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Ronaldo und Co. vergeben Auftakterfolg

Europameister Portugal ist bei seinem Auftaktspiel beim Confederations Cup in Russland nicht über ein Remis hinausgekommen. Die Mannschaft um Weltfußballer Cristiano Ronaldo trennte sich am Sonntag von Mexiko mit einem 2:2 (1:1). Vor 34.372 Zuschauern in Kasan trafen Ricardo Quaresma (34.) und Cedric (86.) für die Portugiesen. Javier Hernandez (42.) und Hector Moreno (91.) konnten jeweils ausgleichen.

Beim Stand von 0:0 wurde zudem ein Tor der Portugiesen nach einem Videobeweis aberkannt - eine Premiere bei einem FIFA-Turnier. Nachdem Nani (21.) das vermeintliche Führungstor zum 1:0 erzielt hatte, sprach Schiedsrichter Nestor Pitana aus Argentinien mit den Videoschiedsrichtern und entschied zu Recht auf Abseitsposition von Pepe vor dem mexikanischen Torhüter.

Ronaldo

APA/AP/Martin Meissner

Der Last-Minute-Ausgleich durch Moreno lässt Mexiko gegen Portugal jubeln

Trotz einer schönen Vorlage von Ronaldo konnte Portugal bei seiner Confed-Cup-Premiere also nicht überzeugen. Der Real-Superstar legte in der 34. Minute die Führung durch Quaresma nach einer schönen Einzelleistung mit einem perfekten Querpass auf. Auch sonst spielte Ronaldo mannschaftsdienlich und insgesamt stark, konnte sein Team aber letztlich nicht zum erhofften Auftaktsieg führen. Der zweite Gegentreffer in der Nachspielzeit tat weh.

Elf Europameister in der Startelf

Portugal steht damit am Mittwoch gegen Gastgeber Russland, der zum Auftakt mit 2:0 gegen Neuseeland gewonnen hatte, bereits unter Druck. Der Europameister darf gegen die Russen nicht verlieren, um nicht vorzeitig aus dem Rennen um den Sieg bei der Generalprobe für die WM in einem Jahr zu sein.

Nach den verheerenden Waldbränden in Portugal hatte die zweite Partie beim Confed-Cup mit einer Schweigeminute begonnen. Elf Europameister standen in der Startformation von Trainer Fernando Santos. Mexiko startete mit Javier „Chicharito“ Hernandez, mit 47 Toren der Rekordschütze der „El Tri“. Carlos Salcedo hatte auf der rechten Abwehrseite die Aufgabe, Ronaldo zu stoppen. Nach ordentlichem Beginn war der 23-Jährige davon etwas überfordert.

Starke Ronaldo-Aktion vor erstem Treffer

Die erste Viertelstunde blieb Ronaldo unauffällig, kaum ein langer Ball erreichte den 32-Jährigen. Den ersten großen Auftritt hatte er in der 20. Minute: Sein Freistoß aus zentraler Position landete in der Mauer, den Nachschuss hämmerte er wuchtig aus 17 Metern an die Latte. Wenig später jubelte Portugal erstmals - allerdings vergebens, Schiedsrichter Pitana aus Argentinien verwehrte dem Treffer von Nani nach Rücksprache mit dem Videoschiedsrichter die Anerkennung, weil Pepe beim Schuss vor dem Tor im Abseits stand. Gut eine Minute dauerte diese FIFA-Premiere.

Abseitstor durch Nani (21.) nach Videobeweis aberkannt

Ein Abseitstor von Nani für Portugal wird nach Rücksprache des Schiedsrichters mit den Videoreferees zu Recht aberkannt, weil Pepe im Abseits gestanden war.

Nachdem Mexiko die Anfangsphase dominiert hatte, wirkte der nicht gegebene Treffer wie ein Adrenalinschub für die Portugiesen. Zunächst schien es, als habe Ronaldo sich auf der linken Seite verdribbelt, ließ dann aber Diego Reyes und den überforderten Salcedo aussteigen - mühelos schob Quaresma den Ball nach perfektem Querpass zur Führung ein. Der Torschütze konnte in der 40. Minute einen „Fersler“-Pass von Ronaldo nicht verwandeln - es wäre vielleicht schon die Vorentscheidung gewesen.

Spektakuläres Finish

So kamen die Mexikaner, die mit ihrer siebenten Confed-Cup-Teilnahme den Rekord von Brasilien einstellten, noch einmal zurück. Nach einem schweren Patzer von Gurreiro traf Hernandez nach Vorlage von Vela per Kopf zum Ausgleich - es war der 48. Treffer im Nationaltrikot für „Chicharito“. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte hätte der Leverkusen-Stürmer die Mexikaner beinahe in Führung geschossen. Auch nach der Pause gab das Team von Trainer Juan Carlos Osorio aus Kolumbien zunächst den Ton an.

Mexiko, der Confed-Cup-Sieger von 1999, wirkte spielfreudiger, die Portugiesen lauerten wie in der ersten Hälfte auf ihre Chance. Die kam durch Cedric und sein Tor - und führte zu einem neuerlichen Videobeweis, der diesmal zu Gunsten der Portugiesen ausging. Doch in der Nachspielzeit ließ Moreno die Mexikaner erneut jubeln. Ausgleich und damit Punkteteilung waren insgesamt gerecht.

Ronaldo

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Ronaldo wurde zumeist von zwei Gegenspielern bedrängt

„Wir kassieren ein Tor in der letzten Minute, das man vermeiden kann. Aber so ist halt der Fußball“, klagte Portugals Trainer Fernando Santos nach Schlusspfiff. „Als Cristiano viel Platz hatte, herrschte Alarm bei Mexiko. Wir hätten häufiger über Cristiano spielen sollen, aber unsere Spieler sind keine Maschinen", fügte er hinzu. Mexikos kolumbianischer Coach Juan Carlos Osorio befand: "Wir haben gegen ein sehr, sehr starkes Team gespielt und waren heute mindestens genauso gut wie sie.“

„Man of the Match“ schwänzt Pressekonferenz

Ronaldo hat dann nach dem Match gegen das FIFA-Protokoll verstoßen. Der Real-Superstar nahm nicht wie vorgesehen an der Pressekonferenz teil, obwohl dies für den zum „Man of the match“ gekürten Akteur üblich ist. Laut FIFA-Angaben wurde Ronaldo medizinisch behandelt. Auch als er später durch die Mixed Zone ging, äußerte sich Ronaldo nicht. Sanktionen vom Weltverband hat Ronaldo dem ersten Vernehmen nach nicht zu befürchten.

Seit Bekanntwerden der gravierenden Steueranschuldigungen seitens der spanischen Finanz hat sich Ronaldo noch nicht ausführlich öffentlich geäußert. Zuletzt gab es Medienberichte, dass der 32-Jährige den spanischen Meister wegen der Affäre verlasse. Ronaldo gab später nur ein kurzes Statement für einen Sponsor ab. „Es ist nicht das Ergebnis, das wir wollten“, so Portugals Kapitän. „Wir machen uns keine Sorgen, es geht uns gut, wir sind ruhig.“

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