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Mexikaner drehen Partie

Das Semifinale des Confederations Cups 2017 geht ohne Gastgeber über die Bühne. Russland verlor am Samstag in Kasan das dritte und entscheidende Spiel der Vorrundengruppe A gegen Mexiko mit 1:2 (1:1) und schied damit bereits in der Gruppenphase aus. Die „Sbornaja“ verpatzte damit die Generalprobe für die im kommenden Jahr anstehende Heim-WM.

355 Tage vor dem Eröffnungsspiel der WM-Endrunde 2018 in Moskau gab es für die Auswahl von Teamchef Stanislaw Tschertschessow eine bittere Pille zu schlucken. Vor 41.585 Zuschauern in Kasan schossen Nestor Araujo (30.) und Hirving Lozano (52.) die Mexikaner zum Sieg und damit ins Semifinale, nachdem Alexander Samedow die Gastgeber noch in Führung gebracht hatte. Erstmals seit Südkorea 2001 verpasste damit ein Veranstalter des Confed-Cups den Einzug in die Runde der besten vier.

Jubel der Mexikaner und Enttäuschung bei den Russen

APA/AP/Sergei Grits

Die WM-Generalprobe endet für Russland mit einer herben Enttäuschung

Russland hadert mit Referee

Vor dem Anpfiff war die Hoffnung der russischen Fans in Kasan noch groß gewesen. Schon 40 Minuten vor Anpfiff schallten die „Rossija“-Rufe durch die Kasan Arena, mit einer Choreografie erinnerten die Anhänger an vergangene Zeiten. „Wir sind stolz auf die Großen“, stand auf dem Banner über die komplette Gegengerade.

Samedov schießt Russland zum 1:0 (25.)

Nach einem Stangenschuss von Smolow kommt Samedov zum Schuss und bringt Russland mit 1:0 in Führung.

Und Russland agierte deutlich offensiver als noch gegen Portugal (0:1) agierte das Team von Tschertschessow. Nach sechs Minuten gab es erstmals wütende Proteste der Heimfans: Schirkow kam nach Kontakt mit Hector Moreno zu Fall, hakte sich aber zu sehr ein, damit Schiedsrichter Fahad al-Mirdasi klar hätte auf Elfmeter entscheiden können. Elf Minuten später lief Mexikos Araujo von hinten in die Beine von Stürmerstar Fedor Smolow. Erneut kam es zu einer Berührung, erneut entschied der Schiedsrichter - sogar nach Videobeweis - aber nicht auf Elfmeter.

Mexiko schlägt zurück

Doch die Entscheidung stachelte die Russen nur weiter an. Nach einem Stangenschuss von Smolow (24.) sorgte Samedow mit einem überlegten Flachschuss für die verdiente Führung. Zum dritten Mal in diesem Turnier lag Mexiko zurück - und zum dritten Mal kämfte sich der Gold-Cup-Sieger aber zurück in die Partie. Nach einem langen Pass von Hector Herrera düpierte Innenverteidiger Araujo nur fünf Minuten nach dem Rückstand den russischen Keeper Igor Akinfejew per Kopfball-Bogenlampe.

Araujo gleicht per Kopf aus (30.)

Nestor Araujo bugsiert nach einer hohen Vorlage den Ball mit seinem Scheitel über Akinfejew zum Ausgleich ins Netz.

Nach der Pause startete Russland mit viel Schwung: Bei der Direktabnahme traf Smolow zunächst den Ball aber nicht richtig (46.), dann stand Samedow beim vermeintlichen 2:1 klar im Abseits (48.). Das Tor fiel zum Entsetzen der russischen Fans auf der falschen Seite: Nach einem langen Befreiungsschlag von Hector Herrera sind sich Akinfejew und Viktor Wassin nicht einig. Der Keeper zögert beim Herauslaufen - und Lozano war der lachende Dritte.

Fehler entscheidet Partie für Mexiko

Ein Abwehrfehler der Russen ermöglicht Mexikos Lazano den Siegestreffer und besiegelt das vorzeitige Aus der Gastgeber.

Die Russen warfen noch einmal alles nach vorne, konnten dem Spiel aber nicht mehr die aus ihrer Sicht notwendige neuerliche Wende geben. Dafür jubelten die Mexikaner sogar über den vermeintlichen dritten Treffer (60.). Doch das Tor von Moreno wurde nach Videostudium doch nicht gegeben. Das einzige Mal, dass die russischen Fans dem Unparteiischen applaudierten. Der Sieg hatte aber auch für Mexiko einen bitteren Beigeschmack. Kapitän Guardado ist nach seiner zweiten Gelben Karte im Halbfinale nur Zuschauer.

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