Themenüberblick

Dank „Protected Ranking“ im Hauptbewerb

Nach drei Antritten bei Challenger-Turnieren wagt sich Andreas Haider-Maurer nächste Woche in Wimbledon erstmals seit seinem Comeback nach 19-monatiger Verletzungspause auf die große Tennisbühne. Auf dem „heiligen“ Londoner Rasen ist der Niederösterreicher mittels „Protected Ranking“ (ATP-Platz 63) im Hauptfeld dabei, in der Entry-List für das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres scheint er an 61. Stelle auf.

„Ich fühle mich körperlich bereit, um wieder große Turniere zu spielen. Ich freue mich riesig auf Wimbledon und auch darauf, Spieler und Coachs zu treffen, von denen sich einige während meiner Auszeit immer wieder erkundigt haben, wie es mir geht“, sagte Haider-Maurer. Der Wien-Finalist von 2010 litt an einem Faszieneinriss und einer damit verbundenen Entzündung im Bereich der rechten Ferse. Diese wurde im Juli 2016 operativ behandelt.

Auch Teilnahme an US Open geplant

Bei den drei im Juni von ihm bestrittenen Challengern überstand der 30-Jährige letzte Woche in Todi in Italien aus der Qualifikation heraus die erste Runde und hat mit den damit geholten Punkten mit Platz 1.025 wieder ein ATP-Ranking. Seinen Verletztenstatus will der Waldviertler heuer noch zumindest bei den Sandplatzturnieren im Juli in Umag und Hamburg sowie bei den US Open in New York nutzen. Damit hat er jeweils einen Startplatz im Hauptfeld sicher.

Andreas Haider-Maurer im Jahr 2014 in Wimbledon

GEPA/Alan Grieves

Vor drei Jahren hat Andreas Haider-Maurer zuletzt ein Match auf dem „heiligen“ Rasen in Wimbledon gewonnen

Das „Protected Ranking“ ist eine Regel zur Comeback-Erleichterung nach Verletzungen. Dabei gilt nach der Rückkehr eine Zeit lang für die Startberechtigung bei Turnieren die Weltranglistenposition zur Zeit der Blessur, in Haider-Maurers Fall eben der 63. Platz.

Matchpraxis wichtiger als Weltrangliste

Darüber hinaus hofft Haider-Maurer, über seine Punkte bald wieder in Challenger zu kommen. Sein Ranking an sich sei ihm aber vorerst weniger bedeutend. „Für mich ist es in der derzeitigen Phase vor allem wichtig, Matchpraxis zu sammeln, damit auch wieder die Schläge mit einer gewissen Selbstverständlichkeit funktionieren“, wurde der ehemalige Weltranglisten-47. in einer Aussendung zitiert.

Im Training gut funktionierende Schläge will der Wahl-Innsbrucker nun ins Match umsetzen. Unterstützt wird er von seinem Coach Daniel Huber und Physiotherapeut Stefan Mair. Speziell dessen Anwesenheit ist Haider-Maurer wichtig: „Stefan hat mich während meiner Verletzungspause fast täglich behandelt, er kennt meinen Körper in- und auswendig. Speziell auf Rasen sind die Belastungen groß.“

Seine Zwangspause hat Haider-Maurer auch gedanklich hinter sich gelassen. „Es ist sehr hart, wenn du dich fünf Monate nur auf Krücken fortbewegen kannst. Ich habe zehn Kilo zugenommen, weil ich rein gar nichts machen konnte. Jetzt ist mein Blick nur noch nach vorne gerichtet.“ Seinen Auftaktgegner erfährt Haider-Maurer am Freitag. Im Wimbledon hat er bisher zweimal die zweite Runde erreicht (2011 und 2014).

Links: