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„Masters so früh wie mögich fixieren“

Nach dem verlorenen Fünfsatzthriller im Wimbledon-Achtelfinale gegen Tomas Berdych (CZE) hat Dominic Thiem wieder neue Ziele ins Visier genommen. Die Bilanz der Rasensaison fiel positiv aus, immerhin kann er nun von sich behaupten, bei allen vier Major-Turnieren zumindest im Achtelfinale gestanden zu sein. „Ich bin nicht unzufrieden“, so der 23-Jährige.

Doch Thiem ist nicht am Ende seiner Reise angelangt, schon seit Längerem hat er eine weitere Verbesserung im Ranking im Auge. Seit dem French-Open-Halbfinale 2016 bzw. dem 7. Juni des Vorjahres steht er in den Top Ten. Und vier Major-Achtelfinale en suite, darunter neuerlich das Semifinale in Roland Garros, sowie verbesserte Resultate bei den ATP-Masters-1000-Turnieren zeugen vom weiteren Aufwärtstrend.

„Es sollte langsam zur Selbstverständlichkeit werden, dass ich bei den Grand Slams lange dabei bin“, lässt Thiem keinen Zweifel an seinen höheren Zielen. „Vierte Runde in Wimbledon ist dieses Jahr noch zufriedenstellend, aber bei den anderen Grand Slams wird das langsam zur Enttäuschung und es fühlt sich hier auch so an.“

Körperlich und mental noch fit

Darum will er dank umgestellten Turnierkalenders, der auch den Verzicht auf das Heimturnier in Kitzbühel nach sich zieht, endlich auch eine starke zweite Saisonhälfte absolvieren. „Ich fühle mich sowohl körperlich als auch mental echt gut. Letztes Jahr nach der Niederlage in Wimbledon habe ich einen richtigen Einbruch gehabt, bin krank geworden“, erinnerte sich Thiem. Damals sei alles zu viel geworden und das werde dieses Jahr „sicher nicht“ passieren.

Dominic Thiem und Günter Bresnik

GEPA/Matthias Hauer

Thiem und Coach Günter Bresnik nehmen neue Ziele ins Visier

„Deshalb will ich erstens einmal so früh wie möglich London fixieren und dann sicher das Ranking in Angriff nehmen“, sagte der achtfache Turniersieger aus Lichtenwörth. Wie im Vorjahr möchte er also einen zweiten London-Trip buchen, er hat das ATP-World-Tour-Finale der acht besten Spieler der Saison im Visier. Ein Unterfangen, das nach der Wiedererstarkung von Roger Federer und Rafael Nadal und dem Nachrücken von Spielern wie Alexander Zverev sogar noch schwieriger als 2016 erscheint.

Turnierplan „ideal dieses Jahr“

Ein einwöchiger Urlaub („Griechenland oder Italien“) reiche ihm, um die Batterien für die Hartplatzsaison aufzuladen. „Der Turnierplan ist ziemlich ideal dieses Jahr.“ Wegen des 1000er-Turniers zum „Rogers Cup“, wo Thiem zuletzt (auch wegen Kitzbühel) spät angereist war, spielt Thiem diesmal zuvor erstmals in Washington (ab 31. Juli). Danach in Montreal, Cincinnati und bei den US Open.

„Viele Spieler sind in Montreal noch nicht hundertprozentig ‚ready‘, weil sie von einer Pause oder Urlaub kommen. Wenn ich dort von Washington gut umgestellt hinkomme, kann ich sicher ein gutes Turnier spielen“, lautet Thiems Schlachtplan. „Generell war die zweite Saisonhälfte nie so gut wie die erste.“ Das will und muss Thiem aber ändern, will er sich auch im Ranking Richtung Top Five schieben.

„Auf Washington und Montreal freue ich mich, auf Cincinnati nicht, das ist nicht mein Lieblingsturnier“, sagte Thiem lachend. „Ja, und New York ist fast mein Favorit auf der ganzen Tour. Dort will ich dann wieder mein bestes Tennis abrufen. Mir taugt die Stadt, das ganze Flair und die Stimmung, ich war dort immer extrem gern.“

Bresnik ortet Verbesserungsbedarf

Coach Günter Bresnik ist bei der Zielvorgabe wie immer vorsichtiger und hofft, dass Thiem das Jahr wieder in den Top Ten abschließen kann. Arbeiten will er mit Thiem an Aufschlag, Return und Beinarbeit. „Oft ist es der erste Schlag nach dem Aufschlag, wo er sich ein bisserl harmlos bewegt“, konstatierte Bresnik.

Der 56-jährige Niederösterreicher verriet auch schon den weiteren Turnierplan nach den US Open. Thiem wird nach dem Davis-Cup in Wels (15. bis 17.9.) gegen Rumänien in Chengdu, Tokio, Schanghai, Wien und Paris spielen. Ein neuerlicher London-Trip zum Masters im November in die O2-Arena ist ein großes Ziel. Nach Wimbledon wird der im Race aktuell noch drittplatzierte Thiem zwar wohl etwas zurückrutschen, er bleibt aber zumindest Sechster. Diesen Platz hatte er vor Jahresfrist nach Wimbledon ebenfalls inne.

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