Konkurrenz drängt nach
Der Grand Prix von Österreich am Sonntag (14.00 Uhr, live in ORF eins) ist der erste in der Red-Bull-Ära, bei dem nicht ein Mercedes-Pilot als WM-Führender nach Spielberg kommt. Seit dem Comeback des Österreich-Rennens im Jahr 2014 hat im steirischen Aichfeld Mercedes auch immer den Sieger gestellt.
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Nico Rosberg triumphierte zweimal, im Vorjahr machte Lewis Hamilton dem späteren Weltmeister den Hattrick zunichte und gewann nach einer Kollision der beiden in der letzten Runde.
Ferrari hat stark aufgeholt
Heuer ist die Chance aber größer, dass der Sieger nicht im Silberpfeil sitzt. Ferrari hat vor der Saison die Lücke geschlossen und kann Mercedes mehr als nur Paroli bieten. Über die ersten acht WM-Läufe haben sich WM-Leader Sebastian Vettel und Hamilton ein packendes Duell geliefert, das zuletzt Ende Juni in Baku eskalierte, als der Deutsche in den Wagen des Briten krachte.
Vor Formel-1-Grand-Prix in Spielberg
Zum vierten Mal seit dem Comeback der Formel 1 in Österreich 2014 findet das Spektakel in der Steiermark statt. In den letzten drei Jahren siegte immer Mercedes.
Allerdings ist bei Ferrari der Faden zuletzt etwas gerissen, Vettel belegte zweimal nur den vierten Platz. Hamilton und sein Teamkollege Valtteri Bottas waren in Kanada und Aserbaidschan, wie Spielberg Strecken mit einem hohen Anteil an Vollgasgeraden, schneller.
Mercedes beginnt „von null“
„Zum Glück war es in den letzten drei Jahren ein guter Boden für Mercedes. Aber wir können uns nicht auf unsere Erfolgsbilanz in Spielberg verlassen, weil es ein neues Reglement gibt. Wir beginnen von null und werden versuchen, Freitagfrüh im ersten Freien Training gut aus dem Starthaus zu kommen“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

GEPA/Daniel Goetzhaber
Im Vorjahr ging der Sieg in Spielberg an Hamilton
„Unser Hauptaugenmerk lag seit Baku auf unseren eigenen Schwächen. Wir haben sowohl das Design als auch die Abläufe rund um unsere Cockpitumrandung genau analysiert“, sagte der Wiener. Eine lockere Nackenstütze hatte Hamilton in Aserbaidschan den möglichen Sieg gekostet.
Vettel unter Beobachtung
Vettel bekam für seinen Rempler eine Zehnsekundenstrafe verpasst. Von zusätzlichen Sanktionen nahm der Automobil-Weltverband (FIA) Abstand, da der vierfache Champion am Ende doch zu einem Schuldeingeständnis bereit war. In der WM-Wertung liegt er mit 153 Punkten 14 Zähler vor Hamilton. Das erste Aufeinandertreffen der beiden Stars nach dem Baku-Eklat wird mit Spannung erwartet. Im Auto darf sich Vettel angesichts seines Sündenregisters keinen Fehltritt mehr leisten.
Wolff will in der Angelegenheit nicht nachhaken. „Wir haben den Moment hinter uns gelassen“, sagte der Wiener, der eine spezielle Beziehung zu dem Schauplatz in der Steiermark hat. „Ich kenne den alten Österreichring gut, weil ich dort endlose Runden als junger Rennfahrer in verschiedenen Klassen gefahren bin und als Instruktor gearbeitet habe.“
Ricciardo wittert Chance
Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo war zuletzt Nutznießer des Duells Vettel - Hamilton und entschied das Rennen in Baku für sich. Der Australier stand aber auch in den drei Grands Prix davor immer auf dem Podest, kein Fahrer hat seit Spanien mehr Punkte geholt als der 28-Jährige.
Da die „Bullen“ in Sachen Motorleistung weiterhin Rückstand haben, wird der erste Heimsieg auf der Strecke von Dietrich Mateschitz aber auch heuer schwierig zu realisieren sein. Die Stimmung im Team ist dennoch bestens. „Ich mag die Strecke wirklich, das Einzige ist, ich würde mir wünschen, dass sie etwas länger ist“, sagte Ricciardo.
„Spezielles“ Rennen für Verstappen
Auch Max Verstappen, der in den vergangenen sechs Rennen viermal ausschied, blickte voller Vorfreude auf das Spektakel. „Ich habe ein wirklich gutes Resultat in Österreich gehabt letztes Jahr als Zweiter“, sagte der 19-Jährige. „Die Fans auf dem Red Bull Ring sind immer extrem leidenschaftlich, und natürlich waren letztes Jahr viele Holländer da. Es ist immer speziell für mich, so viele Wohnwagen und Orange in der Gegend zu sehen.“
Die Veranstalter rechnen heuer mit annähernd 160.000 Zuschauern am Wochenende nach nur knapp 85.000 im Vorjahr. Spielberg erlebt in diesem Jahr ein Jubiläum, handelt es sich doch um den 30. Österreich-Grand-Prix, der als Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft ausgetragen wird. Rechtzeitig dafür könnte es einen neuen Streckenrekord im Rennen geben, glaubt Pirelli-Sportchef Mario Isola. Die alte Bestmarke - 1:08,337 Minuten - datiert aus dem Jahr 2003. Gesetzt hat sie Michael Schumacher im Ferrari.
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