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„Haben Hausaufgaben gemacht“

Der Europäische Fußballverband (UEFA) hat Österreichs Meister Red Bull Salzburg und dem deutschen Tabellenzweiten RB Leipzig das Startrecht für die Champions League erteilt. Wie der Verband am Dienstag mitteilte, liege keine Verletzung der Regularien zur „Integrität des Wettbewerbs“ vor. Aufgrund des gemeinsamen Eigentümers bzw. Sponsors hatte es diesbezüglich bis zuletzt ein Fragezeichen gegeben.

Die Regeln fordern eine strikte Trennung auf allen Ebenen aller an der Champions League teilnehmenden Vereine. Bei Leipzig hatte man der UEFA-Entscheidung entspannt entgegengesehen. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, hatten Clubchef Oliver Mintzlaff und Sportdirektor Ralf Rangnick immer wieder betont. Beide Clubs seien mittlerweile komplett entflochten.

RB-Leipzig-Coach Ralph Hasenhüttel und Leipzig-Chef Ralf Rangnick in Siegerpose

GEPA/Roger Petzsche

Hasenhüttl darf mit Rangnick vielleicht bald auch in der Königsklasse jubeln

Entsprechend positiv fiel auch das Urteil der UEFA aus. Beide Clubs hätten „bedeutende Management- und strukturelle Änderungen (hinsichtlich Unternehmensfragen, Finanzen, Personal, Sponsoring usw.) vorgenommen“, verlautete der Verband. Man sei zu der Auffassung gelangt, „dass keine natürliche oder juristische Person mehr entscheidenden Einfluss auf mehr als einen an einem UEFA-Clubwettbewerb teilnehmenden Verein hat“.

Erfolgreicher Entflechtungsprozess

Salzburg würde Red Bull auf Basis des bis 2022 verlängerten Sponsorenvertrags nur noch als Hauptsponsor haben, in der Königsklasse tritt der österreichische Meister unter dem Namen FC Salzburg an. Zudem wurde in den letzten Monaten laut Vereinsangaben die „erfolgreiche und langjährige Partnerschaft restrukturiert“. Zudem wurde mit Harald Lürzer ein neuer Vorstandsvorsitzender gewählt. Beide Vereine hatten schon seit gut zwei Jahren die formaljuristische und personelle Entflechtung vorangetrieben.

Weiter wurde auch der internationale Auftritt der Salzburger überarbeitet. Die Präsentation der neuen Trikots für die UEFA-Bewerbe ist für den 29. Juni bei einer Pressekonferenz im Trainingslager in Leogang angesetzt. Der Double-Gewinner wurde für die zweite Qualifikationsrunde (11./12. sowie 18./19. Juli) gegen den Sieger aus Hibernians Paola aus Malta gegen FCI Tallinn aus Estland gelost. Leipzig ist direkt für die Gruppenphase qualifiziert.

„Wir sind nun Teil der UEFA“

„Wir sind nun Teil der UEFA und freuen uns gemeinsam mit unseren Mitbewerbern auf die Champions League“, sagte Leipzigs Clubchef Mintzlaff, im Vorjahr noch Red Bulls „Head of Global Soccer“ in Personalunion. RB habe „gemeinsam mit unseren Gesellschaftern Änderungen vollzogen, um die Regeln zur Integrität des Wettbewerbs einzuhalten“, betonte der 41-Jährige.

Hätte die UEFA eine Verletzung der Bewerbsintegrität erkannt, wäre Leipzig als Vizemeister von der CL ausgeschlossen worden. Salzburg als Meister hätte in diesem Falle Vorrang und die Starterlaubnis bekommen. Aus diesem Grund hatte es bis zuletzt mediale Spekulationen gegeben, Salzburg könnte auf ein Antreten verzichten. Dann hätte Österreichs Serienmeister gemäß heimischen Bestimmungen allerdings der Lizenzentzug gedroht.

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