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„Aktive Erholung“ in der Auszeit

Marcel Hirschers Akku ist für die anstehende Olympiasaison wieder voll aufgeladen. Nach einer Traumsaison mit dem sechsten Sieg im Gesamtweltcup in Folge und zwei Goldenen und einer Silbernen bei der WM in St. Moritz gönnte sich der 28-jährige Salzburger vier Monate Pause von Schnee und Medien. Jetzt fühlt sich Hirscher bereit, der lauernden Konkurrenz wieder die Stirn zu bieten.

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Drei Monate bevor auf dem Rettenbachferner oberhalb von Sölden am 27. Oktober die Olympiasaison eröffnet wird, stellte sich Hirscher auf dem Winterstellgut von Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz am Donnerstag in seiner Heimat Annaberg den Fragen von mehr als 40 Journalisten und sechs Kamerateams. In Annaberg verbrachte der alpine Superstar auch den Großteil seiner Auszeit und bezwang dabei auch erstmals seinen Hausberg, die Große Bischofsmütze.

Sommergespräch mit Marcel Hirscher

Marcel Hirscher ist bereit für neue Aufgaben. Der sechsfache Weltcup-Gesamtsieger ist nach seinem Urlaub entspannt und locker und will in den nächsten Wochen mit dem Schneetraining für die Olympiasaison beginnen.

Entspannung beim Tauchen

„Aktive Erholung und Akkus aufladen“ stand für Hirscher seit dem Weltcup-Finale im März auf der Prioritätenliste ganz oben. Zehn Tage war der Salzburger auf Tauchurlaub am Indischen Ozean. „Die andere Seite, den Kopf unter Wasser zu halten, ist für eine Berggams wie mich eine große Herausforderung“, sagte der 28-Jährige über seine Tauchgänge.

Der Termin stellte die Rückkehr des 28-Jährigen in die Medienöffentlichkeit nach fast vier Monaten Auszeit dar. „Ich persönlich bräuchte es gar nicht unbedingt. Aber die Leute wollen, denke ich, auch einmal ihre Ruhe haben. So geht es mir mit anderen Persönlichkeiten auch“, erzählte Hirscher. Die Zeit nutzte er auch, um die Erfolge der vergangenen Saison zu verarbeiten. „Im Winter habe ich dafür keine Gelegenheit gehabt“, sagte er.

Bewusst länger pausiert

Im Hinblick auf die Fitness für die kommende Saison fühlt sich der Doppelweltmeister von St. Moritz viel besser als in der vergangenen Saison zum gleichen Zeitpunkt. „Wahrscheinlich, weil ich mit dem Training länger pausiert habe“, meinte Hirscher. Die längere Pause hatte er bewusst gewählt: „Ich habe in den letzten zehn Jahren alles dem Skisport untergeordnet. Aber ich merke, es kommen mehr und mehr andere Interessen“, sagte der Salzburger.

Marcel Hirscher

APA/EXPA/Jfk

Hirschers Batterien sind für eine weitere anstrengende Saison aufgeladen

Nun rückt aber die kommende Saison wieder in den Fokus. Diese wird nicht nur aufgrund der Olympischen Winterspiele in Südkorea im Februar eine besondere. Auch im Riesentorlauf wartet mit einem neuen Reglement eine besondere Herausforderung. Dazu hat Hirscher aber noch keine Erfahrungswerte, er will abhängig vom Wetter in den kommenden zwei Wochen auf den Schnee zurückkehren und mit dem Testen beginnen.

Deshalb ist der Respekt vor der kommenden Saison und vor dem Saisonstart wieder einmal groß. „Henrik (Kristoffersen, Anm.) und Alexis (Pinturault, Anm.) sind den ganzen Frühling Ski gefahren. Das heißt, ich habe jetzt schon zwei Monate Rückstand. Aber es ist nicht anders gegangen“, sagte Hirscher. Die Vorbereitung will er so weit wie möglich in Österreich absolvieren. Sollte die Hitze den Gletschern zu stark zusetzen, ist auch eine Flucht nach Übersee möglich.

Ziele werden erst definiert

Große Ziele für die kommende Saison will sich Hirscher keine setzen. „Wie jedes Jahr gilt es, die Vorbereitung so gut wie möglich zu überstehen und dann die Ziele und Sterne neu zu ordnen. Jetzt zu sagen, ich will das, das und das gewinnen, ist nicht mein Zugang“, sagte Hirscher. Zunächst gelte es aber, wieder in die Weltspitze zurückzukehren.

Wie hart dieses Vorhaben jedes Jahr für Hirscher ist, darüber würde er gerne mehr berichten. „Leider wird mir manchmal gar nicht geglaubt. Wenn ich an Sölden im vergangenen Winter zurückdenke: Wie sehr da vor dem Riesentorlauf der Hut gebrannt hat, kann man sich wirklich nicht vorstellen. Irgendwie schaffen wir es mit vereinten Kräften, wieder hinzukommen. Aber es wird jedes Jahr zäher“, sagte der Salzburger.

Wie lange er die Strapazen noch auf sich nimmt, weiß der 28-Jährige auch in diesem Sommer nicht. „Ich bin noch unschlüssiger geworden, was das Karriereende betrifft. Aber jetzt fahre ich einmal diese Saison, und dann muss man das von Jahr zu Jahr entscheiden“, meinte Hirscher, der in dieser Saison bei den Olympischen Spielen im südkoreanischen Pyeongchang die vielleicht letzte Chance hat, den letzten Stein seines Erfolgspuzzles zu holen. Olympiagold ist das Einzige, das dem 28-Jährigen in seiner Sammlung noch fehlt.

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