Themenüberblick

Kayode und Stryger abwanderungswillig

Die Wiener Austria ist mit vielen Fragezeichen in die Saisonvorbereitung gestartet. Der Vertrag von Lukas Rotpuller ist ausgelaufen, Angreifer Olarenwaju Kayode sowie Außenspieler Jens Stryger Larsen möchten den Club gerne verlassen. Auch die Vertragssituation von Angreifer Kevin Friesenbichler ist völlig offen. Immerhin: Trainer Thorsten Fink bleibt und geht in seine dritte Austria-Saison.

Aufgrund der personellen Unklarheit wurde der Trainingsstart zu einem Event mit wenig Überraschungseffekt: Coach Fink geht mit einem zunächst kaum veränderten Kader in die Saisonvorbereitung. Zum Beginn standen Leistungstests in der hauseigenen Akademie auf dem Programm. Die kommenden Wochen könnten aus violetter Sicht dennoch die eine oder andere Umwälzung im Kader mit sich bringen. Zumindest die Gerüchteküche war zuletzt am Brodeln.

Austria startet Vorbereitung ohne gröbere Veränderungen

Vizemeister Austria Wien will in der kommenden Saison an die Erfolge der jüngeren Vergangenheit anschließen. Größere Veränderungen innerhalb der Mannschaft gibt es bisher nicht.

Zum Thema wurde in den vergangenen Tagen Heiko Westermann. Der deutsche Ex-Internationale (27 Länderspiele) steht bei Ajax Amsterdam auf dem Abstellgleis, die Niederländer lassen den 33-Jährigen angeblich ablösefrei ziehen. Austria-Trainer Fink wusste nur Positives über Westermann zu berichten: „Er hat eine Topeinstellung, ist ein Tier. Er könnte uns mit seiner Erfahrung weiterhelfen.“

Rotpuller ist weg, kommt Westermann?

Unter Fink spielte Westermann bereits beim Hamburger SV (2011 bis 2013). Der Deutsche könnte die durch den Abgang von Rotpuller entstandene Lücke in der Innenverteidigung schließen. Rotpuller verlängerte seinen mit Saisonende ausgelaufenen Vertrag nicht. Fink rechnet derzeit nicht mehr mit dem 26-Jährigen, laut Sportdirektor Franz Wohlfahrt gibt es aber weiter Verhandlungen.

Archivbild von Heiko Westermann (Ajax)

Reuters/United Photos/Toussaint Kluiters

Heiße Aktie für die Austria: Verteidiger Westermann (im roten Ajax-Dress) - er könnte ablösefrei zu den Violetten kommen

Weitere Baustellen befinden sich im Angriff und auf der Position des Rechtsverteidigers. Kayode sieht sich für Höheres bereit, auch Stryger Larsen hat deutlich gemacht, dass er seine Zukunft in einer besseren Liga sieht. Das im Juni noch im Länderspieleinsatz beschäftigte Duo weilt derzeit noch auf Urlaub. Österreichs Torschützenkönig Kayode wird erst kommende Woche im Trainingslager in Seeboden (ab Freitag) erwartet.

Noch keine offiziellen Angebote eingetroffen

Momentaner Stand der Dinge ist, dass sowohl für Kayode als auch Stryger Larsen kein offizielles Angebot vorliegt. Sollte ein solches eintreffen, ist man gesprächsbereit. Laut Wohlfahrt werden im Hintergrund auch mögliche Alternativen ausgelotet. Kein Geheimnis ist beispielsweise, dass die Austria an Admiras Christoph Monschein interessiert ist. Zwei Angebote haben die Wiener gemacht, derzeit liegen die Verhandlungen aber offenbar auf Eis. „Wir können die Forderungen der Admira nicht erfüllen“, sagte Wohlfahrt.

Ein Tauziehen gibt es auch um Friesenbichler. Der Angreifer ist noch bis 30. Juni vertraglich an die Austria gebunden, ehe das Leihgeschäft mit Benfica Lissabon ausläuft. Mit Portugals Meister sei man laut Wohlfahrt „in guten Gesprächen“. Trainer Fink („Ich bin ein Fan von ihm“) würde Friesenbichler gerne halten.

Alexander Grünwald auf dem Laufband

APA/Georg Hochmuth

Alexander Grünwald (r.) und Raphael Holzhauser (l.) präsentieren sich beim Trainingsauftakt auf dem Laufband

Kader soll qualitativ besser werden

Insgesamt hoffte Fink darauf, dass sich der Kader nicht groß verändern und, wenn möglich, qualitativ noch besser wird. Viel bewegen wird man sich diesbezüglich aber nicht können. Das Budget der Favoritner, das im Rahmen der Aufsichtsratssitzung am Montag abgesegnet wurde, lässt keine großen Sprünge zu. „Wir können keinen Spieler holen, der unseren Gehaltsrahmen sprengt“, meinte Wohlfahrt.

Fink will sich mit der Transferpolitik des Clubs nicht groß beschäftigen. Vor seiner dritten Saison bei der Austria hält der 49-Jährige an seiner Marschroute fest. In Meisterschaft und Europa League - die Austria steigt in der dritten Qualifikationsrunde Ende Juli ein - soll gleichermaßen reüssiert werden. National lautet das Motto wieder gleich: vorne mitspielen und den Serienmeister ins Wanken bringen. Fink: „Red Bull zu schlagen wird sehr schwierig werden. Aber sie haben den Trainer gewechselt, vielleicht tut der Mannschaft das nicht so gut. Dann wollen wir da sein.“

Links: