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Erster Härtetest für das Perspektivteam

Nach dem nur vom Ergebnis her knappen 3:2-Auftaktsieg gegen das teilweise überforderte Australien wartet auf Deutschlands Perspektivteam am Donnerstag (20.00 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) der erste wirkliche Härtetest. Der Weltmeister trifft beim Confederations Cup im zweiten Spiel in Gruppe B auf Chile. Der Sieger des Duells könnte schon ins Halbfinale einziehen.

Deutschlands Teamchef Joachim Löw hat großen Respekt vor dem Südamerika-Meister und kommt bei der Aufzählung der Qualitäten des Gegners ins Schwärmen. „Chile ist ein Team, das so flexibel wie kaum eine andere Mannschaft spielt“, stellte Löw fest. „Sie sind eine unberechenbare Mannschaft, weil alle Spieler bis auf ein oder zwei Tore erzielen wollen und auch können“, analysierte der 57-Jährige, der seinen 100. Sieg im 148. Länderspiel als DFB-Coach feiern könnte.

Joachim Löw

APA/AFP/Patrik Stollarz

DFB-Coach Joachim Löw muss sein Team auf Chile gut vorbereiten

Bei Chile passt vieles zusammen: die Eingespieltheit, die jahrelange Prägung durch Toptrainer wie Marcelo Bielsa und Jorge Sampaoli sowie eine enorme taktische Reife. „Sie haben eine unheimliche Wucht nach vorne. Die Spieler wechseln ständig ihre Positionen. Es ist absolut klasse, wie Chile spielt. Turniere haben immer einen besonderen Verlauf. Aber Chile zählt generell in der Besetzung, mit der sie hier antreten, zu den besten Mannschaften überhaupt.“

Chile setzt auf das Duo Vidal/Sanchez

Chile ist im Gegensatz zum Weltmeister mit allen Schlüsselspielern angereist. Beim 2:0 gegen den Afrikameister Kamerun wurden die Chilenen ihrer Favoritenrolle gerecht. Die Stars des Teams sind Arturo Vidal und Alexis Sanchez. Der Bayern-Legionär verfolgt mit seinen Kollegen einen klaren Plan bei der WM-Generalprobe: „Unser Ziel ist, den Pokal zu holen. Wir wollen zeigen, dass es kein Zufall ist, dass wir zweimal die Copa America (2015, 2016) gewonnen haben.“

Alexis Sanchez

APA/AFP/Yuri Kadobnov

Wenn Alexis Sanchez vor dem Tor auftaucht, wird es gefährlich

Der 30-jährige Vidal und der 28-jährige Sanchez spielen bereits seit zehn Jahren im Nationalteam zusammen und standen schon 2006/07 gemeinsam im Kader des chilenischen Rekordmeisters Colo-Colo. Nach Vorarbeit von Sanchez erzielte Vidal auch das Führungstor gegen Kamerun. „Ich habe wenige Spieler erlebt, die so hungrig sind wie er. Sobald er am Ball ist, weiß jeder: Es kann etwas passieren. Hat er sich seinen Weg vor das Tor erst mal gebahnt“, erklärte DFB-Spieler Shkodran Mustafi über seinen Arsenal-Teamkollegen Sanchez.

Gegen Chile ist Steigerung notwendig

Ob mit Weltmeistern oder als Perspektivteam, Deutschland ist eine Turniermannschaft, die sich von Spiel zu Spiel steigert. „Gegen Chile ist das auch notwendig“, wusste DFB-Kapitän Julian Draxler. Löw dürfte dafür auch auf frisches Personal setzen, gerade auch auf der Torhüterposition. Marc-Andre ter Stegen soll ein größerer Rückhalt sein als der im ersten Spiel bei den Gegentoren patzende Bernd Leno. Löw erkannte die insgesamt fehlende defensive Stabilität als Mangel. „Daran können wir arbeiten“, konstatierte der Teamchef.

Mit Emre Can könnte zudem ein zweikampfstarker Mann ins Mittelfeld rücken. Der Leipziger Timo Werner wiederum würde als Stürmer das Pressing forcieren und zusätzliche Schnelligkeit ins Angriffsspiel bringen. Konterstärke könnte diesmal gefragt sein und damit nicht so sehr ein klassischer Mittelstürmer wie Sandro Wagner. Der Gladbacher Lars Stindl glaubt an einen raschen Lernprozess: „Wir werden uns schon noch verbessern.“

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