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„Große Sehnsucht“ in Linz

Mit dem LASK ist ein Traditionsverein nach sieben Jahren ins österreichische Oberhaus zurückgekehrt. Der Fußballclub sei „ein Urgestein, das wir ganz, ganz dringend brauchen“, sagte Bundesliga-Präsident Hans Rinner. Die Linzer und Trainer Oliver Glasner sollen den Spagat zwischen sportlichem Realismus eines Aufsteigers und hohen Ansprüchen der Fans schaffen.

Auch die Trainer der übrigen Clubs bescheinigen den Linzern großes Potenzial. Der größte Druck dürfte freilich vom eigenen Anhang kommen. Glasner jedenfalls ist ebenso als Antreiber wie als Bremser gefragt.

St. Pölten (2016), Mattersburg (2015), Altach (2014), Grödig (2013), WAC (2012) - ein Blick auf die Aufsteiger der jüngsten Zeit macht deutlich: Mit dem Namen steigen auch die Erwartungen und der Respekt der Konkurrenz. „Diese Saison wird schwierig, weil der LASK so ein starker Aufsteiger ist“, sagte etwa Admira-Trainer Damir Buric. „Der LASK als Traditionsclub hat die Möglichkeit zu überraschen“, so WAC-Coach Heimo Pfeifenberger. „Ich traue es“ dem LASK zu, „dass er eine sehr gute Rolle“ spielt, sagte Rapids Goran Djuricin - drei Trainer also, die den Meister von 1965 in die Rolle des Geheimfavoriten auf einen Platz unter den Top Five drängen.

Glasner zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Meinungen, die es Glasner nicht leichter machen. Der 42-Jährige, der 2015 in Linz anheuerte, steht vor einem Dilemma. „Die Fans haben ganz große Sehnsucht nach der Bundesliga gehabt. Wir versuchen, diese Euphorie ein bisschen einzudämmen. Aber natürlich wollen wir die Begeisterung mitnehmen“, sagte Glasner. Sein Kapitän, Tormann Pavao Pervan, der schon in seine achte Saison mit den Linzern geht, sagte: „Man merkt, dass die Erwartungshaltung der Fans sehr groß ist.“

Oliver Glasner

GEPA/Florian Ertl

Oliver Glasner will mit dem LASK „sorgenfrei“ durch die Saison kommen

Glasner will den Ball vor dem Saisonstart am Samstag zu Hause gegen die Admira flach halten. „Fast jeder ist Geheimfavorit, wenn die Hälfte im Europacup vertreten ist“, meinte er im Hinblick auf die zehn Clubs. „Wir sehen uns aber nicht so. Wir waren sieben Jahre nicht in der Bundesliga vertreten, da haben uns andere Vereine viel voraus.“ Die Sache sei klar: „Heuer wollen wir sorgenfrei durch die Saison kommen und uns in einem zweiten Schritt in der Liga etablieren.“

Junges Team, garniert mit Routiniers

Die personelle Zusammensetzung sei nahe am Idealzustand: „Wir haben eine gute Mischung aus Jung und Alt.“ Routiniers wie Innenverteidiger und Ex-Teamspieler Emanuel Pogatetz (34 Jahre) und Ex-Austrianer James Holland (28) wurden ebenso geholt wie Thomas Goiginger (24), Goalie Alexander Schlager (21) und die Brasilianer Bruno (23) und Alan (20). Die Balance konnte so in etwa beibehalten werden. Von den Leistungsträgern der Vorsaison gehören „alte Hasen“ wie Rene Gartler (30) und Pervan (29) ebenso zum Kader wie Reinhold Ranftl (24), Felix Luckeneder (22), Peter Michorl (21), Paulo Otavio (21), Dogan Erdogan (19), Lukas Grgic (20) und Maximilian Ullmann (20).

Emanuel Pogatetz

GEPA/Florian Ertl

Routinier als Ergänzung für die junge Truppe: Emanuel „Mad Dog“ Pogatetz

„Wir haben den Stamm seit zwei Jahren zusammen. Dass wir auf Kontinuität gesetzt haben, ist ein Teil der Erfolgsgeschichte“, sagte Glasner, der „für die strategische Ausrichtung mit federführend“ ist. „Es ist aber keine One-Man-Show.“ Eine wichtige Rolle spielt bei dieser Show Jürgen Werner. Der Ex-Kicker und Chef der Spieleragentur Stars & Friends steht dem Verein als Berater zur Seite. Zwölf Spieler des Kaders, darunter Pogatetz und Holland, stammen aus seinem Stall. „Der Jürgen kann das sehr gut trennen“, so Glasner.

Ziel: Eigenes LASK-Stadion bis 2022

Ein Teil der Erfolgsgeschichte ist auch das Paschinger Waldstadion, das nun als TGW-Arena firmiert und vom LASK seit geraumer Zeit als Heimstätte mit einem Fassungsvermögen von derzeit 6.009 Zuschauern genutzt wird. Die Linzer Gugl ist Vergangenheit, das Verhältnis zu dessen Eigentümer, der Stadt Linz, abgekühlt. Klar ist aber auch, dass man 2022 in einem neuen Linzer Stadion spielen will.

„Der LASK war vor dreieinhalb Jahren konkursreif, da war nicht einmal ein Trainingsplatz da“, gab Glasner zu bedenken. Der stete Aufwärtstrend seit der Übernahme durch den Verein Freunde des LASK im Dezember 2013 sei quasi als Opus Magnum zu verstehen, ein Werk, das der ehemalige Ried-Kicker und -Trainer seit 2015 „in kleinen Schritten mitgestalten“ kann. Und das soll noch länger so bleiben. „Deswegen habe ich damals einen Vierjahresvertrag unterschrieben.“

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