Vertrag bis Sommer 2021
Meister Red Bull Salzburg hat am Freitag den nächsten Abgang vermeldet. Wie der Double-Sieger in einer Aussendung mitteilte, kehrt Mittelfeldspieler Konrad Laimer den Salzburgern den Rücken und wechselt zum ebenfalls von Red Bull finanzierten Champions-League-Starter RB Leipzig in die deutsche Bundesliga.
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„Für mich geht ein langes und erfolgreiches Kapitel meiner noch jungen Karriere zu Ende. Ich verdanke Salzburg sehr viel und verlasse den Klub mit großer Dankbarkeit“, betonte der 20-jährige ÖFB-Teamspieler, der sich mit sechs Titeln (dreimal Bundesliga und dreimal ÖFB-Cup) verabschiedet und in der abgelaufenen Saison von den Präsidenten, Managern und Trainern der Bundesliga-Clubs zum besten Spieler der österreichischen Bundesliga gewählt worden war.
„Ich hatte mehrere interessante Möglichkeiten und habe mir für diese wichtige Entscheidung viel Zeit genommen“, sagte Laimer, der beim deutschen Vizemeister einen Vierjahresvertrag bis 30. Juni 2021 unterschrieb. „Seit über einem Jahr bin ich im regelmäßigen Austausch mit Ralf Rangnick, und dabei haben mich die Argumente und die Entschlossenheit überzeugt, dass RB Leipzig der richtige Schritt für mich ist.“
„Junger und hochtalentierter Spieler“
Vorfreude herrscht auch in Leipzig. „Mit seinen Fähigkeiten im Umschaltspiel und in der Balleroberung wird er unser Mittelfeld verstärken. Wir freuen uns sehr, dass wir mit Konrad erneut einen jungen und hochtalentierten Spieler, der über großes Potenzial verfügt, für uns gewinnen konnten“, sagte Sportdirektor Rangnick erfreut über den Neuzugang, der in Leipzig mit Marcel Sabitzer, Stefan Ilsanker und Coach Ralph Hasenhüttl auf gleich drei Landsleute trifft.
Laimer bestritt 53 Länderspiele für alle Junioren-Nationalteams Österreichs und wurde von ÖFB-Teamchef Marcel Koller Anfang Juni in der WM-Qualifkation gegen Irland auch erstmals in den A-Kader einberufen. Für Salzburg bestritt der 20-Jährige insgesamt 77 Pflichtspiele und erzielte dabei acht Treffer. „Er ist ein Spieler, dessen Entwicklung wir schon seit geraumer Zeit sehr interessiert beobachtet haben“, so Rangnick. „Er hat vor allem in der letzten Saison noch einmal einen großen Sprung gemacht.“
Ein waschechter Salzburger
Salzburg muss nach Offensivmann Wanderson in dieser Woche den bereits zweiten Spieler ziehen lassen. „Konrad Laimer war seit seinem zehnten Lebensjahr bei Salzburg und hat sich in dieser Zeit bei uns zu einem hervorragenden Spieler entwickelt“, sagte Sportdirektor Christoph Freund. „Er hat es mit seinen jungen Jahren schon auf eine beachtliche Anzahl an Einsätzen auf höchstem Niveau und bis in die A-Nationalmannschaft gebracht. Wir sind sehr stolz auf diese Entwicklung.“
Über die Ablösesumme wurde Stillschweigen vereinbart. Kolportiert wird eine hohe Summe zwischen sechs und acht Millionen Euro, auch da Laimers Vertrag bei Salzburg noch bis 2019 gelaufen wäre. Erst am Donnerstag hatten die Mozartstädter den Brasilianer Wanderson zum FK Krasnodar nach Russland um kolportierte acht Millionen Euro ziehen lassen. Zuvor hatte man auch für den Abgang von Trainer Oscar Garcia zum französischen Erstligisten St. Etienne rund eine Million Euro kassiert.
Salzburger Portokasse prall gefüllt
Die Salzburger Portokasse ist also prall gefüllt, was auch wichtig ist, zumal Red Bull nur noch als Hauptsponsor und nicht mehr als Eigentümer fungiert. Das war Teil der Entflechtung der offensichtlichen Verbindungen zwischen Salzburg und Leipzig. Dadurch bekam vor wenigen Tagen auch Leipzig „Grünes Licht“ für eine Teilnahme an der Champions League, für die sich Salzburg ab der zweiten Runde qualifizieren muss.
Um eine schiefe Optik zu verhindern wurde der Transfer wohl erst nach der UEFA-Entscheidung publik. Laimer ist jedenfalls der vierte Stammspieler, der innerhalb eines Jahres den Weg von Salzburg zu Leipzig ging. Im Sommer 2016 waren es Naby Keita und Bernardo (plus auch Benno Schmitz), im vergangenen Winter folgte Dayot Upamecano. Blickt man länger zurück, sind bereits 16 Akteure diesen Weg gegangen, der erste war Roman Wallner 2012.
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