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Starkl macht Sack zu

FC Flyeralarm Admira hat Rapid am Sonntag zum Abschluss der vierten Runde in der tipico-Bundesliga eine herbe Niederlage versetzt. Die Südstädter nutzten ihre Chancen eiskalt aus und fertigten die Hütteldorfer mit 3:1 (1:0) ab. Eingeleitet wurde der Heimsieg nach 37 Sekunden von Marin Jakolis. Nach der Pause machte Dominik Starkl den Sack mit einem Doppelpack (63., 65.) zu. Das Ehrentor gelang Joelinton (78.).

Wie schon im Wiener Derby vor einer Woche daheim standen allerdings auch in der Südstadt erneut die Rapid-Fans unter den 4.700 Zuschauern kurzfristig im Mittelpunkt. Kurz nach dem 3:0 für die Admira flogen aus dem grün-weißen Block nämlich erneut Gegenstände auf das Spielfeld und Schiedsrichter Robert Schörgenhofer schickte beide Mannschaften für sieben Minuten in die Kabine.

Robert Schörgenhofer schickt die Mannschaften vom Platz

APA/Georg Hochmuth

Die Rapid-Fans sorgten auch in der Südstadt für eine unfreiwillige Pause

Bolingoli gibt Startelfdebüt

Beide Teams gingen ersatzgeschwächt in die Partie. Bei den Gästen aus Hütteldorf feierte der vor dem Derby erkrankte Neuzugang Boli Bolingoli sein Debüt in der Startelf. Der Belgier ersetzte den Rot gesperrten Thomas Schrammel und lief als Linksverteidiger in der Viererabwehrkette auf. Davon abgesehen verzichtete Coach Goran Djuricin auf Veränderungen und vertraute jener Mannschaft, die in der letzten Runde beim 2:2 gegen die Austria begonnen hatte.

Admira schlägt Rapid 3:1

Im Sonntagsspiel der Bundesliga besiegte die Admira zu Hause Rapid mit 3:1. Die Partie wurde unterbrochen, nachdem Rapid-Anhänger Gegenstände auf das Spielfeld geworfen hatten.

Admira-Trainer Damir Buric nahm im Vergleich zur 1:5-Abfuhr am vergangenen Wochenende bei Meister Red Bull Salzburg zwei Veränderungen vor. Für Innenverteidiger Fabio Strauss kam Manuel Maranda, der wiedergenesene Maximilian Sax verdrängte Marcel Holzmann wieder auf die Bank. Florian Fischerauer und Ione Cabrera waren noch im Aufbautraining und daher nach wie vor kein Thema. Auch Markus Wostry (Schmerzen an der Patellarspitze) stand noch nicht wieder im Kader.

Führungstreffer nach 37 Sekunden

„Wir wissen, dass wir gegen Rapid immer gute Chancen vorfinden, und deshalb werden wir alles in die Waagschale werfen, um dieses Spiel zu gewinnen“, gab Admira-Regisseur Christoph Knasmüllner die Marschroute für das Duell mit den Hütteldorfern vor. Und die von den Rapid-Fans vor dem Anpfiff fabrizierten grün-weißen Rauchschwaden hatten sich noch nicht verzogen, schon klingelte es im Gehäuse der Gäste. Sax stibitzte dem wegrutschenden Stefan Schwab den Ball, bediente Jakolis mit einem Lochpass und der kroatische Neuzugang überhob nach 37 Sekunden Rapid-Goalie Richard Strebinger zur 1:0-Führung.

ADM - SCR: Blitzstart für Admira (1.)

Nicht einmal eine Minute hat es gedauert, bis der Ball das erste Mal im Netz zappelt. Nach 37 Sekunden spitzelt Marin Jakolis das 1:0 für die Admira.

Erstmals in dieser Saison mussten die Rapidler damit einem Rückstand hinterherlaufen und kamen nach dem frühen Gegentreffer erst langsam in die Gänge. In der elften Minute wurde eine Hereingabe von Mario Pavelic gefährlich abgefälscht, Admira-Goalie Andreas Leitner war dabei aber ebenso aufmerksam wie kurz darauf bei einem Weitschuss von Thomas Murg (19.). Eine Minute später stieg Schwab nach einem Eckball am kurzen Eck am höchsten, sein Kopfball knallte aber an die Stange (20.). Rapid hatte zwar klar mehr Spielanteile, Zählbares schaute zunächst aber nicht heraus.

Rapid läuft sich in Admira-Abwehr fest

Da sich die Admira nun immer weiter zurückzog und extrem tief stand, wurden die Räume für die Gäste immer enger. Ständig liefen sich die Hütteldorfer in der dicht gestaffelten Abwehrkette der Südstädter fest, fanden aber kein Erfolgsrezept, das kompakte Defensivbollwerk der Hausherren zu durchbrechen. Die Buric-Elf verwaltete geschickt und mit vereinten Kräften die knappe Führung, ließ sich nicht herauslocken und lauerte auf Konter. In die Pause ging es mit einer knappen 1:0-Führung.

In der zweiten Hälfte sahen die Zuschauer weiter eine zerfahrene Partie. Rapid bemühte sich zwar weiter redlich, allein es fehlten die zündenden Ideen, sich offensiv entscheidend durchzusetzen. Gefährlich wurde es - wenn überhaupt - nur nach Standardsituationen, so kamen nach einer Murg-Freistoßflanke gleich drei Hütteldorfer zu spät (53.). Weitere Einschussmöglichkeiten blieben aber Mangelware. Die Admira tauchte indes kaum mehr in der gegnerischen Hälfte auf, doch wenn, wurde es brandgefährlich.

Doppelschlag bricht Rapid das Genick

Während die Hütteldorfer nämlich vergeblich anliefen, schlugen die Südstädter innerhalb von zwei Minuten gleich zweimal eiskalt zu. Einen perfekten Lochpass schob Dominik Starkl durch die Beine von Strebinger zum 2:0 in die Maschen (63.). In der 65. Minute versenkte der 23-Jährige eine Vorlage von Knasmüllner vom 16er aus volley direkt im rechten Kreuzeck. Ein Doppelschlag, der bei einigen der mitgereisten Rapid-Fans wie schon im Derby gegen die Austria die Sicherungen durchbrennen ließ.

ADM - SCR: Doppelpack für Starkl (65.)

Wenige Augenblicke nach seinem ersten Treffer legt Dominik Starkl nach - er schlenzt den Ball sehenswert zum 3:0 ins Eck.

Wie vor einer Woche im Allianz Stadion und auch kurz nach dem Blitztor durch Jakolis flogen erneut Becher und Gegenstände aus dem grün-weißen Block auf das Spielfeld und zwangen Schiedsrichter Schörgenhofer zu einer Unterbrechung, um die Gemüter zu beruhigen. Nach sieben Minuten ging es weiter, und die Admira vergab gleich nach Wiederbeginn zwei Riesenchancen auf das 4:0. Strebinger fischte aber einen Schuss von Sax aus dem Eck (70.) und hatte auch bei einem Versuch von Knasmüllner Glück, als der Ball am langen Eck vorbeiflog.

Murg sieht in Schlussphase Rot

Trotz fast aussichtsloser Ausgangslage probierte Rapid in der Schlussphase noch einmal alles und wurde in der 78. Minute doch noch belohnt. Joeliton nahm sich einen schönen Pass von Andreas Kuen mit, umkurvte Admira-Goalie Leitner und verkürzte auf 1:3. Da in der 81. Minute ein Kopfball des eingewechselten Giorgi Kvilitaia nur an die Latte prallte, blieb den Südstädtern eine heiße Schlussphase erspart. Für die sorgte allerdings Murg, der nach einem Foulpfiff die Nerven verlor und den Linienrichter mit dem Ball abschoss. Schörgenhofer zeigte dem Rapidler zu Recht die Rote Karte.

Am Admira-Sieg änderte der Ausschluss aber nichts mehr. Nach einer 0:3-Niederlage zum Auftakt, einem 4:1-Heimsieg gegen Altach und der 1:5-Niederlage in Salzburg setzten die Südstädter ihre Achterbahnfahrt fort und kletterten mit dem zweiten Saisonsieg in der Tabelle auf den vierten Platz nach vorne. Rapid ging indes nach einem Sieg und zwei Remis in dieser Saison erstmals als Verlierer vom Platz und fiel auf den fünften Platz zurück. Neben der Niederlage sollten sich die Hütteldorfer nach dem zweiten Eklat innerhalb weniger Tage aber nun auch intensiv mit den eigenen Fans beschäftigen.

Tipico-Bundesliga, vierte Runde

Sonntag:

Admira – Rapid 3:1 (1:0)

Maria Enzersdorf, BSFZ-Arena, 4.700 Zuschauer, SR Schörgenhofer

Torfolge:

1:0 Jakolis (1.)
2:0 Starkl (63.)
3:0 Starkl (65.)
3:1 Joelinton (78.)

Admira: Leitner - Zwierschitz, Wostry, Maranda (82./Strauss), Ebner - Lackner, Toth (60./Maier) - Sax (87./Grozurek), Knasmüllner, Starkl – Jakolis

Rapid: Strebinger - Pavelic, Sonnleitner, Wöber, Bolingoli (81./Prosenik) - Auer (74./Kvilitaia), Schwab - Murg, Schaub (73./Keles), Kuen – Joelinton

Gelbe Karten: Toth, Grozurek bzw. Auer, Sonnleitner, Joelinton, Kvilitaia, Keles

Rote Karte: Murg (92.)

Die Besten: Wostry, Sax, Starkl bzw. Murg

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