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Bodnar knapp vor Ziel eingeholt

Marcel Kittel hat bei der 104. Ausgabe der Tour de France den nächsten Massensprint für sich entschieden. Der Deutsche feierte am Mittwoch auf dem elften Tagesabschnitt über 203,5 km von Eymet nach Pau seinen fünften Etappensieg bei der diesjährigen Rundfahrt. In der Gesamtwertung führt vor der ersten Pyrenäen-Etappe weiter der Brite Christopher Froome.

Kittel verwies im Zielsprint in Pau den Niederländer Dylan van Groenewegen auf den zweiten Platz. Der Gesamtführende Froome rollte zeitgleich mit dem Sieger im Feld ins Ziel. Mit seinem insgesamt 14. Etappensieg bei einer Tour de France baute Kittel den deutschen Rekord damit aus. Zum Tour-Rekord an Tagessiegen bei einer Rundfahrt fehlen dem Deutschen noch drei Erfolge. Die beiden Belgier Eddy Merckx und Freddy Maertens sowie der Franzose Charles Pelissier schafften das Kunststück, acht Etappen in einem Jahr zu gewinnen.

Kittel träumt nun schon vom Sprintsieg auf den Champs-Elysees beim Finale am Sonntag in einer Woche: „Natürlich ist das ein großer Traum, ich denke auch dran. Aber wir sind erst bei Etappe elf. Es klingt banal, aber bis Paris ist es noch weit“, sagte der Deutsche. Kittel hat auch beste Chancen, als erster Deutscher seit Erik Zabel 2001 das Grüne Trikot in Paris zu holen. Mit 335 Punkten liegt er bereits 133 Zähler vor dem Australier Michael Matthews.

Bodnar fehlt nicht viel

Zum tragischen Helden auf der elften Etappe wurde der Pole Maciej Bodnar. Der Fahrer des Bora-Teams lag als Letzter einer dreiköpfigen Ausreißergruppe bis knapp vor dem Ziel an der Spitze. Rund 300 Meter vor der Linie wurde Bodnar allerdings doch noch vom Feld geschluckt. Immerhin durfte sich der Pole mit der Wahl zum kämpferischsten Fahrer der Etappe trösten.

In der Gesamtwertung führt Froome weiter 18 Sekunden vor dem Italiener Fabio Aru und dem Franzosen Romain Bardet (+0:51). Bardet hatte allerdings so wie der fünftplatzierte Däne Jakob Fuglsang und der auf Rang zwölf klassierte Spanier Alberto Contador eine Schrecksekunde in Form eines Sturzes zu überstehen. Auch der Oberösterreicher Michael Gogl kam bei hohem Tempo zu Sturz, konnte aber das Rennen unter Schmerzen beenden.

Es warten die Pyrenäen

Gogl, der mit über vier Minuten Rückstand über den Zielstrich rollte, ist in der Gesamtwertung als nun 128. weiter bester Österreicher. Tagesbester war Katjuscha-Fahrer Marco Haller, der zeitgleich mit dem Sieger an der 113. Stelle ins Ziel kam. Bernhard Eisel belegte den 149. Rang.

Die nächste Etappe führt wieder in die Berge. Nach dem Ruhetag und zwei flachen Teiltücken ist für die Anwärter auf den Gesamtsieg am Donnerstag die dreitägige Schonfrist vorbei. Die mit 214,5 sehr lange zwölfte Etappe in den Pyrenäen beginnt harmlos, die zweite Hälfte hat es allerdings in sich.

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