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Kroaten dank Auswärtstor weiter

Red Bull Salzburg ist nicht nur Österreichs Serienmeister, die „Bullen“ verlängerten am Mittwochabend auch eine wenig erbauliche Serie: Mit einem 0:0 bei Kroatiens Meister HNK Rijeka schieden die die Salzburger bei ihrem zehnten Anlauf in der CL-Quali zum zehnten Mal aus. Die Kroaten stehen dank des erzielten Auswärtstores beim Hinspiel-1:1 in Salzburg im Play-off.

Das Gegentor aus dem Hinspiel zwang die Salzburger im Stadion Rujevica in der Nähe des Hafens von Rijeka, die Initiative zu ergreifen. Die „Bullen“ nahmen diese Aufgabe nach dem Motto „Kontrollierte Offensive“ zunächst mit Geduld an.

Klare Torchancen blieben demnach aus. Dem so wichtigen Treffer am nächsten kam Angreifer Munas Dabbur, der 25-jährige Israeli brachte den Ball auch im Tor unter, stand dabei aber etwa einen Meter im Abseits. Auf der Gegenseite brachte Rechtsaußen Zoran Kvrzic die Salzburger Abwehr mehrfach ins Schwitzen. Kurz vor der Pause kam auch Ex-Austrianer Alexander Gorgon zu einer Halbchance - sein Volleyschuss im 16er ging aber neben das Tor.

Yabos Tor wird wegen Abseits aberkannt

Zum zweiten Mal zappelt der Ball im Netz der Kroaten - zum zweiten Mal wird der Treffer wegen Abseits - diesmal sehr umstritten - nicht anerkannt.

Yabo trifft und wird zurückgepfiffen

Nach der Pause intensivierten die Gastgeber ihre Defensivbemühungen, während die Salzburger zusehends unter Zeitdruck kamen, einen Treffer zu erzielen. Zum Unvermögen kam dabei auch noch Pech dazu: Reinhold Yabo beförderte den Ball nach einem Stanglpass über die Linie - doch erneut wurde der Treffer wegen Abseits nicht gegeben. Zu Unrecht: Rijeka-Verteidiger Stefan Ristovski war beim Pass zu Yabo über die Torauslinie gerutscht und hob damit die vermeintliche Abseitsstellung auf.

Wenig später stockte den rund 8.000 Zuschauern erneut der Atem: Salzburg-Verteidiger Paulo Miranda schraubte sich im 16er hoch, doch sein wuchtiger Kopfball verpasste das Tor hauchdünn, auch ein Schuss des eingewechselten Amadou Haidara landete im Toraus. Eine der mittlerweile raren Konterchancen ließ unterdessen Gorgon liegen, der nach Idealpass in den Rücken der Salzburger Abwehr den Ball über das Gehäuse setzte.

Rauferei zwischen den Spielern

APA/EXPA/Johann Groder

Referee Göcek stand bei der Abseitsentscheidung im Zentrum des Geschehens

In der fünfminütigen Nachspielzeit setzten die „Bullen“ zum finalen Sturmlauf an - mehr als eine Dauerbelagerung des Strafraums der Kroaten sprang dabei aber nicht heraus.

Stimmen zum Spiel

Marco Rose (Salzburg-Trainer): „Die Enttäuschung überwiegt, ganz klar. Wir hatten ein Ziel, wir wollten weiterkommen. Wir hätten auch noch ein Tor machen können, machen müssen. Dann müssten wir jetzt nicht diskutieren. Es war eine Fehlentscheidung - aber das passiert im Fußball. Wir hatten in der Pause das eine oder andere Thema. Wir haben zu viele Konter zugelassen und haben nicht mutig genug vertikal gespielt. Immer, wenn wir es getan haben, sind wir gefährlich geworden. Ich hatte auch das Gefühl, dass wir mehr zuzusetzen hatten. Aber: Wir haben das Tor nicht geschossen. Wir haben eine Enttäuschung zu verarbeiten - und dann geht es weiter.“

Reinhold Yabo (Salzburg-Angreifer): „Ich habe es nicht gesehen, deswegen, habe ich gar nicht reklamiert. Ich habe (später) die Bilder gesehen, das ist natürlich ärgerlich. Aber es bringt nichts, dem nachzuweinen, weil wir genug Zeit hatten, noch ein weiteres Tor zu erzielen. Das ist sehr, sehr bitter und wird ein bisschen Zeit brauchen. Aber das Leben geht weiter. Wir haben uns wirklich viel vorgenommen. Jeder Einzelne wollte unbedingt weiterkommen. Vom Spielverlauf her gesehen hätten wir es schaffen können, noch ein Tor zu schießen.“

Champions League, Qualifikation

Mittwoch, Dritte Runde, Rückspiel:

HNK Rijeka - Red Bull Salzburg 0:0

Rijeka, Stadion Rujevica, 8.100, SR Göcek (TUR)

Rijeka: Sluga - Ristovski, Zuparic, Elez, Vesovic - Males, Bradaric - Kvrzic (87. Heber), Misic, Gorgon - Gavranovic (74. Jelic)

Salzburg: Walke - Lainer, Miranda, Caleta-Car, Ulmer - Yabo (68. Haidara) , Samassekou, Minamino (81. Wolf), Berisha - Hwang, Dabbur (74. Gulbrandsen)

Gelbe Karten: Males, Misic, Bradaric bzw. Caleta-Car, Yabo, Samassekou, Haidara

Hinspiel 1:1 - Salzburg scheidet wegen der Auswärtstorregel aus und steigt ins Europa-League-Play-off um (Auslosung am Freitag, Spieltermine 17. und 24. August)

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