch ein Österreicher.

Der über 7.100 Meter lange Par-72 Kurs in Erin Hills ist für alle Spieler Neuland. Die USGA hat wieder einen Platz bereitgestellt, der es in sich hat. Bei den US Open werden die besten Spieler der Welt traditionell mit den schwierigsten Bedingungen des Jahres konfrontiert. Auch deshalb sind die US Open nach wie vor das einzige Major, bei dem Wiesberger noch nie den Cut geschafft hat. Österreichs Nummer eins weiß daher, was beim vierten Anlauf zu erwarten ist.

Durchwachsene Generalprobe in Atzenbrugg

„Das wird sicher die schwierigste Golfwoche des Jahres, in der man Birdies an einer Hand abzählen kann. Also definitiv kein Zuckerschlecken“, hatte der Burgenländer vor seinem Abflug in die USA gemeint. Wiesberger hatte die heimischen Lyoness Open als Generalprobe auserkoren gehabt, war nach Platz 15 in Atzenbrugg aber nicht wirklich zufrieden. „Nur die ersten zwei Runden waren so, wie ich auch bei den Open spielen sollte“, lautete die Erkenntnis des Weltranglisten-30.

Bernd Wiesberger

APA/EXPA/JFK

In Atzenbrugg zeigte sich Wiesberger nur in den ersten beiden Runden von seiner stärksten Seite

Auch in Erin Hills wird der Platz hart und schnell sein. „Ich muss daher schauen, dass meine Fehlschläge nicht so gravierend sind wie in Atzenbrugg und dass ich vom Tee stärker und schärfer bin“, so Wiesberger, der Donnerstagabend (MESZ) abschlägt. In der Tat wird bei den US Open traditionell vor allem das exakte Spiel vom Abschlag belohnt. Deshalb sind die Scores dort meist relativ hoch.

„Es heißt daher, den Fokus eng und die Erwartungshaltung niedrig zu halten“, warnte der Österreicher. „Man wird ein Par als gutes Ergebnis akzeptieren, manchmal sogar um Bogeys kämpfen und trotzdem positiv bleiben müssen. Und, man darf sich nie gehen lassen.“ Auf den 31-jährigen Oberwarter kommt also ein weiterer Charaktertest zu, nachdem schon in Atzenbrugg sein großer Kampfgeist nicht belohnt worden ist. Wiesberger: „Zum Glück fängt man auch im Golf immer wieder bei null an.“

Keine Angst vor Regeldiskussion

Titelverteidiger Johnson hatte im Vorjahr in Oakmont für seinen ersten ganz großen Sieg im Profigolfsport 1,8 Millionen kassiert. Inzwischen ist der 32-jährige Longhitter aus den USA die Nummer eins der Welt. Ein neuerlicher Sieg würde den Schwiegersohn von Eishockey-Legende Wayne Gretzky doppelt freuen. Denn der Schlusstag der US Open ist traditionell der amerikanische Vatertag, und seine Verlobte Paulina Gretzky brachte unmittelbar vor dem Turnier den zweiten gemeinsamen Sohn zur Welt.

Dustin Johnson

APA/AFP/Getty ImageS/Andrew Redington

Im Vorjahr ließ sich Johnson auch von Regeldiskussionen nicht von der Siegerstraße abbringen

Johnson ist freilich die Schlussrunde des Vorjahres unvergessen geblieben, weil man ihn dabei viel zu spät darüber informiert hatte, dass eventuell ein Strafschlag droht. Johnson blieb cool und holte mit drei Schlägen Vorsprung seinen ersten Major-Titel. Die Regeldiskussionen haben danach angehalten. Mehrfach wurde vor allem über Strafen diskutiert, die erst dank hochauflösender TV-Bilder ausgesprochen werden konnten. Dem versuchen die Regelhüter nun nicht nur in den USA entgegenzuwirken, indem man sich - wie im Golf eigentlich üblich - künftig wieder vermehrt an dem orientiert, was mit freiem Auge zu sehen ist.

Shootingstar Rahm mehr als ein Geheimtipp

In Erin Hills ist fast alles am Start, was im Profigolfsport Rang und Namen hat. Deshalb werden auch 35.000 Zuschauer täglich erwartet. Ein ganz heißer Tipp auf den Sieg ist Jon Rahm. Der Spanier ist Aufsteiger des Jahres und ein Jahr nach seinem Profidebüt bereits in den Top Ten der Weltrangliste zu finden. Im Vorjahr wurde der 22-jährige Shooting Star noch als Amateur 23. Rahm wäre nach Jason Day (PGA 2015), Danny Willett (Masters 2016), Dustin Johnson (US Open 2016), Henrik Stenson (British Open 2016), Jimmy Walker (PGA 2016) und Landsmann Sergio Garcia (Masters 2017) der siebente Major-Premierensieger in Serie.

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