Themenüberblick

Nummer 216 lässt Nummer 55 keine Chance

Mit einer überzeugenden Leistung ist Sebastian Ofner am Dienstag beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon eine Sensation in Rot-Weiß-Rot gelungen. Der 21-jährige Steirer besiegte in der ersten Runde den Brasilianer Thomaz Bellucci überraschend klar mit 6:2 6:3 6:2 und trifft nun auf den US-Amerikaner Jack Sock, die Nummer 18 der Weltrangliste.

Der Debütant im Hauptbewerb eines Turniers oberhalb der Challenger-Ebene, der sich in Roehampton erfolgreich durch die Qualifikation gekämpft hatte, machte gleich zu Beginn der Partie deutlich, dass er sich als krasser Außenseiter nicht kampflos geschlagen geben wird. Das erste Break gelang Ofner zum 3:1, das nächste zum 6:2-Satzgewinn.

Jubel von Sebastian Ofner (AUT)

GEPA/Alan Grieves

Sebastian Ofner setzte seinen Erfolgslauf auch nach der Qualifikation fort

Im zweiten Durchgang genügte dem Weltranglisten-216. ein Break zum 5:3, um erfolgreich abzuschließen. Im dritten Satz nahm Ofner dem wesentlich routinierteren und im ATP-Ranking auf Platz 55 liegenden Südamerikaner das Service zum 3:2 und 5:2 ab und servierte anschließend nach 1:45 Stunden ohne Aufschlagverlust aus.

Nur zu Beginn nervös gewesen

Ofner fehlten nach dem Sieg fast die Worte. „Das ist unbeschreiblich, unfassbar“, sagte der Steirer. „Der Aufschlag war sehr wichtig, und dass ich von Anfang an Druck gemacht und ihn nicht zum Spielen kommen lassen habe. Das habe ich sehr gut umgesetzt.“ Am Anfang sei er nervös gewesen, aber bei Weitem nicht so, wie er es erwartet hätte. „Als mir das Break gelungen ist, war es aber, wie wenn es ein normales Match wäre bei einem Future. Ohne Nervosität.“

Mit Sock wartet nun eine weit größere Herausforderung auf den 21-Jährigen. „Ein höheres Kaliber. Ich werde mich aber wieder auf mein Spiel konzentrieren, dass ich gut serviere, dann habe ich auch wieder eine Chance, dass ich gewinne. Ich werde alles geben und schauen, was möglich ist.“

Von Thiem-Vater trainiert

Erst nach der Matura begann Ofner mit verschärftem Training. Er wird in der Südstadt von Wolfgang Thiem, dem Vater von Dominic Thiem, und Konditionstrainer Florian Pernhaupt betreut. Ofner ist fünffacher Sieger von ITF-Future-Turnieren, auf Challenger-Ebene bestritt er erst insgesamt 16 Matches, 14 davon heuer. Sein vor Wimbledon einziges ATP-Turnier war jenes in der Wiener Stadthalle im Oktober 2016, als er in der Qualifikation ausschied.

Link: