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„Ein sehr kompliziertes Spiel“

Russland könnte beim Confederations Cup mit einem Sieg über Europameister Portugal am Mittwoch (17.00 Uhr, live in ORF eins) bereits das Ticket für das Semifinale lösen. Während die Russen nach dem Auftakterfolg über Neuseeland keinen Druck verspüren, stehen Cristiano Ronaldo und Co. nach ihrem enttäuschenden 2:2 gegen Mexiko unter Zugzwang. „Wir wissen, was wir zu tun haben“, sagte Adrien Silva.

Der Mittelfeldmann von Sporting Lissabon weiß allerdings um die Schwere der Aufgabe. „Vor deren Publikum wird das ein sehr kompliziertes Spiel“, betonte Adrien Silva. Der EM-Titel vor einem Jahr hat den Portugiesen aber auch großes Selbstvertrauen und eine gewisse Gelassenheit im Umgang mit derartigen Situationen gegeben. Damals spielten sie in der Vorrunde gleich dreimal remis (u. a. 0:0 gegen Österreich) und erreichten nur mit Mühe die K.-o.-Runde. Am Ende gewannen sie den Titel.

Confed-Cup: Russland gegen Portugal

Beim Confed-Cup ist Gastgeber Russland am Mittwoch erstmals richtig gefordert: Um das Turnier zu gewinnen, muss wohl nach dem gelungenen Turnierauftakt auch gegen Europameister Portugal ein Sieg her.

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So weit will das russische Team beim Heimturnier gar nicht denken. Trainer Stanislaw Tschertschessow und seine Spieler wissen aber genau, was sie ein Jahr vor der weitaus wichtigeren WM im eigenen Land trotzdem erreichen können: „Die Stimmung beeinflussen, die Zuschauer hinter uns bringen“, wie Tschertschessow immer sagt. Das Spiel gegen Portugal und Ronaldo bietet dafür eine gute Chance. „Es wird sehr schwierig, aber wir haben einen großen Vorteil: Wir spielen zu Hause“, sagte Torwart Guilherme.

Russlands Trainer Stanislaw Tschertschessow

Reuters/Maxim Shemetov

Russland-Teamchef Tschertschessow hofft gegen Portugal auf WM-Stimmung auf den Rängen

Der 31-Jährige kann sich mit jedem portugiesischen Spieler bestens verständigen, da er in Brasilien geboren wurde und erst seit 2015 russischer Staatsbürger ist. Guilherme kennt auch die Probleme des russischen Fußballs sehr genau. 2012 wehrte er sich in einem Video zusammen mit anderen brasilianischen und afrikanischen Spielern gegen weit verbreiteten Hooliganismus und Rassismus in den Stadien. Er weiß auch, dass immer weniger wirklich gute Spieler aus solchen Ländern, aus West- oder Südeuropa in die „Premier Liga“ wechseln und darunter auch zusehends das Niveau des gesamten russischen Fußballs leidet.

Beim Spiel gegen Portugal in der neuen Arena von Spartak Moskau sollen diese Probleme aber zumindest für einen Abend keine Rolle spielen. „Das Stadion wird voll sein. Das wird uns helfen, es gibt uns Kraft, und wir können gewinnen“, sagte Stürmer Fjodor Smolow. Vorfreude auf das Duell mit dem Europameister und das bisher bedeutendste Spiel beim Confederations Cup in seinem Land herrscht auch bei Verbandsvize Nikita Simonjan. „Ronaldo auszuschalten wird eine hervorragende Aufgabe für uns“, sagte der 90-jährige ehemalige Teamstürmer.

Ronaldo dominiert Schlagzeilen

Dass die „Selecao“ einmal mehr auf Ronaldo reduziert wird, sorgt zumindest bei dessen Mitspielern kaum noch für Aufregung. Selbst die Dauerschlagzeilen über ihren Kapitän sind sie von anderen großen Turnieren längst gewohnt. „Wir sind Profis. Wir denken nur daran, unser Bestes beim Confederations Cup zu erreichen“, betonte Pepe. „Es ist das erste Mal, dass Portugal bei diesem Wettbewerb dabei ist. Das ist für uns ein Privileg. Wir wollen so weit kommen wie möglich. Und Cristiano ist genauso konzentriert und motiviert wie wir alle.“

Cristiano Ronaldo beim Training

Reuters//Darren Staples

Ronaldo hofft, dass er auch dank seiner Treffer wieder in die Schlagzeilen kommt

Am Dienstag verkündete der Präsident von Real Madrid, dass Ronaldo bei seinem Verein bleiben werde. Eine unmissverständliche Unterstützung oder gar Solidarität in der Steueraffäre gab Florentino Perez dem Weltfußballer des Jahres jedoch nicht. Ronaldo dürften die Interviews deshalb mehr verärgert als beruhigt haben. Ebenso wie die Medienberichte, dass er am 31. Juli vor einem Richter in Madrid aussagen soll.

Einen Tag vor dem Spiel am Mittwoch gönnte sich dann auch noch Russlands Stürmer Smolow eine kleine Spitze gegen den Superstar. „Wir haben niemanden im Team, der mit Cristiano Ronaldo um den Goldenen Ball konkurrieren könnte“, sagte der 27-Jährige. „Aber ich bin überzeugt, dass wir so jemanden auch nicht brauchen, weil es sehr schwer ist, ein Kollektiv zu bilden, wenn es in der Mannschaft so jemanden gibt. Es ist schwierig, wenn sich in einer Mannschaft alles um einen Menschen dreht.“

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