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Zwei Siege, 1:0-Führung

Das Emirates Team New Zealand hat die Auftaktrennen im 35. Match um den America’s Cup dominiert. Vor Bermuda gewannen die Neuseeländer mit Steuermann Peter Burling die ersten beiden Duelle im Wettsegeln mit deutlichem Vorsprung und führten Titelverteidiger Oracle Team USA um Skipper Jimmy Spithill dabei phasenweise vor.

Die Neuseeländer führen nach dem ersten Finaltag „nur“ mit 1:0, da sie in Folge des Sieges der USA in der Qualifikation mit einem Minuspunkt in das Finale gestartet waren. Den 35. America’s Cup gewinnt das Team, das zuerst sieben Siegespunkte erreicht. Das Duell der Cupgiganten wird am Sonntag mit den Rennen drei und vier fortgesetzt. „Wir geben uns keinen Illusionen hin. Wir werden weiter hart arbeiten müssen“, sagte Burling nach dem perfekten Auftakt.

Oracle Team USA gegen Emirates Team New Zealand

APA/AFP/Getty Images/Clive Mason

Team New Zealand (l.) hatte zum Auftakt den Titelverteidiger Oracle im Griff

Neuseeland mit überlegener Geschwindigkeit

Mit den klaren Auftakterfolgen unterstrichen die zweimaligen Cupsieger ihre gute Form aus der Herausfordererrunde. Nach der traumatischen Niederlage bei der 34. Cupauflage im Jahr 2013 vor San Francisco, bei der die Neuseeländer schon mit 8:1 geführt hatten und den Amerikanern noch 8:9 unterlagen, punktete das neuseeländische Team am Samstag vor allem mit überlegener Bootsgeschwindigkeit.

Die Neuseeländer erreichten dabei auf ihren „Foils“ eine Spitzengeschwindigkeit von 60,7 km/h. In der ersten Wettfahrt gewann die Crew des erst 26-jährigen Burling mit 30 Sekunden Vorsprung. Das Guthaben von 1:49 Minuten war nach einem Fehler im Finish geschmolzen. Das zweite Rennen sah den Herausforderer dann mit 1:28 Minuten Vorsprung voran. „Das war ein harter Tag für uns. Wir hatten unsere Chancen, aber der Gegner hat weniger Fehler als wir gemacht“, sagte Spithill.

Berühmteste Regatta der Welt

Die Erfolgsgeschichte der Regatta begann 1851 bei einem Einladungsrennen vor der britischen Isle of Wight mit dem Sieg der Jacht „America“ gegen eine Armada an britischen Schiffen. Zu Ehren des siegreichen Schoners wurde der Ländervergleich in America’s Cup umbenannt. Der erste echte America’s Cup 1870 vor New York endete ebenfalls mit einem amerikanischen Erfolg. Bis 1983 feierten die Amerikaner dank des New York Yacht Clubs insgesamt 25 Siege in Folge. Der „Auld Mug“, eine silberne Teekanne, war im Clubhaus des Jachtclubs teilweise sogar festgeschraubt - so dominant waren die US-Boote.

1983 konnte Australien die Vorherrschaft der Amerikaner, die den „Auld Mug“ insgesamt 30-mal gewannen, brechen. 1995 und 2000 holte sich schließlich Neuseeland die prestigeträchtigste Trophäe im Segelsport. 2003 gelang mit dem Schweizer Syndikat Alinghi erstmals in der Geschichte einem europäischen Teilnehmer der Sieg. Vier Jahre später konnten die Schweizer ihren Triumph vor Valencia wiederholen. 156 Jahre nach der ersten Ausgabe fand der America’s Cup damit wieder in europäischen Gewässern statt. Vor sieben Jahren holten sich die Amerikaner schließlich den „Auld Mug“ zurück.

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