Themenüberblick

„Ich werde es schaffen“

Vier Jahresweltbestleistungen gab es am Samstagabend bei den Leichtathletik-Meetings in Sacramento/Kalifornien und Kingston/Jamaika. Am beeindruckendsten war dabei die Vorstellung von Omar McLeod.

Der Olympiasieger aus Jamaika markierte über 110 m Hürden in 12,90 Sekunden Jahresweltbestleistung und verbesserte mit der fünftschnellsten Zeit der Geschichte auch den Landesrekord.

Leichtathlet McLeod

APA/AFP/Ricardo Makyn

Schneller als McLeod (r.) war noch kein Jamaikaner

Der große WM-Favorit blieb nur um eine Zehntelsekunde über dem fünf Jahre alten Weltrekord des US-Amerikaners Aries Merritt. „Mein Trainer hat gesagt, wenn mich jemand fragt, ob ich den Weltrekord brechen werde, soll ich Ja sagen. Und ich werde es schaffen“, erklärte McLeod.

Trotz Bestmarke WM-Quali verpasst

Bei den US-Meisterschaften lief Jasmine Stowers im Halbfinale über 100 m Hürden in 12,47 die schnellste Zeit in diesem Jahr, sie landete im Finale aber nur auf Rang acht und verpasste damit die Qualifikation für die WM im August (4. bis 13.) in London. Der Sieg ging in 12,60 Sekunden an Weltrekordlerin Keni Harrison.

Quanera Hayes holte sich in 49,72 Sekunden den Sieg und das WM-Ticket über die 400 m. Im Stabhochsprung überquerte Sam Kendricks als erster Springer in diesem Jahr und insgesamt 21. Athlet die 6-m-Marke. „Das ist ein Karrieremeilenstein“, freute sich Kendricks.

Auch Gay nur Zuschauer

Bereits am Freitag hatte Sprintstar Tyson Gay die WM-Qualifikation verpasst. Der 34-jährige US-Amerikaner stolperte beim Start und schied in 10,17 Sekunden über 100 m im Vorlauf aus.

Tyson Gay

APA/AFP/Getty Images/Patrick Smith

Damit konnte der Ex-Weltmeister sein Versprechen an seine verstorbene Tochter Trinity nicht einlösen. „Ich denke jeden Tag an meine Tochter“, sagte Gay, der es für Trinity noch einmal allen zeigen wollte. „Es erdrückt einen und es hört nicht auf, aber du versuchst, damit zu leben.“ Die 15-Jährige war im Vorjahr tragisch ums Leben gekommen. Sie war mit Freunden in einem Restaurant in Lexington, als auf dem Parkplatz Insassen aus zwei Autos aufeinander schossen. Trinity wurde von einer Kugel im Nacken getroffen und starb wenig später im Spital.

In Gedenken an seine Tochter peilte Gay, mit 9,69 Sekunden hinter dem Jamaikaner Usain Bolt der zweitschnellste 100-m-Sprinter der Geschichte, noch einmal den Coup an. Zwei Monate nach ihrem Tod fing der Dreifachweltmeister von 2007 wieder an zu trainieren, „um den Kopf frei zu bekommen“ und überhaupt „aus dem Haus zu kommen“.

Link: